Höhepunkte von Tag 3 des RC64: Aktionspläne für das Impfwesen und die Prävention von Kindesmisshandlung beschlossen

WHO/Franz Henriksen

Gesundheitssysteme für Gesundheit und Wohlstand im Kontext von Gesundheit 2020: Folgetagung zur Charta von Tallinn (2008)

Die Charta von Tallinn: Gesundheitssysteme für Gesundheit und Wohlstand ware ein Bekenntnis der Mitgliedstaaten zur Leistungsverbesserung ihrer Gesundheitssysteme.
2013 berief das Regionalbüro in Estland eine Folgetagung ein, um neue Methoden zur Verbesserung der Bevölkerungsgesundheit zu erkunden, anregende Beispiele der Stärkung von Gesundheitssystemen auszutauschen und sich auf die künftige Ausrichtung zu verständigen, in der die Zusagen aus der Charta von Tallinn und „Gesundheit 2020“ miteinander verwoben werden.

Der Direktor der Abteilung für Gesundheitssysteme und öffentliche Gesundheit Dr. Hans Kluge nannte vier zentrale Aufgaben, die sich auf der Tagung ergeben hätten:

  • die Arbeit für eine personenzentrierte, koordinierte und integrierte Versorgung,
  • die Sicherung eines quantitativ und qualitativ ausreichenden Gesundheitspersonals,
  • die stärkere Betonung der öffentlichen Gesundheit in der Leistungserbringung, gerade auch in Gefängnissen,
  • die Nutzung von E-Gesundheit.

Weitere Arbeit sei erforderlich, bis ein ganzheitlicher, systemweiter gesundheitspolitischer Ansatz verfolgt werden könne, der Patienten zu Maklern ihrer eigenen Gesundheit und Gesundheitshelfern an vorderster Front mache.
Das Regionalbüro arbeite daran, Grundsatzoptionen zu entwickeln, welche die Nachhaltigkeit der Gesundheitssysteme trotz alternder Bevölkerungen und kriselnder Pensionskassen sichere. Das Regionalbüro werde einen endgültigen Bericht über die Umsetzung der Charta von Tallinn 2015 veröffentlichen.

Die Mitgliedstaaten drückten ihre Anerkennung für die Arbeit der WHO in diesem Bereich aus.

Internationale Jubiläumskonferenz zum 35. Jahrestag der Erklärung von Alma-Ata über die primäre Gesundheitsversorgung

Der Direktor der Abteilung für Gesundheitssysteme und öffentliche Gesundheit Dr. Hans Kluge nannte die Erklärung von Alma-Ata eine zeitlose Vision für die primäre Gesundheitsversorgung, die ihrer Zeit weit voraus gewesen sei, und skizzierte die vereinbarten prioritären Maßnahmen zur Neubelebung der primären Gesundheitsversorgung:

  • Leistungserbringung im gesamten Lebensverlauf auf der Grundlage der persönlichen Bedürfnisse unter Berücksichtigung der Zusammenhänge zwischen Gesundheits- und Sozialwesen,
  • Integration des öffentlichen Gesundheitsdienstes sowie der sekundären und tertiären Versorgung in die primäre Gesundheitsversorgung,
  • erhöhte Wertschätzung für das Personal in der primären Gesundheitsversorgung und kontinuierliche Fortbildung gleich nach der Ausbildung,
  • angemessene Finanzausstattung, besserer Zugang zu unentbehrlichen Arzneimitteln und bessere Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologie.
Die Gesundheitsministerin Kasachstans Dr. Salidat Kairbekova hob das Engagement ihres Landes für den Ausbau der primären Gesundheitsversorgung hervor, das sich sowohl in der Einladung von Gesundheitsexperten zu  Jubiläumstagungen anlässlich der Erklärung von Alma-Ata als auch in der Eröffnung eines Fachzentrums zur gleichen Thematik in Almaty zeige. Mit Unterstützung durch die WHO und Partner wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) verbessere Kasachstan jetzt die Ausbildung des Personals für die primäre Gesundheitsversorgung in abgelegenen Gebieten und betone die gemeinsame Verantwortung für die Gesundheit für alle Bürger.

