Höhepunkte von Tag 1: RC68 eröffnet

Ansprache von Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa

WHO

Gesundes RC68: Delegierte machen im Plenum die guten Vorsätze wahr und beteiligen sich am Bewegungsprogramm.

Zu Beginn der 68. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa (RC68) gab der Chor Giuseppe Verdi di Roma unter der Leitung von Maestro Giovanni Cernicchiaro ein mitreißendes Konzert mit Werken italienischer Komponisten.

Im weiteren Verlauf des Tages vermittelte Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, einen Überblick über die Tätigkeit des WHO-Regionalbüros für Europa und den Gesundheitsstatus der Bevölkerung in der Europäischen Region der WHO. Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, forderte die Länder auf, im Hinblick auf die Ziele des ambitionierten Dreizehnten Allgemeinen Arbeitsprogramms der WHO (GPW 13) bereichsübergreifend zu arbeiten.

In den kommenden Tagen stehen Themen zur Debatte, die regionsweit mehr Aufmerksamkeit erfordern, darunter allgemeine Gesundheitsversorgung und finanzielle Absicherung, Impfmaßnahmen, die Gesundheit von Männern und die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.

Die Delegierten verpflichteten sich, die Tagung gesundheitsorientiert zu gestalten, und zwar durch aktive Pausen, gesunde Snacks und in das Programm integrierte Initiativen zur Verringerung von Abfällen.

Begrüßung durch Seine Exzellenz Ministerpräsident Conte von Italien

Ministerpräsident Conte begrüßte die Delegierten in Rom und bekundete dabei seinen Stolz über die Gelegenheit zur Ausrichtung des RC68. In diesem Jahr feiert Italien auch das 40-jährige Bestehen seines staatlichen Gesundheitsdiensts. Ministerpräsident Conte erläuterte, dass das Recht auf Gesundheit in der italienischen Verfassung verankert sei. Wie der unlängst erschienene Europäische Gesundheitsbericht 2018 zeige, entfalte Italien mit der zweithöchsten durchschnittlichen Lebenserwartung in der Europäischen Region Vorbildwirkung für andere Teile der Welt.

Zudem unterstrich der Ministerpräsident das Engagement seiner Regierung für die Aufrechterhaltung der allgemeinen Gesundheitsversorgung für künftige Generationen, die Beseitigung von Ungleichheiten und die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.

Eröffnungsworte der italienischen Gesundheitsministerin Dr. Giulia Grillo

Dr. Grillo beschrieb den staatlichen Gesundheitsdienst Italiens als „Bezugspunkt für die gesamte Welt“. Aktuell sei das italienische Gesundheitswesen damit befasst, drei zentrale Herausforderungen anzugehen, die langfristig ins Visier genommen werden müssten: den Mangel an Gesundheitsfachkräften, hohe Zuzahlungen der Patienten und lange Wartelisten bei der fachärztlichen Versorgung.

Die Ministerin dankte der WHO für ihre Arbeit, insbesondere im Bereich Notfallvorsorge und -bewältigung, und betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene für die Verbesserung der Gesundheit sei.

Wahl des Präsidiums

  • Dr. Armando Bartolazzi, italienischer Staatssekretär für Gesundheit, wurde zum Präsidenten des RC68 gewählt.
  • Prof. Amiran Gamkrelidze aus Georgien wurde zum Exekutivpräsidenten gewählt.
  • Ioannis Baskozos aus Griechenland wurde zum Stellvertretenden Exekutivpräsidenten gewählt.
  • Dr. Outi Kuivasniemi aus Finnland wurde zur Berichterstatterin gewählt.

Ansprache Ihrer Königlichen Hoheit der Kronprinzessin von Dänemark

Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Mary von Dänemark, die Schirmherrin des WHO-Regionalbüros für Europa, erklärte in ihrer Eröffnungsansprache, dass in drei Bereichen ein entschlosseneres Handeln erforderlich sei: bei der Verbesserung der Durchimpfung, der Einführung eines einheitlichen Gesundheitsansatzes gegen antimikrobielle Resistenzen sowie der Unterstützung von Männern als Betreuungspersonen und in Bezug auf ihre eigene Gesundheit.

