Weltgesundheitsversammlung, Tag 4: Behinderung, Entwicklung und allgemeine Gesundheitsversorgung auf der Tagesordnung

WHO/Pierre Albouy

WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan nimmt am vierten Tag der Weltgesundheitsversammlung an den Beratungen zum Thema Behinderung teil. Foto: WHO/Pierre Albouy

Am 23. Mai 2013 stand im Mittelpunkt der Beratungen auf der Weltgesundheitsversammlung der Beitrag des Gesundheitswesens zu der bevorstehenden Tagung der Generalversammlung auf hoher Ebene über Behinderung und Entwicklung, die am 23. September 2013 in New York stattfinden wird.

Wie aus dem Weltbehindertenbericht2011 hervorgeht, müssen über eine Milliarde Menschen, d. h. mehr als 15% der Weltbevölkerung, mit irgendeiner Form von Behinderung leben. Aufgrund der Alterung der Bevölkerung und der Zunahme nichtübertragbarer Krankheiten werden künftig immer mehr Menschen mit Behinderungen leben müssen.

Punkte von besonderem Interesse für die Europäische Region

Behinderung

In der allgemeinen Aussprache im Plenum zum Thema Behinderung erläuterte die deutsche Delegation, dieses Handlungsfeld sei in ihrem Land fester Bestandteil der Entwicklungszusammenarbeit, und auf nationaler Ebene lägen die politischen Handlungsschwerpunkte auf den Bereichen soziale Inklusion sowie Zusammenarbeit mit anderen Ressorts, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft.

Die Delegation der Türkei rief zu einer Zusammenarbeit mit anderen Organisationen der Vereinten Nationen auf diesem Gebiet auf und schlug vor, das Thema zu einem Bestandteil der Entwicklungsagenda nach 2015 zu machen.

Die spanische Delegation brachte ihre anhaltende Entschlossenheit zum Ausdruck, Fragen der Behinderung einen hohen Stellenwert einzuräumen.

Die schwedische Delegation wies darauf hin, die Tagung auf hoher Ebene im September sei eine Gelegenheit, den Komplex Behinderungen im Kontext der künftigen Entwicklungsagenda zu thematisieren, unterstrich die Bedeutung einer verstärkten Datenerfassung auf diesem Gebiet und begrüßte die Initiative der WHO zur Ausarbeitung eines Aktionsplans.

Allgemeine Gesundheitsversorgung

Ein anderes wesentliches Thema der Beratungen im Plenum war die allgemeine Gesundheitsversorgung.

Die irische Delegation, die im Namen der Europäischen Union das Wort ergriff, hob die Bedeutung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung für die Verwirklichung von mehr Gesundheit hervor und unterstrich, dass diese nur dann wirksam sein könne, wenn sie ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen und Angebote beinhalte und einem ressortübergreifenden Ansatz folge. Die Delegation erklärte, die allgemeine Gesundheitsversorgung müsse zum festen Bestandteil der Entwicklungsagenda nach 2015 werden und könne zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Die Delegation der Schweiz sprach von erheblichen Fortschritten auf dem Weg zu einer allgemeinen Gesundheitsversorgung, verwies aber auch auf ungelöste Fragen wie finanzielle Risiken oder die Notwendigkeit, die sozialen und ökonomischen Determinanten von Gesundheit zusammen mit anderen Politikbereichen gebührend zu berücksichtigen.