Weltgesundheitsversammlung, Tag 3: Kontrollrahmen für die Ernährung von Müttern und Kindern angenommen

Am Mittwoch nahmen die Mitgliedstaaten auf der Weltgesundheitsversammlung einen globalen Kontrollrahmen für die Ernährung von Müttern, Säuglingen und Kleinkindern an. Das Sekretariat der WHO wurde gebeten, Empfehlungen an die Mitgliedstaaten für den Umgang mit unangemessenen Praktiken bei der Vermarktung von Ergänzungsnahrung für noch gestillte Säuglinge und Kleinkinder auszuarbeiten. Es wurde ferner gebeten, die Weiterentwicklung der in diesem Rahmen beschriebenen Indikatoren zu fördern und informelle Konsultationen mit den Mitgliedstaaten über Werkzeuge zur Reaktion auf eine unangemessene Einflussnahme durch die Industrie einzuberufen.

José Graziano da Silva, der Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), nahm an der Diskussion teil und sprach zu den Delegierten. Die FAO und die WHO werden im November 2014 gemeinsam die Zweite Internationale Konferenz zum Thema Ernährung organisieren. Die beiden Organisationen wurden gebeten, dafür zu sorgen, dass andere Organisationen der Vereinten Nationen sowie nichtstaatliche Organisationen, Privatunternehmen und andere Akteure sich an den Beratungen über das Ergebnis der Konferenz beteiligen.

Fachinformationssitzung zum Thema Übergriffe auf Gesundheitspersonal

Die Delegierten sprachen über die zunehmende Zahl von Übergriffen auf Gesundheitspersonal in Konfliktsituationen wie auch unter anderen Umständen. Sie prüften Möglichkeiten für gemeinsames Handeln zur Bewältigung des Problems und bekräftigten die Grundsätze der Unverletzlichkeit von Gesundheitseinrichtungen und der Sicherheit von Gesundheitspersonal.

Globaler Impfaktionsplan

Die Mitgliedstaaten erkannten die Bedeutung von Impfungen für die öffentliche Gesundheit an und brachten bei den Beratungen im Ausschuss A (Gesundheits- und Fachfragen) ihre Unterstützung für den globalen Impfaktionsplan zum Ausdruck. Sie erörterten eine Vielzahl von Herausforderungen auf diesem Gebiet, etwa die niedrige Datenqualität, die hohen Kosten neuer Impfstoffe, das Fehlen einer langfristigen Finanzierung für Impfprogramme, mangelnde personelle Kapazitäten, eine mangelhafte Durchimpfung, den fehlenden Zugang bestimmter Bevölkerungsgruppen zu Impfmaßnahmen und den Einfluss von Impfgegnern. Die Delegierten appellierten an die WHO, auf diesem Gebiet Führungskompetenz zu zeigen, vor allem bei der Kontrolle der globalen Impfstoffvorräte sowie der Zielvorgaben für die Eliminierung und Eradikation von Krankheiten, namentlich bei Masern.

Themen von besonderem Interesse für die Europäische Region

  • Dr. Salidat Kairbekova, Gesundheitsministerin von Kasachstan, und Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, unterzeichneten ein Gastlandabkommen für die Einrichtung eines neuen ausgelagerten Fachzentrums der WHO für primäre Gesundheitsversorgung in Almaty. Die Errichtung dieser Außenstelle des Regionalbüros zielt darauf ab, die Arbeit der Europäischen Region der WHO auf dem Gebiet der Erbringung von Gesundheitsleistungen, insbesondere in der primären Gesundheitsversorgung, auszubauen.
  • In einem bilateralen Treffen mit der Regionaldirektorin erklärte die luxemburgische Delegation, zu den neuen Prioritäten des Gesundheitsministeriums gehörten ein nationaler Plan für das Krankenhauswesen und ein nationaler Aktionsplan gegen Krebs. Gegenstand des Gesprächs waren die Problematik der Haushaltskürzungen in allen Ressorts (einschließlich Gesundheit), die ökonomischen Erkenntnisse für die Investition in Präventionsmaßnahmen im Gesundheitsbereich und die Pläne der luxemburgischen Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union in der zweiten Jahreshälfte 2015.
  • Zsuzsanna Jakab und der portugiesische Gesundheitsminister Paulo Macedo unterzeichneten eine zweijährige Kooperationsvereinbarung, in der das WHO-Regionalbüro für Europa und das Ministerium die gemeinsamen Vorhaben und Prioritäten für den Zeitraum 2014–2015 skizzieren. In den Gesprächen wurde die Arbeit des Ministeriums zur Bewertung der Wirkung gesundheitspolitischer Konzepte anerkannt und als mögliches Vorbild für andere Länder bezeichnet. Der Minister wies darauf hin, dass das Land mit Erfolg die Säuglingssterblichkeit gesenkt habe und dass ein weiteres vorrangiges Anliegen die Prävention und Behandlung von HIV sei.
  • Die Regionaldirektorin dankte der Delegation der Niederlande für die Unterstützung im Bereich der antimikrobiellen Resistenz. Anschließend wurden auch die Arbeit des Regionalbüros im Bereich Gesundheitsinformation sowie die Kooperation mit dem Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) erörtert.
  • In dem Treffen der isländischen Delegation mit Zsuzsanna Jakab ging es u. a. um bevorstehende Ereignisse wie die Anfang Juni in San Marino stattfindende Konferenz für kleine Länder und die für Mitte Juni geplante Tagung von Helsinki über die Umsetzung von „Gesundheit 2020“. Gegenstand des Gesprächs waren auch die Zusammenarbeit des Regionalbüros mit der Europäischen Kommission und ihren Dienststellen und die Prioritäten des Ministeriums – Adipositas (im Rahmen des Themas gesunde Lebensweise), psychische Gesundheit, Gesundheit in allen Politikbereichen und Primärprävention.