Mehrere Länder unterstützten die Stärkung des Konzepts und sagten, sie seien selbst fest zu seiner Weiterentwicklung entschlossen.

Europäische Ministerkonferenz der WHO über die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten im Kontext von Gesundheit 2020

Die Erklärung von Aschgabat ist ein wesentliches Ergebnis der Konferenz, die in der turkmenischen Hauptstadt im Dezember auf Einladung der Regierung Turkmenistans durchgeführt wurde.
In der Erklärung sind drei Bereiche des Engagements gegen nichtübertragbare Krankheiten genannt, die vollkommen mit Gesundheit 2020 und dem globalen Aktionsplan für die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten harmonieren: gesamtstaatliches Handeln und beschleunigte Maßnahmen auf nationaler Ebene, u. a. zum Schutz heutiger und künftiger Generationen vor den verheerenden Folgen des Tabakkonsums.

Der Direktor der Abteilung für nichtübertragbare Krankheiten und Lebensverlauf erläuterte, dass obwohl 50 der 53 Mitgliedstaaten der WHO in der Europäischen Region das Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs ratifiziert hätten, hier immer noch der weltweit höchste Raucheranteil an der Bevölkerung zu finden sei.
Das Rahmenübereinkommen werde verbal zwar stark unterstützt, doch real viel weniger umgesetzt. Das Ziel der globalen Ebene laute Reduktion des Tabakkonsums Erwachsener um 30% bis 2025, das Ziel der Region sei es, diese für die nach 2000 geborenen Generationen gänzlich tabakfrei zu machen.

Die Stellvertretende Ministerin für Gesundheit und pharmazeutische Industrie Turkmenistans Dr. Leyla Shamuradova betonte, dass die Erklärung nicht bloße Theorie sei, sondern Vorschläge für konkrete Maßnahmen enthalte, die in ihrem Land bereits angewendet würden. Die Stellvertretende Gesundheitsministerin dankte der WHO ihre anhaltende Unterstützung und für die Auszeichnung Turkmenistans aus Anlass des Weltnichtrauchertags und stellte dazu fest, dass in ihrem Land der Anteil der Raucher an der Bevölkerung mit 8% der niedrigste der Region sei, und dass Turkmenistan das erste Land sein wolle, wo die Raucherquote unter 5% sinkt.

Das Regionalkomitee stellte sich hinter die Erklärung von Aschgabat über die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten im Kontext von Gesundheit 2020.

Europäischer Impfaktionsplan (2015–2020)

Das Regionalkomitee nahm den Aktionsplan an.

Die Stellvertretende Direktorin der Abteilung Übertragbare Krankheiten, Gesundheitssicherheit und Umwelt Dr. Nedret Emiroglu erläuterte, dass einige Bevölkerungsgruppen unterversorgt seien und es auch Impfverweigerer gebe, sodass die Region immer noch von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten bedroht werde.Das Regionalbüro habe den Europäischen Impfaktionsplan erarbeitet, um Mitgliedstaaten sowie andere Akteure und Partner für das langfristige Ziel zu gewinnen: Eine Europäische Region ohne impfpräventable Krankheiten, in der alle Länder ihren Bürgern während des gesamten Lebensverlaufs einen chancengleichen Zugang zu hochwertigen, sicheren und bezahlbaren Impfstoffen und Impfmaßnahmen gewähren.

Der Aktionsplan verfolge sechs Zielsetzungen:

  • Erhaltung der Zertifizierung als poliofrei,
  • Eliminierung von Masern und Röteln,
  • Bekämpfung von Hepatitis B,
  • Erfüllung der Zielvorgaben für die Durchimpfung auf allen Verwaltungsebenen in der Europäischen Region,
  • Evidenzbasierte Entscheidungsprozesse über die Einführung neuer Impfstoffe,
  • Gewährleistung der finanziellen Nachhaltigkeit der nationalen Impfprogramme.

Der Plan sei in mündlichen und schriftlichen Konsultationen mit vielen Akteuren und Partnern entwickelt worden, u. a. mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), der Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI) und der Europäischen Kommission.

