Forum legt letzte Hand an Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“

Die dritte Tagung des Europäischen Forums für Gesundheitspolitik auf der Ebene hochrangiger Regierungsvertreter fand am 19. und 20. April 2012 in Brüssel statt. Das Forum beriet mit dem Regionalbüro die endgültige Ausgestaltung des Rahmenkonzepts „Gesundheit 2020“ sowie dreier weiterer Grundsatzpapiere, die dem WHO-Regionalkomitee für Europa im September 2012 vorgelegt werden sollen.

Die Tagung wurde von der WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab und der belgischen Stellvertretenden Premierministerin und Ministerin für Soziales und Öffentliche Gesundheit Laurette Onkelinx eröffnet.

„Gesundheit 2020“

Vertreter der Mitgliedstaaten erörterten die Texte zu „Gesundheit 2020“, insbesondere die Kurzfassung für hochrangige Politikgestalter. Sie bekundeten ihre Wertschätzung für die überarbeitete Fassung, den Entstehungsprozess von „Gesundheit 2020“ und die Ergebnisse der schriftlichen Konsultation mit den Mitgliedstaaten. Sie gelangten zu dem Schluss, dass der Prozess so gut voranschreitet, dass seine Ergebnisse den leitenden Organen der WHO in der Europäischen Region vorgelegt werden könnten.

Die Teilnehmer erörterten auch die Frage von Zielvorgaben für die Europäische Region durch „Gesundheit 2020“. Es gab starke Zustimmung aus allen Mitgliedstaaten zu sechs übergeordneten bzw. umfassenden Zielen für die Europäische Region, die beobachtet werden sollen und über die bis 2020 berichtet werden soll. Eine entsprechende Indikatorengruppe für die Beobachtung der Fortschritte soll entwickelt werden, wobei im Großen und Ganzen auf bereits von den Mitgliedstaaten erhobene und gemeldete Daten zurückgegriffen werden soll. Konkrete Anregungen zur Verfeinerung der Indikatoren und Unterstützung der Beobachtungsverfahren sollen auf einer Expertentagung im Juni 2012 erörtert und die Ergebnisse dem Regionalkomitee vorgelegt werden.

Europäische Untersuchung von sozialen Determinanten und Gesundheitsgefälle

Dem Forum lag eine Übersicht zentraler Befunde und Grundsatzempfehlungen aus der Untersuchung vor. Dazu zählten Beispiele von Interventionen, die gegen gesundheitliche Ungleichheiten in der Europäischen Region in Bereichen wie der Versorgung von Kleinkindern, der Ausbildung und dem gesellschaftlichen Schutz im gesamten Lebensverlauf gerichtet sind. Das Regionalbüro wird den abschließenden Bericht zur Untersuchung im Juni auf seiner Website veröffentlichen.

Europäischer Gesundheitsbericht 2012

Den Teilnehmern wurden erste Einblicke in dieses Flaggschiff unter den kommenden Veröffentlichungen des Regionalbüros gewährt. Der Europäische Gesundheitsbericht 2012 dient auch der Erfüllung des Auftrags des Regionalbüros, den Gesundheitszustand von rund 900 Millionen Menschen in der Region zu beobachten und darüber zu berichten. Das Regionalkomitee wird im September 2012 eine Zusammenfassung erörtern und für Dezember ist die Veröffentlichung des vollständigen Berichts geplant.

Europäischer Aktionsplan zur Stärkung der Kapazitäten und Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit

Der aktuelle Entwurf des Aktionsplans wurde vorgestellt; dazu zählt ein überarbeitetes Paket mit zehn horizontalen grundlegenden gesundheitspolitischen Maßnahmen (EPHO), das als gemeinsame und wegweisende Grundlage für Gesundheitsbehörden in der Europäischen Region zur Einführung, Überwachung und Evaluation von Konzepten, Strategien und Maßnahmen für Verbesserungen im Bereich der Bevölkerungsgesundheit dienen soll. Der Aktionsplan verdeutlicht auch strategische Verknüpfungen zwischen öffentlicher Gesundheit und Gesundheitsdiensten (insbesondere der primären Gesundheitsversorgung), wie dies im ganzheitlichen Ansatz der Charta von Tallinn: „Gesundheitssysteme für Gesundheit und Wohlstand“ vorgesehen ist.

Die Teilnehmer begrüßten den Aktionsplan und das breit angelegte Konsultationsverfahren, in dessen Rahmen er entwickelt wurde. Eine gemäß den Anmerkungen aus Mitgliedstaaten überarbeitete Version wird dem Ständigen Ausschuss des Regionalkomitees im Mai vorgelegt werden.

Weitere Themen

Außerdem berieten die Teilnehmer die Weiterentwicklung des Entwurfs von Strategie und Aktionsplan für gesundes Altern und behandelten die künftige Arbeitsweise des Forums.

Die Regionaldirektorin verwies auf die Bedeutung des Forums für das Regionalbüro, insbesondere was Orientierungshilfen zur Formulierung von „Gesundheit 2020“ angehe.