Höhepunkte von Tag 2: Generaldirektor umreißt zentrale gesundheitspolitische Prioritäten

Videoansprache des Generaldirektors

Prime Minister Alexis Tsipras of Greece; Dr Zsuzsanna Jakab, WHO Regional Director and Dr Tedros, WHO Director-General

Ansprache des Generaldirektors

„Dafür sorgen, dass die Welt sicher bleibt, die Gesundheit verbessern und den Schwächsten helfen“ – darin besteht der Auftrag der WHO entsprechend dem Vorschlag, den Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, in seiner Ansprache an das Plenum unterbreitete. Dr. Tedros legte fünf geplante Prioritäten für das Dreizehnte Allgemeine Arbeitsprogramm der WHO 2019–2023 dar, die der WHO bei der Erfüllung ihres Auftrags helfen werden.

Diese Prioritäten, die auf den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) beruhen, lauten wie folgt:

  • Verhinderung, Entdeckung und Bewältigung von Epidemien und anderen gesundheitlichen Notlagen sowie Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen,
  • Bereitstellung von Gesundheitsleistungen in Notlagen und Hilfe beim Wiederaufbau von Gesundheitssystemen in fragilen, von Konflikten betroffenen und anfälligen Staaten,
  • schrittweise Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung,
  • Erfüllung der gesundheitsspezifischen Zielvorgaben der SDG und
  • Wahrnehmung einer globalen Steuerungsfunktion für mehr Gesundheit.

In Anerkennung der Vielfalt der Europäischen Region der WHO lobte der Generaldirektor die Mitgliedstaaten dafür, dass sie vielen Millionen Menschen eine allgemeine Gesundheitsversorgung und ein langes Leben ermöglichten. Allerdings wies er auch darauf hin, dass die hohen Raten von Rauchern und Alkoholkonsumenten in der Region zur schweren Belastung durch nichtübertragbare Krankheiten beitrügen. Darüber hinaus müssten die Länder aufgrund von Umweltfaktoren, die Auswirkung auf die Gesundheit hätten, mit den Bereichen Energie, Verkehr und Städteplanung zusammenarbeiten.

Ein Thema, das der Generaldirektor in seiner Rede aufgriff, war die Rolle der WHO bei der Wahrnehmung einer Steuerungsfunktion für mehr Gesundheit und politischer Führungskompetenz durch das Eintreten für Gesundheit. Er erklärte, dass allein die WHO über die Autorität und Glaubwürdigkeit verfüge, globale Gesundheitsakteure zusammenzubringen und einen Konsens herzustellen. Zur Frage der politischen Führungskompetenz schloss er: „Die WHO sollte sich nicht scheuen, mit den führenden Politikern der Welt zusammenzuarbeiten. Unser Anliegen ist zu wichtig; es steht zu viel auf dem Spiel. Wenn politische Entscheidungsträger eingebunden werden, finden sinnvolle Veränderungen statt. Die WHO darf daher bei der Erfüllung ihres Auftrags nicht davor zurückschrecken, über ihre fachlichen Aufgaben hinaus auch politisch aktiv zu werden.“

Plenardiskussionen

Eine Delegierte Estlands dankte Dr. Tedros im Namen der Europäischen Union für seine Ansprache und stellte fest, dass er in den zwei Monaten seit seiner Ernennung zum WHO-Generaldirektor „voll durchgestartet“ sei. Die Delegierte betonte die umfassende Rolle, die der WHO nicht nur bei der Behandlung und Bekämpfung von Krankheiten, sondern auch bei der Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung zukomme, und unterstrich die Notwendigkeit der Integration von Querschnittsansätzen für Menschenrechte und Geschlechterfragen.

Ein kasachischer Delegierter bekräftigte die Feststellung des Generaldirektors, dass Fortschritte im Gesundheitsbereich politischen Rückhalt auf höchster Ebene erforderten, und erklärte, dass der Präsident beabsichtige, an den Feierlichkeiten des Landes anlässlich des 40. Jahrestags der Erklärung von Alma-Ata im Oktober 2018 teilzunehmen.

