Wichtigste Ergebnisse aus der Konsultation über den Kontrollrahmen für nichtübertragbare Krankheiten veröffentlicht

Als Teil der Entwicklung eines umfassenden globalen Kontrollrahmens für nichtübertragbare Krankheiten führte das WHO-Regionalbüro für Europa eine Online-Konsultation durch, um die Kapazitäten der Mitgliedstaaten in der Europäischen Region für die Beobachtung und Erfassung der geplanten freiwilligen Zielvorgaben und globalen Indikatoren zu ermitteln. An der Befragung nahmen insgesamt 40 Länder teil. Sie erbrachte neue Informationen über die Surveillance-Kapazitäten in den 53 Ländern der Europäischen Region der WHO, da auch auf Ergebnisse aus der globalen Untersuchung der WHO aus dem Jahr 2010 zurückgegriffen wurde, in der die Kapazitäten der Länder zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten ermittelt wurden.

Als nächster Schritt ist eine formelle Konsultation im November vorgesehen.

Einzelne Ergebnisse

Die wichtigsten Ergebnisse in Bezug auf die Kapazitäten der Länder lassen sich unter folgenden Rubriken einordnen: Mortalität, verhaltensbedingte Risikofaktoren (einschließlich Ernährung), intermediäre Risikofaktoren, Aufschlüsselung und Prozess. Die Länder wurden in drei Gruppen unterteilt: EUR-A (27 Länder mit sehr niedriger Kinder- und Erwachsenensterblichkeit), EUR-B (17 Länder mit niedriger Kinder- und Erwachsenensterblichkeit), und EUR-C (9 Länder mit niedriger Kinder- und hoher Erwachsenensterblichkeit).
Die Fähigkeit zur Meldung von Mortalitätsdaten existiert in allen Ländern, und somit können Referenzwerte für die Überwachung von Fortschritten hin zu der globalen Zielvorgabe für die Verringerung der vorzeitigen Mortalität aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten festgelegt werden.

Die Länder verfügen über hohe Kapazitäten für die Beobachtung und Erfassung der vier  verhaltensbedingten Risikofaktoren (von der höchsten bis zur geringsten Kapazität): Tabakkonsum, Alkoholkonsum, Ernährung und Bewegungsverhalten. Die Länder der Gruppen EUR-B und EUR-C meldeten niedrigere Kapazitäten als die Länder der Gruppe EUR-A, doch über drei Viertel der Mitgliedstaaten sind in der Lage, alle vier Risikofaktoren zu erfassen.

Bei der Frage nach der Ernährung wurde nicht nach verschiedenen Komponenten (z. B. Salz, gesättigte Fettsäuren, Transfettsäuren) unterschieden, doch die Länder gaben generell an, über hohe Kapazitäten für die statistische Erfassung ungesunder Ernährungsgewohnheiten zu verfügen.
Die Fähigkeit zur Erfassung der intermediären Risikofaktoren ist insgesamt weniger stark ausgeprägt. In der Gruppe der EUR-A-Länder waren die Kapazitäten für die Erfassung von Übergewicht am besten entwickelt, in den Gruppen EUR-B und EUR-C waren sie es für die Erfassung von Bluthochdruck. Als einziger Risikofaktor wurden Blutlipide in weniger als der Hälfte der Länder der Gruppen EUR-B und EUR-C erfasst. Bei einigen intermediären Risikofaktoren wurden die geringen Kapazitäten für ihre Erfassung auch mit den damit verbundenen Kosten begründet.

Die Möglichkeit zur Aufschlüsselung von Daten über nichtübertragbare Krankheiten ist in den Ländern der Europäischen Region nur selten gegeben, auch wenn in den qualitativen Aussagen die Bedeutung von Indikatoren für die Bewertung von Ungleichgewichten und die Messung der sozialen Determinanten häufig hervorgehoben wurde. Nur eine kleine Minderheit der Mitgliedstaaten gibt an, über gute Kapazitäten für die Aufschlüsselung der Daten zu verfügen.

In den eingegangenen qualitativen Stellungnahmen wurde einhellig gefordert, auf vorhandene Daten zurückzugreifen, Übereinstimmung mit vorhandenen Datensätzen zu gewährleisten, eine Mindestzahl von Indikatoren einzuführen und weitestgehend auf Erhebung neuer Daten zu verzichten.

Beitrag der Europäischen Region zu dem globalen Prozess

Die Online-Konsultation war ein Zwischenschritt, der auf einen möglichst umfassenden Beitrag der Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region abzielte. Die formelle Konsultation mit den Mitgliedstaaten und mit anderen Organisationen der Vereinten Nationen, mit der die Entwicklung des globalen Kontrollrahmens und der Zielvorgaben für nichtübertragbare Krankheiten abgeschlossen werden soll, wird vom 5. bis. 7. November 2012 in Genf stattfinden.