Tag 4 der Weltgesundheitsversammlung: Themen von besonderem Interesse für die Europäische Region

  • Generaldirektorin Dr. Margaret Chan und der Präsident der 68. Weltgesundheitsversammlung, Dr. Jagat Prakash, überreichten gestern Auszeichnungen an vier Führungspersönlichkeiten aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit. Drei dieser Auszeichnungen gingen an Organisationen aus der Europäischen Region. Den Sasakawa-Gesundheitspreis erhielt eine polnische Organisation, die sich erfolgreich für Geburten unter würdigen Bedingungen einsetzt. Der Gesundheitspreis der Vereinigten Arabischen Emirate wurde an die ebenfalls polnische Organisation „Akogo?" verliehen, die Kindern mit traumatischen Hirnverletzungen eine kostenlose Rehabilitationsbehandlung anbietet. Der Dr.-Jong-wook Lee-Gedächtnispreis für öffentliche Gesundheit ging an die in Nikosia (Zypern) ansässige Thalassaemia International Federation. Diese setzt sich für das Überleben und die Lebensqualität von Thalassämie-Patienten ein.
  • Am 21. Mai trafen sich die Vertreter von 17 Mitgliedstaaten der Europäischen Region der WHO sowie der Europäischen Union, um einen Vorschlag für einen Beschluss zu Ebola zu entwerfen. Ihre Arbeit kam gut voran und führte zur Klärung von Fragen zum Prüfungsauftrag, zur Prüfungskommission für die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV), zur Bewertung der Kernkapazitäten für die IGV, zum Krisenmanagement der WHO, zur Achtung des Völkerrechts und zur Flexibilität des Notfallfonds. Die Erörterungen werden am 22. Mai fortgesetzt. 
  • Im Ausschuss A äußerten sich die Delegierten vieler Länder zur Prävention, Überwachung und Bekämpfung der Poliomyelitis.  In einer von der norwegischen Delegation im Namen aller Mitgliedstaaten der Europäischen Region verlesenen Erklärung wurde dieser Prozess nachdrücklich unterstützt und der April 2016 genannt als Frist für die letztmalige Nutzung der Typ-2-Komponente der Schluckimpfung  sowie die Einführung des inaktivierten Poliovirus-Impfstoffs in allen Ländern. Weitere von Mitgliedstaaten der Europäischen Region angesprochene Themen waren die epidemiologische Überwachung von Kriegsgebieten, die Vorratshaltung an Typ-2-Polio-Impfstoffen und die Finanzierung der Polio-Eradikation.  Dieser Tagesordnungspunkt wurde zur weiteren Beratung ausgesetzt.
  • Eine Fachinformationsveranstaltung am 21. Mai war der globalen Finanzierungseinrichtung für den Abbau der Kinder- und Müttersterblichkeit gewidmet. Diese wird im Juli 2015 in Äthiopien lanciert werden und 63 Ländern mit niedrigem bis mittlerem Volkseinkommen zur Verfügung stehen, damit bis 2030 koordinierte Aktivitäten gesichert und die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung erreicht werden können. Drei Länder aus der Europäischen Region können Mittel aus diesem Topf beantragen: Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan. Die Finanzierung und Unterstützung gilt dem Gesundheitssystem samt Prävention, primärer Gesundheitsversorgung, Familienplanung, Ernährung und standesamtlichen sowie vitalstatistischen Systemen der Länder.  Federführend ist die Global Financing Facility Investors Group, zu der Geberländer (Norwegen, Kanada, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten von Amerika), nichtstaatliche Organisationen, Zivilgesellschaft, Fachorganisationen, Privatwirtschaft und Stiftungen zählen. Das Sekretariat ist bei der Weltbank angesiedelt.