Maßnahmen zur Verwirklichung der gesundheitlichen Chancengleichheit – Beispiele aus der gesamten Europäischen Region

Ecaterina arbeitet als Freiwillige in einem jugendgerechten Gesundheitszentrum in der Republik Moldau. Die Zentren sind ein Beispiel der konkreten Maßnahmen, die Länder zur Erfüllung der fünf Voraussetzungen für eine gesündere, gerechtere Gesellschaft in mehr Wohlstand ergriffen haben.

Die Länder in der Europäischen Region der WHO haben wiederholt Engagement für die Verwirklichung der gesundheitlichen Chancengleichheit gezeigt, etwa durch die Annahme des Rahmenkonzepts „Gesundheit 2020“. Im Vordergrund von „Gesundheit 2020“ stehen die strategischen Ziele der Verbesserung der Gesundheit für alle und der Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheiten.

Durch die Kombination dieses Engagements mit entsprechenden Maßnahmen konnten die Länder hinsichtlich der Verbesserung der Gesundheit, der Senkung der Säuglingssterblichkeit und der Verbesserung der durchschnittlichen Lebenserwartung Fortschritte erzielen. Nahezu 1 Mrd. Menschen in der Region haben mittlerweile eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78 Jahren. Trotz dieser Erfolge bestehen jedoch weiterhin gesundheitliche Ungleichheiten in den Ländern.

Der Ruf nach Chancengleichheit wird heute immer eindringlicher und erreicht mittlerweile ein globales Ausmaß. Das Dreizehnte Allgemeine Arbeitsprogramm der WHO zielt darauf ab, das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit für alle zu gewährleisten und die allgemeine Gesundheitsversorgung auszuweiten, während die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung die Länder dazu anhält, niemanden zurückzulassen.

Vor diesem Hintergrund hat das WHO-Regionalbüro für Europa die hochrangige Konferenz zum Thema gesundheitliche Chancengleichheit organisiert, die vom 11. bis 13. Juni 2019 in Ljubljana (Slowenien) stattfinden wird. Auf der von der slowenischen Regierung ausgerichteten Konferenz werden Delegierte aus den Mitgliedstaaten, internationaler Organisationen und der Zivilgesellschaft zusammenkommen, um Lösungsansätze für den Abbau gesundheitlicher Benachteiligungen und die Beschleunigung der Fortschritte hin zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Wohlstand für alle in der Region zu diskutieren.

Alle Länder in der Region bemühen sich verstärkt darum, die Determinanten von Gesundheit generell zu einem festen Bestandteil staatlicher Handlungskonzepte und Pläne zu machen. Veränderungen in der Politik, die sich auf die Determinanten von Gesundheit, wie Arbeit und soziale Absicherung, auswirken und oftmals als Reaktion auf die weltweite Finanzkrise eingeführt wurden, haben jedoch dazu geführt, dass mehr Menschen von Einkommens- und Beschäftigungsunsicherheit bedroht sind. Dies hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit und die gesundheitliche Chancengleichheit.

Im Mittelpunkt der Konferenz in Slowenien stehen die fünf wesentlichen Voraussetzungen für ein gesundes Leben:

  • hochwertige und leicht zugängliche Gesundheitsleistungen;
  • Einkommenssicherheit und ein angemessenes, faires Maß an sozialer Absicherung;
  • würdige Lebensbedingungen;
  • ein gutes Sozial- und Humankapital; und
  • würdige Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen.

Neue Erkenntnisse und Instrumente, die bei der Konferenz vorgestellt werden, sollen zeigen, wie sich durch die Erfüllung dieser Voraussetzungen das Leben der Zurückgelassenen und gleichzeitig das Wohlbefinden und der Wohlstand der gesamten Gesellschaft verbessern lassen.

Das Konferenzprogramm bietet einen Einblick, wie die Länder durch eine Verlagerung hin zu integrierten Lösungen und befähigenden Lösungsansätzen echte Fortschritte beim Abbau von Defiziten in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden erzielen können – selbst kurzfristig gesehen.