Unter Verweis auf die hohe Zahl von Masernfällen, die in diesem Jahr in der gesamten Europäischen Region zu verzeichnen seien, forderte Kronprinzessin Mary die Gesundheitsbehörden auf, die vielfältigen und komplexen Gründe für niedrige Impfraten zu untersuchen und kontextspezifische Gegenmaßnahmen zu treffen. Sie beschrieb die gegenwärtige Situation folgendermaßen: „Es ist unerträglich zu erfahren, dass 37 Menschen infolge einer Krankheit sterben mussten, die sich durch nur zwei Injektionen eines verfügbaren Impfstoffs vermeiden ließe.“

Ein Schwerpunkt der Tagesordnung des RC68 liegt auf dem Entwurf der Strategie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern, in der Übergangsphasen im Leben als Chancen zur Verbesserung der Gesundheit hervorgehoben werden. „Betrachten wir eine dieser Übergangsphasen – den Übergang in die Vaterschaft –, jenen glücklichen, ergreifenden Moment, als wir Eltern geworden sind, auf den viele von uns liebevoll zurückblicken“, sagte Kronprinzessin Mary. „Dieser Zeitpunkt könnte eine einmalige Gelegenheit für Männer bieten, die physische und psychische Gesundheit ihrer Kinder und ihrer Partnerinnen sowie ihre eigene zu verbessern.“

Ansprache von Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa

„Gesundheit steht im Mittelpunkt der menschlichen Entwicklung“. Mit diesen Worten leitete Dr. Jakab ihre Eröffnungsansprache ein, in der sie einen Überblick über die gesundheitlichen Fortschritte und Herausforderungen in der gesamten Europäischen Region gab. Sie stellte fest, dass die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG), das Europäische Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ und das GPW 13 wahrhaft kohärent und in sich abgestimmt seien, und legte aktuelle Informationen zu drei Indikatoren für Gesundheit und Wohlbefinden in der Region vor, die zu diesen übergeordneten Zielkatalogen beitragen:

  • 2015 erhöhte sich die Lebenserwartung bei Geburt auf 77,9 Jahre.
  • In dem gleichen Jahr sank die Müttersterblichkeitsrate auf 11 Todesfälle pro 100 000 Lebendgeburten.
  • Die Verwirklichung des Ziels einer Senkung der vorzeitigen Mortalität aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und chronischen Atemwegserkrankungen um jährlich 1,5% ist auf bestem Wege.

Dr. Jakab gab jedoch auch zu bedenken, dass nach wie vor gesundheitliche Ungleichheiten bestünden, sowohl zwischen als auch innerhalb von Ländern. Zu den zentralen Herausforderungen gehörten:

  • die Verringerung des mehr als 10 Jahre betragenden Gefälles bei der Lebenserwartung zwischen den Ländern der Region;
  • eine raschere Senkung des Tabakkonsums;
  • eine Senkung des Alkoholkonsums, wo Europa von allen WHO-Regionen die höchste Rate aufweist;
  • die Eindämmung des Aufwärtstrends bei Übergewicht und Adipositas;
  • die Beseitigung anhaltender Impflücken, die eine Übertragung von Masern und damit Ausbrüche ermöglichen; und
  • die Reduzierung von HIV-Koinfektionen und Bemühungen, bei den vereinbarten Zielvorgaben wieder auf Kurs zu kommen.

Im Hinblick auf nachhaltige Fortschritte bei Gesundheit und Wohlbefinden forderte die Regionaldirektorin die Mitgliedstaaten auf, grundlegend neue Wege zu gehen. Dazu müsse zwischen verschiedenen Ressorts sowie auf allen Ebenen Politikkohärenz hergestellt werden, und es müssten inklusive und transparente Politiksteuerungsmechanismen gefunden werden. Dabei komme Partnerschaften, Netzwerken und Foren eine entscheidende Rolle zu.

Ein wichtiger Schwerpunkt bestehe darin, in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft an den kommerziellen Determinanten von Gesundheit anzusetzen. „Es liegt klar auf der Hand, dass der Anstieg nichtübertragbarer Krankheiten in unserer heutigen Zeit ein System widerspiegelt, bei dem ökonomische und finanzielle Wachstums- und Nutzenserwägungen Vorrang gegenüber Zugewinnen an Gesundheit haben. ... wir [sollten] uns aus meiner Sicht nach Kräften bemühen, die Lebensmittel- und Softdrink-Hersteller davon zu überzeugen, sich an die Normen und Standards der WHO zu halten“, so Dr. Jakab.

In Bezug auf den Reformprozess bei der WHO selbst unterstrich die Regionaldirektorin, dass das Regionalbüro für Europa derzeit einen umfassenden Umgestaltungsprozess durchlaufe, um die Wirkung in den Ländern zu erhöhen und die im GPW 13 aufgestellte „dreifache Milliarden-Zielmarke“ zu erreichen.

Abschließend erinnerte Dr. Jakab die Delegierten an ihre gemeinsamen Vorstellungen von der Zukunft und an die Maßnahmen, die zu ihrer Verwirklichung notwendig seien. „Wir haben eine gemeinsame Zukunftsvision: eine Welt, in der alle ihr Recht auf ein gesundes und glückliches Leben verwirklichen können.“ Um diese Vision zu verwirklichen, müssen wir alle – Politiker, Entscheidungsträger, Fachkräfte und Bürger aus allen Teilen der Gesellschaft – uns zu ihr bekennen.