Ein Delegierter Israels verwies auf die mit neuen Technologien, Big Data und Telemedizin verbundenen Chancen für Gesundheit und forderte die WHO auf, Innovation und Technologie als strategische Plattform für die Festlegung neuer gesundheitspolitischer Prioritäten zu prüfen.

Ansprache Seiner Exzellenz Alexis Tsipras, Ministerpräsident Griechenlands

In seiner Eröffnungsansprache schilderte Ministerpräsident Tsipras die Reaktion Griechenlands auf zwei der bedeutendsten europäischen Krisen der letzten Zeit – der Wirtschaftskrise und der Migrantenkrise –, in deren Epizentrum das Land gelegen habe. Bei der Bewältigung dieser Krisen habe Griechenland vor einem grundsätzlichen Dilemma gestanden, so Tsipras: „Stellen wir uns den Herausforderungen unserer Zeit durch Solidarität, Achtung der Menschenwürde und Einhaltung des Völkerrechts? Oder beschließen wir, dass die beste Option darin besteht, nur unsere eigene Nation zu schützen und alle anderen Entscheidungen den Märkten zu überlassen? Mein Land hat den ersten Weg gewählt, der auch der einzige Weg ist, der Europa eine gemeinsame Zukunft ermöglicht.“

Er fügte hinzu, dass der Schutz der Gesundheit auch die Förderung der Menschenwürde beinhalte, und erläuterte, wie Griechenland sich bei den Gesundheitsreformen bemüht habe, trotz des Drucks auf die vorhandenen Ressourcen für Chancengleichheit beim Zugang zur Gesundheitsversorgung zu sorgen.

Bei dieser umfassenden Reform sei es unter anderem darum gegangen, unversicherten Bürgern einen allgemeinen, kostenlosen und gleichen Zugang zum Gesundheitssystem zu ermöglichen, die Transparenz und öffentliche Rechenschaftslegung zu verbessern, in Gesundheitspersonal zu investieren, gegen Korruption und Ressourcenverschwendung vorzugehen, Gesundheitsleistungen für Migranten, einschließlich der Impfung von Kindern, bereitzustellen, die primäre Gesundheitsversorgung und die Rolle der Hausärzte zu stärken und Patienten den Zugang zu innovativen Therapien zu erleichtern.

„Wir brauchen viele weitere Reformen ... Wir müssen generell zu dem Verständnis gelangen, dass der Schutz von Menschenwürde und Gesundheit kein Privileg oder Luxus ist“, so Tsipras abschließend.

Fahrplan zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage von „Gesundheit 2020“, dem Rahmenkonzept der Europäischen Region für Gesundheit und Wohlbefinden

Zu Beginn der Tagung wurde der erste von sechs Kurzfilmen über Persönlichkeiten aus der gesamten Europäischen Region – den „Stimmen aus der Region“ – gezeigt, die persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse im Zusammenhang mit den Themen der Agenda 2030 gewonnen haben. Porträtiert wurde Tom Blackwell, der in staatlicher Obhut aufgewachsen war und sich zu der Frage äußerte, dass niemanden zurückgelassen werden dürfe.

Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, stellte den Fahrplan zur Umsetzung der Agenda 2030 vor, der aus einem umfassenden Konsultationsprozess hervorging. Der Fahrplan, der auf „Gesundheit 2020“ aufbaut, enthält die Prioritäten der Europäischen Region und gibt eine gemeinsame Marschroute vor. Dazu werden Maßnahmen hervorgehoben, die den Mitgliedstaaten eine raschere Umsetzung der SDG ermöglichen und ihre entsprechenden Kapazitäten stärken können.

„In dem afrikanischen Sprichwort ‚Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen‘ kommt sehr gut der Gedanke zum Ausdruck, dass wir alle – einzeln und zusammen – gefordert sind, dieses Anliegen voranzubringen. Nur gemeinsam können wir in Europa für mehr Gesundheit und Wohlbefinden und größere Chancengleichheit für alle und in allen Altersgruppen sorgen“, hielt Dr. Jakab fest.

