Europäische Impfwoche – Jeder hat ein Recht auf Impfung, doch sie ist auch jedermanns Verantwortung

WHO

Impfungen schützen Menschen jeden Alters vor potenziell schweren Erkrankungen. Vom 23.–29. April 2018 wird in der Europäischen Region der WHO die Europäische Impfwoche (EIW) begangen, um auf die wichtige Rolle hinzuweisen, die Impfungen beim Schutz der öffentlichen Gesundheit spielen, und jedermann daran zu erinnern, seinen Beitrag zur Immunisierung Europas zu leisten.

Masern sind weiterhin auf dem Vormarsch

2016 erhielt 1 von 15 Kindern in der Europäischen Region der WHO nicht seine erste Dosis Masernimpfstoff. Durch dieses Versagen der Impfprogramme, jedes Kind zu erreichen, sowie einiger Eltern, für die vollständige Immunisierung ihrer Kinder zu sorgen, werden viele Menschen im Falle eines Ausbruchs dem unnötigen Risiko einer Erkrankung ausgesetzt oder sogar in Lebensgefahr gebracht.

Nachdem 2016 noch ein Rekordtief zu verzeichnen war, waren die Masern 2017 mit mehr als 22 000 Fällen in der gesamten Region wieder auf dem Vormarsch. Und auch im Januar und Februar 2018 wurden bereits über 11 000 Fälle gemeldet. Die gegenwärtig größten Ausbrüche waren in Frankreich, Griechenland, Serbien und der Ukraine zu verzeichnen.

Um diese unvertretbaren Ausbrüche zu unterbinden und sicherzustellen, dass die Masern in jedem Land der Europäischen Region eliminiert werden können, muss jeder seinen Beitrag leisten. Nur wenn Eltern, Gesundheitsfachkräfte, führende Repräsentanten der Zivilgesellschaft und Mitarbeiter der Impfprogramme sich für die Impfung aussprechen, können sie gemeinsam die hohen Impfraten erreichen, die erforderlich sind, um jeden zu schützen. Das bedeutet, dass die Impfrate hoch genug sein muss, um Herdenimmunität für diejenigen zu gewährleisten, die aufgrund ihres zu geringen Alters oder bestehender Immunschwächen nicht geimpft werden können.

Gesundheitsbehörden können dazu beitragen, die erzielten Fortschritte aufrechtzuerhalten und eine gesündere Zukunft für alle zu schaffen, indem sie gewährleisten, dass Impfprogramme über nachhaltige Finanzierung und sichere Impfstoffvorräte verfügen.

Über Masern hinaus

Die Gewährleistung hoher Impfraten und der verbesserte Zugang zu Impfungen für diejenigen, die nicht erreicht werden können, sind wesentliche Bestandteile einer allgemeinen Gesundheitsversorgung. Durch Impfungen können eine Reihe von Krankheiten verhindert werden, wie etwa das Rotavirus, Masern, Röteln, Poliomyelitis, Keuchhusten, Hepatitis B und das Humane Papillomavirus. Zudem tragen sie zur Umsetzung nationaler Prioritäten in Zusammenhang mit Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung sowie zur Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung bei.

Umfang und Tragweite der Aktionen im Rahmen der EIW

Nahezu alle Länder der Europäischen Region werden sich an der Europäischen Impfwoche mit verschiedenen Aktionen beteiligen: von Informationsständen in Deutschland bis hin zu einem Volleyballturnier in Kirgisistan. Die Europäische Impfwoche und die Weltimpfwoche, die zur selben Zeit stattfindet, bieten eine weltweite Handlungsplattform unter Federführung der WHO und Beteiligung zahlreicher Akteure. Hierzu zählen u. a. die Impfallianz Gavi, PATH, Rotary International, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Patienten- und Elternorganisationen, staatliche Behörden, öffentliche Gesundheits- und Forschungseinrichtungen, und viele weitere.