Europäische Kommission und WHO vertiefen Zusammenarbeit im Bereich öffentliche Gesundheit

WHO

Führende Vertreter der WHO und der Europäischen Kommission nahmen am 29. Juni 2018 in Genf an einer Tagung teil, deren Schwerpunkt auf der Vertiefung der Zusammenarbeit der beiden Organisationen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, der Überprüfung bestehender gemeinsamer Initiativen und der Erörterung gemeinsamer künftiger Prioritäten lag.

Zu den Delegierten der Europäischen Kommission bei der Tagung hoher Beamter gehörten Vertreter

  • der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (SANTE),
  • der Generaldirektion Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (DEVCO),
  • der Generaldirektion Umwelt (ENV),
  • der Generaldirektion Forschung und Innovation (RTD),
  • der Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe (ECHO),
  • des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und
  • des Sekretariats der Staaten Afrikas, des Karibischen und des Pazifischen Raums (AKP).

Die WHO-Delegation stand unter der Leitung von Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus und setzte sich aus Vertretern verschiedener WHO-Regionalbüros und des Internationalen Krebsforschungszentrums (IARC) zusammen.

Die Tagung befasste sich mit einer Reihe von Themen wie allgemeine Gesundheitsversorgung, gesundheitliche Notlagen, Impfmaßnahmen, antimikrobielle Resistenzen und Luftqualität. Die Umsetzung der Erklärung von Vilnius aus dem Jahr 2015, die die Basis für die bestehende Zusammenarbeit zwischen der Generaldirektion SANTE und dem WHO-Regionalbüro für Europa bildet, wird im Laufe des kommenden Jahres ein Thema sein.

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Tagung gehören:

  • Stärkung der Gesundheitssysteme und allgemeine Gesundheitsversorgung: Die Europäische Kommission und die WHO vereinbarten die Vertiefung ihrer Zusammenarbeit und legten hierbei den Schwerpunkt auf die Elemente, die zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung, insbesondere im Bereich nichtübertragbarer Krankheiten, erforderlich sind. Im Zentrum standen die Bedeutung des Geschlechts, unter anderem die Messung der Auswirkungen der nach Geschlecht und Alter aufgeschlüsselten Indikatoren, und die bedeutende und wachsende Rolle von Frauen im Gesundheitswesen. Die Teilnehmer erörterten außerdem die prädestinierte Rolle der WHO als federführende Organisation für die Unterstützung von Regierungen bei der Entwicklung lokaler und globaler Gesundheitsinitiativen (Globaler Fonds, Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI) und Globale Finanzfazilität (GFF)).
  • Gesundheitliche Notlagen: Die Teilnehmer waren sich einig, dass zur Verwirklichung nachhaltiger Gesundheitssysteme die Kernkapazitäten im Rahmen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) verbessert werden müssen. Den Schwerpunkt sahen sie hierbei in der Prävention und in der Erzielung von Ergebnissen auf Länderebene in enger Zusammenarbeit mit Regierungen. Es herrschte Einigkeit darüber, dass mehr Gesprächsbedarf hinsichtlich der gegenseitigen Benachrichtigung über Alarme sowie der Stärkung der Kohärenz und Kooperation im Bereich der IGV und des Besitzstands der EU bei Gesundheitsgefahren besteht. Ebenso herrschte Einigkeit darüber, dass gemeinsame Missionen in Länder zur Durchführung von Bedarfsabschätzungen bei gesundheitlichen Notlagen und instabilen Situationen zu mehr Klarheit hinsichtlich der laufenden Arbeit in diesen Ländern sowie kurz-, mittel- und langfristig zum Schließen von Kapazitätslücken führen würde. Eine themenbezogene Folgetagung wird sich mit der Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung, mit Qualitätssicherung und der Bereitstellung ausreichender Mengen an medizinischen Hilfsgütern in Notlagen sowie mit Möglichkeiten der Nutzung des Notfallfonds der WHO für gesundheitliche Notlagen befassen.
  • Eine gesündere Bevölkerung: Die Europäische Kommission und die WHO vereinbarten als gemeinsame Handlungspriorität, die Zusammenarbeit zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen, unter anderem im Bereich Forschung und bei der Umsetzung nationaler Aktionspläne, zu vertiefen. Die Teilnehmer kamen außerdem überein, die Zusammenarbeit im Impfwesen (insbesondere im Bereich Impfskepsis) sowie im Bereich Ernährung und Lebensmittelsicherheit zu intensivieren und ergänzend dazu in Migrationsfragen mit der Internationalen Organisation für Migration zusammenzuarbeiten. Die Europäische Kommission wird zur ersten Globalen Konferenz der WHO zum Thema Luftverschmutzung und Gesundheit inhaltlich beitragen, und die WHO wird zur Eignungsprüfung in Bezug auf die Luftqualitätsrichtlinien der EU beitragen. Die WHO wurde außerdem dazu eingeladen, sich an der Folgenabschätzung im Rahmen der EU-Leitlinien zur Wassernutzung für Bewässerungszwecke zu beteiligen. Schließlich wurde vereinbart, ein ambitioniertes multilaterales Rahmenwerk zur Prävention bzw. Minimierung der schädlichen Folgen von Chemikalien und Abfällen für die Gesundheit zu unterstützen.