Eröffnung der Weltgesundheitsversammlung: Generaldirektorin ermahnt Minister, an die Menschen zu denken

WHO/Pierre Albouy

Am 16. Mai 2011 wurde die 64. Weltgesundheitsversammlung bzw. die globale Jahrestagung der WHO eröffnet, zu der Gesundheitsminister und leitende Gesundheitsbeamte aus der ganzen Welt zusammenkommen.

In ihrer Eröffnungsansprache betonte die WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan die enormen Fortschritte, die gemacht worden seien, etwa dass die Mortalität bei Kindern unter fünf Jahren jetzt auf dem niedrigsten Stand seit über 60 Jahren liege und dass die Müttersterblichkeit in zwei Regionen um 60% zurückgegangen sei. Sie lobte Organisationen der Vereinten Nationen sowie einzelne Länder und Partner aus dem öffentlichen wie privaten Sektor wegen ihrer engagierten Arbeit für die lebensrettende Prävention und Behandlung von Krankheiten angesichts gleichzeitiger Herausforderungen wie der globalen Finanzkrise und der explodierenden Lebensmittel- und Brennstoffpreise. Dr. Chan bat ihre Kollegen um die Beibehaltung ihres Elans und sagte: „Jede Art von Selbstzufriedenheit wäre jetzt tödlich.“ Sie verkündete auch, dass die WHO nun die umfassendste Reform ihrer Verwaltung, Führung und Finanzierung in ihrer 63 Jahre währenden Geschichte einleite.

Punkte von besonderem Interesse für die Europäische Region

  • Der zypriotische Gesundheitsminister Dr. Christos Patsalides wurde zum Präsidenten der Weltgesundheitsversammlung ernannt.
  • Ungarn begrüßte in einer Ansprache vor dem Plenum als derzeit die Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union innehaltendes Land die wachsende Aufmerksamkeit der Welt für das Thema nichtübertragbare Krankheiten und unterstrich die Führungsrolle der WHO in diesem Bereich aufgrund ihrer Strategie und ihres Aktionsplans sowie die Notwendigkeit sektorübergreifender Maßnahmen, die während der Tagung auf hoher Ebene der Vereinten Nationen zu diesem Thema behandelt werden müsse.
  • Der italienische Gesundheitsminister Prof. Ferruccio Fazio und die WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab unterzeichneten ein Abkommen über ein dreijähriges Projekt zu gesundheitspolitischen Aspekten der Migration.
  • Delegierte aus Ländern der Region, hierunter Finnland, Frankreich, Griechenland, Norwegen, Portugal, Russische Föderation und Vereinigtes Königreich, bekannten sich im Plenum zur Unterstützung des Anliegens der Generaldirektorin, den Menschen an die erste Stelle zu setzen, und dankten der Russischen Föderation für die Ausrichtung der ersten globalen Ministerkonferenz über gesunde Lebensführung und nichtübertragbare Krankheiten im April dieses Jahres. Mehrere Länder dankten Frau Jakab für die positive Entwicklung der Arbeit des Regionalbüros.
  • Der griechische Minister für Gesundheit und gesellschaftliche Solidarität kündigte die Eröffnung eines neuen Büros der Europäischen Region der WHO in Athen an, das sich auf nichtübertragbare Krankheiten spezialisiere.
  • Der Vortrag des Regionalbüros über die Entwicklung von „Gesundheit 2020“ als der neuen Gesundheitspolitik für die Europäische Region wurde von den Delegierten mit großem Interesse verfolgt.
  • Delegierte aus Kasachstan, Kirgisistan, der Republik Moldau, der Russischen Föderation, Turkmenistan, der Ukraine und Usbekistan berichteten über den aktuellen Stand des Poliomyelitisausbruchs in der Region. Die Regionale Zertifizierungskommission für die Poliomyelitis-Eradikation wird im August 2011 zusammentreten und den Status der Europäischen Region in Bezug auf die Poliofreiheit erörtern.
  • Der Entwurf eines Europäischen Aktionsplans HIV/Aids wurde vorgestellt. Dieser wird den Mitgliedstaaten auf der einundsechzigsten Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa im September 2011 zur Annahme vorgelegt.
  • Frau Jakab führte fruchtbare Gespräche mit den Delegationen aus Bosnien und Herzegowina, Israel, der Republik Moldau und Slowenien.