In dem Fahrplan zur Umsetzung der Agenda 2030 werden fünf strategische Stoßrichtungen vorgeschlagen:

  • Politiksteuerung und Führung für mehr Gesundheit und Wohlbefinden
  • Niemanden zurücklassen!
  • Krankheitsprävention und Bewältigung der Determinanten von Gesundheit durch Förderung ressortübergreifender und -umspannender Konzepte in allen Lebensphasen
  • Schaffung gesunder Orte und Umfelder sowie widerstandsfähiger Gemeinschaften
  • Stärkung der Gesundheitssysteme zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung

Die Umsetzung wird durch eine Reihe befähigender Faktoren unterstützt und vorangetrieben: Investitionen in Gesundheit, Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Partnern, Gesundheitskompetenz, Forschung und Innovation sowie Überwachung und Evaluation.

Abschließend stellte Dr. Jakab fest, dass die Agenda 2030 Rechenschaftslegung verlange, was nur durch geeignete Überwachungs- und Berichterstattungsmechanismen gewährleistet werden könne. Sie wies darauf hin, dass diese Mechanismen mit Unterstützung der Europäischen Gesundheitsinformations-Initiative eingerichtet worden seien.

Ministerpodium

Bei einem Ministerpodium kam es zu einem Erfahrungsaustausch über eine verstärkte Politiksteuerung für mehr Gesundheit im Zeitalter der SDG. Die Teilnehmer waren: Christopher Fearne, Stellvertretender Premierminister und Gesundheitsminister, Malta, Zoltán Balog, Minister für menschliche Entwicklung, Ungarn, Dr. David Sergeenko, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Georgien, und Olivia Wigzell, Generaldirektorin des Staatlichen Amts für Gesundheit und Soziales, Schweden. Moderiert wurde die Runde von Dr. Lucianne Licari, Exekutivbeauftragte für die Beziehungen zu den Ländern und Öffentlichkeitsarbeit beim WHO-Regionalbüro für Europa.

Die Teilnehmer arbeiteten gemeinsame Erfolgsfaktoren heraus, darunter starker politischer Wille, kosteneffektive Ansätze, Fokus auf Prävention, gezielte Maßnahmen für Menschen in prekären Situationen, stärkere Ausrichtung auf Primärversorgung und Instrumente zur Überwachung der Fortschritte.

Plenardiskussionen

Der Fahrplan zur Umsetzung der Agenda 2030 fand breite Zustimmung unter den Mitgliedstaaten. Mehrere Länder erläuterten, wie sie die interinstitutionelle und bereichsübergreifende Zusammenarbeit zur Förderung der SDG erleichterten. Zudem würdigten die Delegierten die Bemühungen um die Verringerung der Berichtslast für die SDG.

Ansprache von Prof. Dr. Recep Akdağ, stellvertretender Ministerpräsident der Türkei

Seit 2002 verfolgt die Türkei ein Programm zur grundlegenden Umgestaltung der Gesundheitsversorgung mit Schwerpunkt auf Zugänglichkeit und einem bürgernahen Versorgungsansatz. In seinem Grundsatzreferat erläuterte Prof. Akdağ, dass dieses Programm bereits beeindruckende Ergebnisse hervorgebracht habe: Im Zeitraum 2002–2015 sei die Lebenserwartung um 5,5 Jahre gestiegen, was über den Schätzungen der WHO liege.

Auch die Patientenzufriedenheit sei 2015 doppelt so hoch wie 2002 ausgefallen, so der stellvertretende Premierminister, und dies bei minimalen Ausgabenerhöhungen. In der nächsten Phase des Programms würden Nachhaltigkeit und Versorgungsqualität im Mittelpunkt stehen.

