Weltgesundheitsversammlung schließt: Woche endet mit 21 Resolutionen

WHO/Pierre Albouy

Die 65. Weltgesundheitsversammlung ging am 26. Mai mit der Annahme von 21 Resolutionen zu einem breiten Spektrum von Gesundheitsthemen zu Ende, zu denen frühe Heirat und Schwangerschaft, humanitäre Notlagen, die Internationalen Gesundheitsvorschriften, Massenansammlungen, die Millenniums-Entwicklungsziele, nichtübertragbare Krankheiten, die besetzten palästinensischen Gebiete, die Vorbereitung auf eine Grippe-Pandemie, die Intensivierung der globalen Initiative zur Ausrottung der Kinderlähmung, Forschung und Entwicklung, Schistosomiasis, die sozialen Determinanten von Gesundheit und minderwertige/nachgeahmte/falsch etikettierte/gefälschte/kopierte Arzneimittel zählten.

Sechs Tage lang beteiligten sich fast 3000 Delegierte an den Diskussionen, hierunter Gesundheitsminister und leitende Gesundheitsbeamte aus den 194 Mitgliedstaaten der WHO, Vertreter von Organisationen der Zivilgesellschaft und andere Akteure.

Finanzierung von Forschung und Entwicklung

Die Weltgesundheitsversammlung nahm einstimmig die Resolution zur Beratenden Expertengruppe für Fragen von Forschung und Entwicklung sowie ihrer Finanzierung und Koordinierung in der Entwurfsfassung an.

Globale Massenveranstaltungen

Ausschuss A behandelte und billigte den Bericht des Sekretariats zum Thema „Globale Massenveranstaltungen: Implikationen und Chancen für die globale Gesundheitssicherheit.“ Delegierte aus Ländern, in denen kürzlich Massenveranstaltungen stattgefunden hatten, leiteten die Diskussion an und im Ausschuss herrschte Einigkeit, dass die Länder für ihre angemessene Vorbereitung und Handhabung solcher Ereignisse den Erfahrungsaustausch benötigten.

Reform der WHO

Der Ausschuss A billigte die Entscheidung zur WHO-Reform. Mehrere Mitgliedstaaten begrüßten die programmatische Reform und betonten die Notwendigkeit, die Themen Gesundheitsdeterminanten und Chancengleichheit in das Zwölfte Allgemeine Arbeitsprogramm und den Programmhaushaltsentwurf aufzunehmen.

In Bezug auf die Reform der Leitungsstrukturen vereinbarten die Mitgliedstaaten den derzeitigen Terminplan der leitenden Organe einzuhalten, jedoch das Thema während der Tagung des Exekutivrats im Januar 2013 erneut zu behandeln. Außerdem:

  • baten sie das Sekretariat zu untersuchen, welche Optionen für eine Verlegung des Haushaltsjahrs bestehen,
  • billigten sie Vorschläge zur besseren Abstimmung zwischen Tagungen der Regionalkomitees und des Exekutivrats, vermehrten Harmonisierung zwischen den Regionalkomitees und Straffung der Entscheidungsfindung während der Tagungen leitender Organe,
  • ersuchten sie die Generaldirektorin, Änderungsvorschläge zur Geschäftsordnung zu unterbreiten, damit die Zahl der Tagesordnungspunkte und der den leitenden Organen vorgelegten Resolutionsentwürfe eingeschränkt werden könne,
  • baten um Grundsatzpapiere zur Zusammenarbeit der WHO mit nichtstaatlichen Organisationen und ihrem Verhältnis zu Privatunternehmen sowie einen Bericht über die Vorkehrungen der WHO für die Aufnahme von Gesundheitspartnerschaften und Vorschläge zur Harmonisierung der Arbeit innerhalb der Partnerschaften.

Die Mitgliedstaaten verzeichneten viele Fortschritte in der Verwaltungsreform, etwa die Schaffung eines Ethikbüros, und forderten, dass die Generaldirektorin die Vorschläge für mehr Transparenz, Berechenbarkeit und Flexibilität in der Finanzierung der WHO weiter entwickle. Sie forderten auch, dass ein Rahmen zur Beobachtung der Fortschritte in der Umsetzung der WHO-Reform entwickelt werden solle.

Frühe Heirat und Schwangerschaft

Viele Länder unterstützten nachdrücklich einen Bericht über die Zusammenhänge zwischen früher Heirat und Schwangerschaft und Fortschritten hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Millenniums-Entwicklungsziele. Es bestand Einigkeit darin, dass die Ergebnisse aus dem Bericht im nationalen und regionalen Kontext zu verstehen sind.

Partnerschaft und Zusammenarbeit

Ausschuss B (zu finanziellen und administrativen Angelegenheiten) billigte ein Abkommen zwischen der Afrikanischen Union und der WHO. Er begrüßte auch einen Bericht über die Zusammenarbeit innerhalb der Vereinten Nationen sowie mit anderen zwischenstaatlichen Organisationen und einige Länder betonten, wie wichtig die Zusammenarbeit im Entwicklungshilfe-Programmrahmen der Vereinten Nationen und mit Treuhandfonds mehrerer Geber auf Länderebene für die wirtschaftliche Nutzung der Mittel sei.

Wahlverfahren für das Amt des Generaldirektors

Der Ausschuss B billigte einen Resolutionsentwurf zum Wahlverfahren für das Amt des Generaldirektors, demzufolge geografische Ausgewogenheit ein zentrales Kriterium im Nominierungs- und Ernennungsverfahren sein sollte.

Ernährung

Ausschuss A setzte die Erörterung eines Entwurfs für einen umfassenden Plan zur Verbesserung der Ernährung von Mutter, Neugeborenem und Kleinkind fort und forderte einhellig weitere informelle Beratungen mit den Mitgliedstaaten.

Weitere Themen

Ausschuss A erörterte und billigte Resolutionen zu den Millenniums-Entwicklungszielen und zu den sozialen Determinanten von Gesundheit.

Im Ausschuss B unterstützten und bekräftigten sämtliche Delegationen die Führungsrolle der WHO in der Schwerpunktgruppe Gesundheit für humanitäre Hilfen im Krisenfall.  Nach einer langen Aussprache zum Thema  minderwertige/nachgeahmte/falsch etikettierte/gefälschte/kopierte Arzneimittel wurde der Resolutionsentwurf ohne Änderung gebilligt. Der Ausschuss einigte sich auch auf eine Resolution zur Schistosomiasis bzw. Bilharziose, einer parasitären Erkrankung durch Trematoden/Plattwürmer.