Der Vorsitzende des Europäischen Beirats für Immunisierungsfragen (ETAGE) Prof. Pierre van Damme nannte Immunisierung das Rückgrat jedes gut funktionierenden Gesundheitssystems, sprach von der Notwendigkeit einer Wiederbelebung des Impfwesens und hob die Bedeutung nationaler Beratergruppen zu Impffragen sowie guter Politiksteuerung hervor. Der Aktionsplan fördere spielentscheidende Strategien wie die Nutzung neuartiger Technologien für elektronische Register und neue Methoden.

Fachsitzung zum Thema Gesundheitssysteme in der Europäischen Region

In der Fachsitzung wurden aktuelle und künftige Gesundheitsinformationssysteme sowie die angemessene Erhebung und Nutzung von Daten in der Europäischen Region thematisiert.

Die Direktorin der Abteilung Information, Evidenz, Forschung und Innovation Dr. Claudia Stein schilderte die seit der Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen Europäischer Kommission und Regionalbüro im Jahr 2010 erzielten Fortschritte in gemeinsamen Maßnahmen, zu denen das Europäische Gesundheitsinformationssystem zähle. 2012 habe die Europäische Gesundheitsinformations-Initiative ihre Arbeit aufgenommen, die sich auf fünf zentrale Bereiche konzentriere, in denen wissenschaftliche Erkenntnisse besser mit wirksamen Konzepten verknüpft werden sollten. Außerdem öffne das Regionalbüro nun ein neues Internetportal, durch das die Politikgestaltung nützliche Daten und Informationen jetzt aus einer Hand erhalten könne.

Neben Frau Dr. Stein äußerten sich auch Vertreter der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher der Europäischen Kommission, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Wellcome-Stiftung. Das Regionalbüro, die Europäische Kommission und die OECD arbeiten an einem einzigen, gemeinsamen Gesundheitsinformationssystem.

Das Publikum der Sitzung bestand aus Vertretern von rund 20 Mitgliedstaaten, vier internationalen Organisationen und einer nichtstaatlichen Organisation.

Während der Erörterungen drückten sie Unterstützung für die Aktivitäten der internationalen Organisationen aus und interessierten sich für die nächsten Schritte im Ausbau des Europäischen Informationssystems. Die Russische Föderation bot an, 2015 ein Herbstseminar über Gesundheitsinformationen und -erkenntnisse auszurichten.

Fachinformationssitzung über das Pflege- und Hebammenwesen

Die Veranstaltung befasste sich mit der Frage, wie das Leistungspotenzial im Pflege- und Hebammenwesen maximiert und im Hinblick auf die Umsetzung von „Gesundheit 2020“ optimiert werden kann. Grundlage für die Diskussion bildeten die Strategischen Leitlinien für das Pflege- und Hebammenwesen im Rahmen von „Gesundheit 2020“ und die Sammlung guter Praktiken in Krankenpflege und Geburtshilfe.
Beide gäben den Mitgliedstaaten fachliche Orientierungshilfe, indem sie Verbesserungsmöglichkeiten für das Arbeitskräfteangebot, die Berufsausbildung, die Arbeitsbedingungen und die Stärkung der Gesundheitseinrichtungen auf Ebene der Länder, Regionen und Institutionen aufzeigten.

An der Podiumsdiskussion, die sich mit Praxis und Entwicklungen im Pflege- und Hebammenwesen in den Ländern befasste, nahmen Vertreter Finnlands, Israels, des Vereinigten Königreichs, des International Council of Nurses und der EU-Kommission teil. Das Podium kam zu Schlussfolgerungen über die Notwendigkeit, den Ausbildungsstand von Pflegefachkräften und Hebammen zu verbessern, die Führungsgremien der Berufsverbände des Pflege- und Hebammenwesens auf allen Ebenen des Gesundheitswesens einzubinden, die Berufsstände generell zu stärken und ihre Sichtweise in Bezug auf Maßnahmen zur Umsetzung von „Gesundheit 2020“ einzubeziehen. All dies könne letztendlich zu einer Stärkung der Gesundheitsversorgung und zu mehr Kosteneinsparungen beitragen.