Zudem beschrieb Prof. Akdağ die nationale Plattform, die Beiträge von mehr als 1300 Fachkräften zur Stärkung der ressortübergreifenden Verantwortung für Gesundheit vereine. Abschließend forderte er die WHO auf, die Gesundheitsminister zu unterstützen, damit sie sich auf höchster Ebene für Gesundheit einsetzen können, und wies darauf hin, dass „Gesundheit 2020“, die Agenda 2030 und der Fahrplan zur Umsetzung der Agenda 2030 „Gelegenheit bieten, die Gesundheit zu verbessern und alle Gesundheitsdeterminanten zu beeinflussen“.

Podiumsrunde mit Interessenvertretern

Dr. Mihály Kökény, ehemaliger Gesundheitsminister Ungarns, moderierte eine Podiumsrunde mit Interessenvertretern, die die Debatte über die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und die Rolle verschiedener Netzwerke, zivilgesellschaftlicher Gruppen und Ebenen des Staates fortführten. Es nahmen teil: Dr. Mira Dasic, Direktorin des Südosteuropäischen Gesundheitsnetzwerks, Peter Beznec, Direktor des Zentrums für Gesundheit und Entwicklung (ein Mitglied des Netzwerks Regionen für Gesundheit), Slowenien, Joan Devlin, Geschäftsführerin von Belfast Healthy Cities, und Nina Renshaw, Generalsekretärin der European Public Health Alliance.

Nach Auffassung der Teilnehmer könne die Zusammenarbeit erleichtert werden, wenn man sich mit dem Sprachgebrauch anderer Ressorts vertraut mache und ihnen Erkenntnisse zur Verfügung stelle. Auch sei es an der Zeit, von Selbstregulierungsinitiativen für die Wirtschaft abzurücken und stattdessen auf bewährte preisliche und steuerliche Maßnahmen zurückzugreifen. „Wir befinden uns nicht in einem wettbewerbsorientierten Unternehmen, sondern sind Teil einer Bewegung für den Wandel“, so das Fazit von Peter Beznec.

Die Resolution über den Fahrplan zur Umsetzung der Agenda 2030 wurde im Konsens angenommen.

Ergebnisse der Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit

Die Sitzung wurde eröffnet mit einem Film aus der Reihe „Stimmen aus der Region“, in dem der Kopenhagener Jørgen Thomsen zu Wort kam. Er erläuterte, wie wir gemeinsam an effektiven und innovativen Lösungen arbeiten könnten, um künftige Überschwemmungen zu verhindern und nachhaltige städtische Grünflächen zu schaffen und so die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft zu stärken.

Dr. Srđan Matić, Koordinator für Umwelt und Gesundheit beim WHO-Regionalbüro für Europa, stellte den Sitzungsteilnehmern die Ergebnisse der Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit vor. Dabei hob er die sieben vorrangigen Handlungsfelder der Erklärung von Ostrava und ihre beiden Anhänge hervor.

In der vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen moderierten Podiumsdiskussion wies Georgien darauf hin, dass auf eine Stärkung und Harmonisierung der Rechtsvorschriften hingearbeitet werden müsse und besonderes Augenmerk auf Umwelt und Gesundheit zu richten sei. Rumänien verstärkte die Forderung nach einem größeren Engagement bei der Umsetzung der SDG.

Anhand der Beispiele des Protokolls über Wasser und Gesundheit und des Übereinkommens über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung veranschaulichte die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa, wie wir die bestehenden Instrumente für Umwelt und Gesundheit nutzen könnten, um die freiwillige Festlegung von Zielen und die Zusammenarbeit bei der Umsetzung zu fördern. Dr. Roberto Bertollini betonte, dass Vernetzung der Schlüssel zu anhaltendem Erfolg sei und auch bleibe.

In mehreren nachfolgenden Beiträgen bekundeten die Mitgliedstaaten ihre nachdrückliche Unterstützung für die Erklärung von Ostrava und den Entwurf der Resolution des Regionalkomitees und bekräftigten die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit und bereichsübergreifender Maßnahmen.

