Gesundheit als Menschenrecht

WHO Representative to the EU reads article 25 of the Universal Declaration on Human Rights

UNRIC

Im Jahr 1948 wurde die WHO gegründet – im gleichen Jahr, in dem die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommen wurde. Am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, begeht die Weltgemeinschaft den 70. Jahrestag dieser zentralen Erklärung, welche der Arbeit der WHO in vielfacher Weise zugrunde liegt.

Die Satzung der WHO besagt: „Es ist eines der Grundrechte jedes Menschen ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Lage, sich einer möglichst guten Gesundheit zu erfreuen.“ Darüber hinaus definiert sie Gesundheit als einen „Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens“ und legt die Verantwortung der Regierungen für die Gesundheit ihrer Völker dar, der „sie nur durch geeignete Maßnahmen auf dem Gebiet des Gesundheits- und Sozialwesens nachkommen“ können. Diese Formulierungen dienten als Inspiration für die Ausarbeitung der in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verwendeten Formulierungen zur Gesundheit.

Das Konzept „Gesundheit für alle“ als ein Menschenrecht diente in den letzten 70 Jahren als Leitbild der Arbeit der WHO. Die Organisation ist in vielen Bereichen tätig, von der kommunalen bis hin zur globalen Ebene, um das Recht jedes Einzelnen auf Gesundheit zu fördern: gemeinsam mit kommunalen Gemeinschaften entwickelt sie Wassersicherheitspläne, sie bewertet die Qualität der institutionellen Betreuung von Menschen mit geistigen Behinderungen, sie erstellt Leitlinien zur Luftqualität, sie gewährleistet, dass Impfstoffe sicher und wirksam sind, sie fördert den Zugang zur HIV-Behandlung, sie unterstützt eine Reform der Gesundheitssysteme hin zu mehr Bürgernähe, sie stärkt Kapazitäten zur Bekämpfung gesundheitlicher Bedrohungen, sie unterstützt den Kapazitätsausbau im Gesundheitswesen, um gegen Gewalt gegen Frauen vorzugehen, sie fördert die Umsetzung eines soliden rechtlichen Rahmens zur Beendigung des Tabakkonsums, sie baut das Angebot im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit aus und ist auf vielfache andere Weise tätig.

Anlässlich des diesjährigen Weltgesundheitstages erklärte die WHO-Regionaldirektorin für Europa, Dr. Zsuzsanna Jakab: „Das Konzept der allgemeinen Gesundheitsversorgung ist ganz einfach: Sie soll alle Menschen in die Lage versetzen, die jeweils benötigten hochwertigen Gesundheitsleistungen in Anspruch zu nehmen, ohne in finanzielle Not zu geraten. Sie ist ein grundlegendes Menschenrecht, eine Vision, die die WHO in Partnerschaft mit den Ländern seit ihrer Gründung vor 70 Jahren verfolgt.“

In Brüssel setzen sich WHO und andere Organisationen der Vereinten Nationen für Menschenrechte ein

In Brüssel fand anlässlich des 70. Jahrestags der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte eine denkwürdige Feier statt, in deren Rahmen die Kunstinstallation „Enlightened Universe“ eingeweiht wurde, welche die gemeinsamen Werte der Solidarität und der gemeinsamen Verantwortung repräsentiert. Ende Oktober kamen WHO, andere Organisationen der Vereinten Nationen und die Partnerorganisationen der Europäischen Union (EU) zusammen, um die im Jahr 2015 von dem spanischen Künstler Cristóbal Gabarrón entworfene Installation offiziell zu eröffnen. Die Installation war am Rond-Point Schuman, im Zentrum des Brüsseler Europa-Viertels, zu sehen.

Auf diese Veranstaltung folgte vom 19. bis 23. November eine vom Europäischen Parlament erstmals ausgerichtete Menschenrechtswoche. In deren Rahmen stellte ein interaktiver Stand der Vereinten Nationen Informationen über Menschenrechte und die Ziele für nachhaltige Entwicklung bereit. An dem Stand hatten die Mitglieder des Parlaments wie auch Bedienstete der Vereinten Nationen und EU-Beamte die Möglichkeit, ihre Antwort auf die Frage „Was bedeuten Ihnen die Menschenrechte?“ mit anderen zu teilen und auf einer Graffitiwand zum Thema Menschenrechte zu unterschreiben.

Anlässlich des Jahrestags veranstalteten die Organisationen der Vereinten Nationen in Brüssel zudem gemeinsam einen Countdown zum Tag der Menschenrechte: 30 Tage lang wurde bis zum 10. Dezember jeden Tag ein Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von einem Vertreter oder Bediensteten der Vereinten Nationen vorgelesen. Leen Meulenbergs, Repräsentantin der WHO bei der EU, las Artikel 25 vor, in dem das Recht auf Gesundheit anerkannt wird.

Diese Lesungen zeugten unverkennbar vom gemeinsamen Engagement aller Organisationen der Vereinten Nationen, sich in Europa und darüber hinaus für die Menschenrechte einzusetzen. Videos zu jedem Artikel finden sich auf der Facebook-Seite des Regionalbüros für Europa des Hohen Kommissariats der Vereinten Nationen für Menschenrechte.