In Kinder investieren

Das Regionalkomitee erörterte die Strategie der Europäischen Region zur Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und den Aktionsplan zur Prävention von Kindesmisshandlung (2015–2020) und nahm sie an.

Dr. Gauden Galea, Direktor der Abteilung Nichtübertragbare Krankheiten und Lebensverlauf, erläuterte die Vision hinter der Strategie: „Wir haben eine Vision entworfen, nach der Kinder einen sichtbaren Platz haben und versorgt werden, keine Armut leiden, enge Bande mit liebevollen Eltern haben, in den ersten Lebensmonaten ausschließlich gestillt werden und eine ausreichende Schulbildung erhalten, um sie zu funktionsfähigen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen.“

Der Aktionsplan zur Prävention von Kindesmisshandlung enthalte erschreckende Zahlen über Missbrauch und Vernachlässigung in allen Teilen der Europäischen Region, wobei über 90% der Fälle unentdeckt blieben. Zwar seien Lösungen schwer zu finden, doch enthalte der Aktionsplan u. a. folgende Ziele zur Umkehr des Trends: Sensibilisierung für das Thema Kindesmisshandlung durch Berichte und Studien, Verschärfung der Gesetze gegen körperliche Züchtigung, Maßnahmen zur Verringerung der Risiken und zur Verbesserung der Erziehungskompetenz junger Eltern durch Schulungen.

In der anschließenden Diskussion begrüßte der Delegierte Italiens, der im Namen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union das Wort ergriff, die Strategie und den Aktionsplan, warf aber die Frage auf, ob die Zielvorgabe, die Prävalenz von Kindesmisshandlung und Tötungsdelikten an Kindern bis 2020 um 20% zu senken, für die Europäische Region als Ganzes gelte. Falls dies so sei, müsse es im Aktionsplan explizit zum Ausdruck kommen.

Norwegen begrüßte, dass die WHO gezeigt habe, wie sie Investitionen in junge Menschen für die Volkswirtschaften der betreffenden Länder auch auszahlten. „Wir können uns einen Verzicht auf Investitionen in die nächste Generation nicht leisten.“

Der Repräsentant des UNICEF nannte die Strategie und den Aktionsplan visionär und zeitlich passend, äußerte sich aber besorgt darüber, dass trotz rückläufiger Kindersterblichkeit die Ungleichgewichte zwischen Ländern und Bevölkerungsgruppen weiter bestünden.

Eine Sprecherin, die für mehrere nichtstaatliche Organisationen – u. a. die European Public Health Alliance, Eurochild, das National Roma Centrum und die International Planned Parenthood Federation – das Wort ergriff, rief zu konkretem Handeln auf und wies auf die Notwendigkeit einer institutionellen Versorgung von Kindern mit Migrationshintergrund oder für besonders gefährdete Kinder, etwa Kinder mit besonderen Bedürfnissen, hin. Sie brachte die uneingeschränkte Unterstützung der genannten nichtstaatlichen Organisationen für die Strategie und den Aktionsplan zum Ausdruck.

Der Vertreter der International Federation of Medical Students’ Associations forderte die Mitgliedstaaten dringend auf, in Fragen der Gesundheit junger Menschen eben diese Altersgruppe konkret einzubeziehen.

Europäischer Aktionsplan Nahrung und Ernährung (2015–2020)

Das Regionalkomitee erörterte den Aktionsplan.

Dr. Gauden Galea, Direktor der Abteilung Nichtübertragbare Krankheiten und Lebensverlauf, erklärte, dass in allen Ländern der Europäischen Region die von der WHO empfohlene tägliche Salzzufuhr und in 48 Ländern die empfohlene Höchstmenge an gesättigten Fetten überschritten werde: „Selbst bei bescheidenen Zielen geben diese Zahlen Anlass zur Besorgnis für die Zukunft.“

Der Aktionsplan verfolge umfassende Ziele, die mit „Gesundheit 2020“ verknüpft seien, und verfolge als zentrale Zielsetzung die Herstellung eines chancengleichen Zugangs zu gesunder Ernährung. Er ziele über die Ernährungspolitik hinaus und verstärkt auf Chancengleichheit und Menschenrechte ab. „Wir müssen auch Wege zum Handeln finden, wenn Erkenntnisse noch gewonnen werden und nicht gänzlich gesichert sind“, fügte Dr. Galea hinzu.