Mittagessen der Minister zum Thema psychische Gesundheit

Im Mittelpunkt dieses Mittagessens standen die drei D der psychischen Gesundheit: Depression, Dysfunktion (Behinderung) und Demenz. Personen, die eine Depression durchgemacht haben und in einer Betreuungseinrichtung leben, gaben persönliche Zeugnisse ab, die Einblicke darin lieferten, wie das Gesundheitswesen die Unterstützung verbessern kann. Während des Mittagessens nahmen die Teilnehmer Bezug auf den Weltgesundheitstag 2017, an dem das Problem der Depression als führende Ursache für nicht tödlich endende gesundheitliche Schädigungen in der heutigen Welt herausgestellt wurde.

Fachinformationssitzung zur Sicherung positiver Ergebnisse für die Gesundheit auf der Ebene der Länder

Diese Sitzung bot Gelegenheit zur Erörterung von Maßnahmen, die die Ergebnisse für die Gesundheit auf der Ebene der Länder verbessern können. Die Teilnehmer sprachen über die Rolle der WHO-Länderbüros bei der praktischen Anwendung der fachlichen Beratung der WHO und ihrer evidenzbasierten Politikkonzepte in den Ländern.

Die Delegierten Estlands, Griechenlands, Rumäniens, Tadschikistans und der Türkei würdigten die Tätigkeit der WHO-Büros vor Ort und schilderten Beispiele für länderspezifische wie auch länderübergreifende Aktivitäten. Sie erörterten Erfolge und Herausforderungen bei der Umsetzung verschiedener gesundheitspolitischer Programme, darunter aufsuchende Impfkampagnen, die Inangriffnahme gesundheitlicher Risikofaktoren, die Erleichterung wirksamer Reaktionsmaßnahmen in gesundheitlichen Notlagen und die Förderung der nationalen Gesundheitsreform.

Die Delegierten aus Deutschland und der Schweiz merkten an, dass die operative Tätigkeit der WHO auf Länderebene gestärkt werden müsse.

Informatives Frühstück zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften und Systemen

Wodurch werden Gemeinschaften und Systeme widerstandsfähig, und wie können wir Solidarität und Zusammenhalt zwischen den Generationen unterstützen, um die Gesundheit zu fördern? Die Entwicklung eines unterstützenden Umfelds, das zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit beiträgt und sich positiv auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirkt, ist zentrales Thema des WHO-Rahmenkonzepts „Gesundheit 2020“ und eine entscheidende Voraussetzung für die Verwirklichung der SDG.

Zu Beginn des Arbeitsfrühstücks wurde eine Definition von Widerstandsfähigkeit erarbeitet: die Fähigkeit zur Überwindung widriger Umstände. Das Konzept wurde auf drei Ebenen betrachtet: der Einzelne, die Gemeinschaft und das System. Bei persönlichen Zeugnisse und Diskussionen unter den Teilnehmern wurde die Herausforderung angesprochen, Widerstandsfähigkeit zu fördern.

Buchpräsentation: „Zivilgesellschaft und Gesundheit: Beiträge und Potenzial“

Die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen im Dienste von Gesundheit und Gesundheitssystemen kann sehr vorteilhaft sein. Sie kann die Politikgestaltung, die Leistungserbringung und die Steuerung verbessern. Welche Chancen und Herausforderungen bestehen für die Regierungen bei der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft? Warum entfalten zivilgesellschaftliche Organisationen in einigen Ländern eine größere Wirkung als in anderen?

Bei dieser Buchpräsentation erläuterten die Autoren ihre Ergebnisse anhand von Beispielen zivilgesellschaftlicher Organisationen, die sich in der Überzeugungsarbeit zur Eindämmung des Tabakkonsums, der Lebensmittelhilfe für Bedürftige (Tafeln), der Flüchtlingsgesundheit, der HIV/Aids-Prävention und -Heilung und Sozialpartnerschaften engagieren. Sie nannten Instrumente für ein Engagement und Kontexte, die einer erfolgreichen Zusammenarbeit förderlich sein können, und boten den Teilnehmern Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

Höhepunkte von Tag 3

  • Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Fachkräfteangebot im Gesundheitswesen
  • Verbesserung des Zugangs zu Arzneimitteln
  • Beschleunigung der Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005)