Weltgesundheitsversammlung will Ausrichtung der WHO für die nächsten fünf Jahre bestimmen

WHO

Die 71. Weltgesundheitsversammlung findet vom 21. bis 26. Mai 2018 in Genf statt. Auf der Tagung dieses Entscheidungsgremiums der WHO werden auch in diesem Jahr Delegationen aus Ländern in aller Welt über konkrete, vom Exekutivrat der WHO vorbereitete Gesundheitsthemen beraten und Beschlüsse treffen.

Die diesjährige Weltgesundheitsversammlung dürfte von besonderem Interesse sein, da ein zentraler Punkt auf der Tagesordnung das 13. Allgemeine Arbeitsprogramm 2019–2023 (GPW 13) ist. Dieser Entwurf beinhaltet die Zukunftsvision und die strategische Ausrichtung für die Organisation, die im Falle einer Annahme durch die Mitgliedstaaten die Arbeit der WHO in den kommenden Jahren prägen werden. In dem Entwurf wird der Auftrag der WHO in drei prägnanten Punkten zusammengefasst:

  • Verbesserung der Gesundheit;
  • Sicherheit für die Welt; und
  • Hilfe für die Schwächsten.

Im GPW 13 werden auch drei strategische Prioritäten festgelegt:

  • Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung;
  • Bewältigung gesundheitlicher Notlagen; und
  • eine gesündere Bevölkerung.

Diese werden von einer Reihe geplanter strategischer und operativer Veränderungen begleitet. Zu den übergeordneten Themen des GPW 13 gehören die Hervorhebung und Stärkung der Arbeit in den Ländern und die Einbeziehung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) in die Arbeit in sämtlichen Handlungsfeldern der WHO.

Die Mitgliedstaaten erhalten auf der Weltgesundheitsversammlung die Gelegenheit, das GPW 13 zu prüfen, zu diskutieren und letztendlich über seine Annahme zu entscheiden.

Tagesordnung umfasst Vielzahl von Gesundheitsthemen

Neben der wesentlichen Debatte über das GPW 13 wird die Weltgesundheitsversammlung sich mit einer Reihe von Resolutionen über ein breites Spektrum wichtiger Gesundheitsthemen befassen: die Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005); die Arbeit der WHO zur Bewältigung gesundheitlicher Notlagen; die Endphase der globalen Bemühungen zur Beendigung der Poliomyelitis, die sich nun ihrem Endziel nähert; umweltbedingte Risikofaktoren für die Gesundheit; der Zugang zu Arzneimitteln; die Vorbereitungen auf die bevorstehenden Tagungen auf hoher Ebene über nichtübertragbare Krankheiten und Tuberkulose; mobile Gesundheit (m-Gesundheit); und die Förderung von Bewegung für Gesundheit.

Die Delegationen erhalten die Gelegenheit zur Diskussion und in vielen Fällen zur Schaffung eines Konsenses über globale Handlungskonzepte und Maßnahmen in den einzelnen Schwerpunktbereichen.

Eine Reihe von Fachinformationssitzungen auf der Weltgesundheitsversammlung wird sich mit ausgewählten Gesundheitsthemen wie der primären Gesundheitsversorgung und der Rolle von Parlamentariern bei der Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und der Herstellung globaler Gesundheitssicherheit befassen.

Darüber hinaus organisiert das WHO-Regionalbüro für Europa eine Reihe weiterer Veranstaltungen:

  • eine Nebenveranstaltung über die Tätigkeit der WHO in Rumänien (Mittwoch, 23. Mai 2018, 13.00–14.20 Uhr, Saal XXIII, Palais des Nations);
  • eine Gelegenheit für die Teilnehmer, mehr darüber zu erfahren, wie das Regionalbüro die Umsetzung der SDG vorantreibt, und einen Meinungsaustausch über die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung durch die Länder zu halten (Mittwoch, 23. Mai 2018, 08.30–13.00 Uhr MESZ, Salle des Pas Perdus, Palais des Nations); und
  • „Alma-Ata wird 40“, eine Podiumsdiskussion, in der die Teilnehmer zusammen mit Experten einen Meinungsaustausch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der primären Gesundheitsversorgung halten können (Mittwoch, 23. Mai 2018, 11.00–11.30 Uhr MESZ, Salle des Pas Perdus, Palais des Nations).

Ein Meilenstein erreicht

Die diesjährige Weltgesundheitsversammlung findet vor dem Hintergrund der Erreichung eines großen Meilensteins für die WHO statt: dem 70. Jahrestag ihrer Gründung. Am 7. April 1948 wurde die Organisation auf dem Grundsatz gegründet, dass Gesundheit ein Menschenrecht ist und alle Menschen ein Anrecht auf ein Höchstmaß an Gesundheit haben.

Dieser Anspruch, mehr Gesundheit für alle überall auf der Welt zu schaffen, war seitdem das Leitbild der Arbeit der WHO und ist in dem Entwurf des Allgemeinen Arbeitsprogramms verankert, der die Arbeit der Organisation prägen wird. Die diesjährige Weltgesundheitsversammlung ist die erste seit der Wahl von Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus zum Generaldirektor der WHO.

Die Delegation des WHO-Regionalbüros für Europa auf der Weltgesundheitsversammlung wird unter der Leitung von Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, stehen. Mit Unterstützung durch ihre Kollegen wird Dr. Jakab auf der sechstägigen Veranstaltung eng mit den Delegationen aus den Ländern der Europäischen Region zusammenarbeiten.

Beteiligung und Mitverfolgung

Die Woche beginnt am 20. Mai 2018 festlich mit einer kostenlosen Veranstaltung in Genf mit dem Titel „Verwirklichung der Vorsätze: Gesundheit für alle als Herausforderung“. Beobachter außerhalb von Genf werden gebeten, sich zu beteiligen, indem sie in den sozialen Medien davon berichten, was sie tun, um ein gesünderes Leben zu fördern.

Die Beratungen der Weltgesundheitsversammlung werden live im Internet übertragen, und wie in den vergangenen Jahren wird World Health + Social Good Live-Interviews mit Experten direkt von der Veranstaltung übertragen. Diese werden vom 22. bis 24. Mai 2018 jeweils um 16.00 Uhr MESZ auf Facebook und Twitter eingestellt. Unter dem Hashtag #WHA71 können Sie die Beratungen online verfolgen oder sich an der Diskussion beteiligen.