Zu den zentralen Elementen des Aktionsplans gehörten:

  • Förderung des Stillens
  • Verringerung der Nutzung von Transfettsäuren
  • Beschränkung der Vermarktung von Lebensmitteln an Kinder
  • Salzreduktion
  • Schulmahlzeiten
  • Ernährungsberatung im Rahmen der primären Gesundheitsversorgung
  • Unterstützung beim Adipositas-Management
  • Verbesserte Beobachtung und Überwachung

Das WHO-Regionalbüro für Europa sei allen Mitgliedstaaten für ihre fachlichen und politischen Beiträge zur Ausarbeitung des Aktionsplans dankbar. Ein besonderer Dank gelte Österreich für die Ausrichtung der Konferenz in Wien im Juli 2013, auf der der Aktionsplan angenommen wurde.

Evelin Ilves, die Gattin des Staatspräsidenten von Estland und Vorkämpferin für Gesundheit bei der Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten in der Europäischen Region der WHO, hob anerkennend hervor, der Aktionsplan enthalte alle Aspekte, die zur Förderung einer ausgewogenen Ernährung wichtig seien. Es gelte, ein gesundes Ernährungsumfeld für Kinder zu schaffen und schon während der Kindheit gesunde Essgewohnheiten zu verankern: „Dazu müssen wir dafür sorgen, dass die Botschaften in Bezug auf gesunde Ernährung, die die Kinder zu Hause und in der Schule erhalten, einander nutzbringend ergänzen.“ Der Aktionsplan fordere zurecht eine Verstärkung der Gesundheitssysteme mit dem Ziel, durch evidenzbasierte Informationen über Ernährung, Beispiele vorbildlicher Praxis und konkrete Empfehlungen eine gesunde Ernährung zu fördern.

Prof. Pamela Rendi‐Wagner, Vertreterin Österreichs im SCRC, erklärte, die Regierungen müssten Handlungskonzepte für Ernährung und für damit verbundene Bereiche wie Landwirtschaft, Handel, Bildung, Finanzen und Wirtschaft einführen bzw. stärken.

In der Aussprache signalisierten mehr als zehn Länder ihre Zustimmung zu dem Aktionsplan Nahrung und Ernährung. Frankreich wies eindringlich darauf hin, dass in den Strategien die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden müsse, damit einkommensschwache Gruppen am meisten von ihr profitierten.
Die Türkei forderte von den Mitgliedstaaten eine stärkere Beteiligung an dem Aktionsplan und mehr Unterstützung.

Partnerschaften für Gesundheit in der Europäischen Region der WHO

Der Tag schloss mit einer Podiumsdiskussion über die Koordinierung der Unterstützung verschiedener Organisationen der Vereinten Nationen für die Länder. Cihan Sultanoglu, Regionaldirektorin des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) und Vorsitzende des Regionalen Teams der Gruppe der Vereinten Nationen für Entwicklungsfragen, erklärte, die Vereinten Nationen strebten an, in den Ländern etwas zu bewirken, und die Länderbüros der WHO beteiligten sich aktiv an der Arbeit der Länderteams der Vereinten Nationen: „Wir nutzen das Mandat der jeweils anderen Organisationen, um die Regierungen wirksamer unterstützen und das Leben der betroffenen Menschen verbessern zu können.“

In einer Podiumsdiskussion, an der neben Vertretern Kasachstans, Monacos, der Republik Moldau und Turkmenistans auch Frau Sultanoglu und Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, teilnahmen, wurden Beispiele für Kooperationen zwischen Organisationen der Vereinten Nationen in einzelnen Ländern geschildert.

Höhepunkte für Donnerstag

  • Angelegenheiten, die sich aus Resolutionen und Beschlüssen der Weltgesundheitsversammlung ergeben
  • Fortschrittsberichte zu den Themen HIV/Aids, Alkoholkonsum, Verletzungsprävention, Prozess Umwelt und Gesundheit in Europa, Gesundheit und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und Antibiotikaresistenz.