Allgemeine Gesundheitsversorgung Thema der Europäischen Entwicklungstage

Erik Luntang

Ziele für nachhaltige Entwicklung standen im Fokus der Europäischen Entwicklungstage vom 15. bis 16. Juni 2016

Während der Europäischen Entwicklungstage, die am 15. und 16. Juni 2016 in Brüssel stattfanden, führte die WHO gemeinsam mit der Europäischen Kommission und dem luxemburgischen Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten eine Veranstaltung durch. Sie stand unter dem Motto „Stärkung der guten Organisationsführung und der Effektivität der Hilfe mit dem Ziel der Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung" und ermöglichte Einblicke in die diesbezügliche Partnerschaft zwischen der Europäischen Union, Luxemburg und der WHO.

Diese unterstützt gezielt gesundheitspolitischen Dialog, Gesundheitsfinanzierung und eine effektive Entwicklungszusammenarbeit mit 28 Ländern aus dem englisch- und französischsprachigen Afrika, mit Südostasien sowie mit Zentralasien und Osteuropa.
Die Veranstaltung ermöglichte ein besseres Verständnis dafür, warum es wichtig ist, gute Führung im Gesundheitsbereich und gesundheitspolitische Dialoge zu unterstützen. Vertreter der Gesundheitsministerien Senegals und der Demokratischen Republik Kongo berichteten von zentralen Erfolgen der Partnerschaft in ihren Ländern.

Dörfliche Gemeinschaften im Senegal und in der Demokratischen Republik Kongo erreicht

„Diese Partnerschaft hat uns die erforderlichen Impulse gegeben, die bedürftigen Gemeinschaften in ihrem eigenen Umfeld aufzusuchen und dringend benötigte Überprüfungen des regionalen Gesundheitssektors durchzuführen," sagte Dr. Farba Lamine Sall, Direktor des Büros des senegalesischen Gesundheitsministers.

Dr. Sall erläuterte wie die Partnerschaft eine bessere Koordinierung zwischen nationalen, regionalen und lokalen Gesundheitsbehörden ermöglicht habe. Die Überprüfungen des regionalen Gesundheitssektors unter Beteiligung des Gesundheitswesens, der Gesellschaft und der Umsetzer vor Ort wurden als zentrales Instrument bezeichnet, mit dem unterschiedliche Akteure in der Erbringung der Gesundheitsversorgung stärker und sinnvoller eingebunden werden können.

Aufgrund ihres Erfolgs sind derartige Überprüfungen jetzt fester Bestandteil der Gesundheitsplanung in Senegal. Das habe zu besserer operativer Planung auf Ebene der Region, stärkerer gemeinsamer Planung der regionalen Behörden und Entwicklungspartner sowie einer zielstrebigeren Umsetzung geführt.

„Wir hoffen, in den kommenden zwei Jahren, in sämtlichen 26 Provinzen Schulungsangebote vor Ort machen zu können. Die Rückmeldungen waren so positiv, dass auch derzeit noch nicht betreute Provinzen jetzt ein solches Angebot fordern," sagte Dr. Ahadi Simbi, Berater der Planungsabteilung im Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo.

In der Demokratischen Republik Kongo half die Partnerschaft dabei, das Hauptaugenmerk auf die regionale Ebene zu verlagern. Trotz Dezentralisierung steht das Gesundheitssystem dort aufgrund geografischer wie demografischer Aspekte vor großen Herausforderungen, wenn es die allgemeine Gesundheitsversorgung auf dem gesamten Staatsgebiet und für die gesamte Bevölkerung sichern soll. In diesem Umfeld fällt den Provinzbehörden eine entscheidende Rolle zu.

Die Partnerschaft hat die Dezentralisierung des Gesundheitssektors in der Demokratischen Republik Kongo unterstützt, indem es gezielt Schulungen für die Gesundheitsbehörden der Provinzen angeboten hat. Dies war extrem erfolgreich und es liegen Zusagen für eine weitere Unterstützung durch andere Geber sowie Pläne zur Ausweitung auf derzeit nicht erfasste Provinzen vor.

#HealthForAll

Die WHO beteiligte sich an einem Stand, der die Erfolge der Partnerschaft und das Ziel der allgemeinen Gesundheitsversorgung im Rahmen der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) vorstellte. Verschiedene Aktivitäten der Kampagne #HealthForAll wiesen pointiert darauf hin, dass Gesundheit eine wesentliche Komponente der Ziele für nachhaltige Entwicklung ist, dass Gesundheit sich auf andere Ziele auswirkt und dass Gesundheit ein verlässliches Maß für den Fortschritt einer nachhaltigen Entwicklung insgesamt ist.

Die Europäischen Entwicklungstage

In diesem Jahr handelten die Europäischen Entwicklungstage in erster Linie von der Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und die 17 mit ihr verknüpften Ziele, welche die Staats- und Regierungschef der Welt im September 2015 annahmen. In SDG 3 („Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern") wird Gesundheit als eigenständiges erstrebenswertes Ziel festgeschrieben. Dieses Ziel umfasst auch das Erreichen einer allgemeinen Gesundheitsversorgung. Damit ist auch in ihm das Prinzip „niemanden zurücklassen" verkörpert, das für alle SDG gilt.
Während der Europäischen Entwicklungstage beteiligten sich über 5000 Teilnehmer von rund 1200 Organisation aus dem Entwicklungsbereich an mehr als 120 Haupt- und Nebenveranstaltungen.