Plenardiskussion

Im Anschluss an den Bericht der Regionaldirektorin und ihre Ansprache an das Plenum meldeten sich viele Mitgliedstaaten zu Wort, um ihren Dank für die Tätigkeit des WHO-Regionalbüros für Europa und die fortgesetzte und engagierte Führungsarbeit der Regionaldirektorin zu bekunden.

Der Delegierte Österreichs, das derzeit den Vorsitz im Rat der Europäischen Union innehat, ergriff im Namen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten das Wort. Er begrüßte die Anstrengungen der WHO zur Stärkung der Gesundheitssysteme und bezeichnete die im Juni in Tallinn (Estland) abgehaltene hochrangige Tagung der Europäischen Region als „Meilenstein bei der Förderung unserer gemeinsamen Grundwerte Solidarität, Chancengleichheit und Teilhabe“. Zudem erwähnte er die bevorstehende Globale Konferenz über primäre Gesundheitsversorgung in Astana (Kasachstan), die im Hinblick auf eine allgemeine Gesundheitsversorgung die Chance zu einem „großen Sprung nach vorne“ biete.

In den anschließenden Redebeiträgen kristallisierten sich mehrere gemeinsame Themen heraus, unter anderem:

  • ein Bekenntnis zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und in Verbindung damit zur Neubelebung der primären Gesundheitsversorgung;
  • die wachsende Dynamik der Aktivitäten auf Länderebene zur Umsetzung der Agenda 2030;
  • die Notwendigkeit von Solidarität im Umgang mit Fragen der Gesundheit von Migranten;
  • die Bedeutung einer stärkeren Schwerpunktlegung auf digitale Gesundheit;
  • die Notwendigkeit, die Finanzierung in der Europäischen Region aufrechtzuerhalten, um gesundheitlichen Herausforderungen wie HIV, multiresistenter Tuberkulose und Masern zu begegnen;
  • die Förderung der Behandlung von Hepatitis C;
  • die Inangriffnahme gesundheitlicher Risikofaktoren wie Tabakkonsum auf der Grundlage eines Lebensverlaufansatzes;
  • die Würdigung der verstärkten Rolle der WHO im Bereich der Notfallvorsorge und -bewältigung und ihrer gemeinsamen externen Evaluationen zur Bewertung der Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) durch die Länder; und
  • die Anerkennung der soliden fachlichen Arbeit der fünf ausgelagerten Fachzentren des Regionalbüros und der wertvollen Arbeit der Länderbüros.

Ansprache von Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO

Zwingende Argumente für Investitionen in Gesundheit – dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch die Rede des Generaldirektors auf dem RC68. Dr. Tedros schilderte zentrale Elemente der Tagesordnung des RC68, etwa jüngste Erkenntnisse zur finanziellen Absicherung, neuerliche Impulse für die weitere Umsetzung des Europäischen Impfaktionsplans (2015–2020) und den Entwurf der Strategie zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern.

Er äußerte sich wie folgt: „Sämtliche Maßnahmen, die Sie in dieser Woche in Betracht ziehen, erfordern Investitionen. Nichts ist umsonst. Entscheidend ist jedoch, dass die Länder diese Aufwendungen nicht als Kosten, sondern als Investitionen ansehen. Sie sind Investitionen in eine gesündere Europäische Region. In eine gerechtere Europäische Region. Und in eine sicherere Europäische Region.“

Der Generaldirektor machte die Mitgliedstaaten erneut auf die drei Ziele des GPW 13 aufmerksam:

  • Eine Milliarde Menschen mehr erhalten Zugang zur Gesundheitsversorgung.
  • Eine Milliarde Menschen mehr werden wirksamer vor gesundheitlichen Notlagen geschützt.
  • Eine Milliarde Menschen mehr erleben eine Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden.

Abschließend forderte Dr. Tedros die Mitgliedstaaten auf, sich drei Herausforderungen zu stellen: zum Schutz und zur Förderung der Gesundheit ressortübergreifend zu arbeiten, gegen rückläufige Impfraten vorzugehen und eine allgemeine Gesundheitsversorgung zu verwirklichen. „Übernehmen Sie Eigenverantwortung und sorgen Sie dafür, dass die Menschen in dieser Region nicht länger ruinöse Gesundheitsausgaben tragen müssen. Feiern Sie Ihre Erfolge, lernen Sie aus Ihren Fehlern und geben Sie diese Erfahrungen an die restliche Region und die gesamte Welt weiter. Die Europäische Region ist die Heimstätte der allgemeinen Gesundheitsversorgung. Sie sollte weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen“, so der Generaldirektor.

Auswirkungen der WHO-Reform auf die Arbeit in der Europäischen Region

Dr. Bernhard Schwartländer, Kabinettschef bei der WHO, umriss den Umgestaltungsprozess innerhalb der WHO, der dazu diene, die Qualität der Arbeit der Organisation bei der Festlegung von Normen und Standards im Bereich der globalen Gesundheit zu steigern und sicherzustellen, dass sich diese Arbeit in konkreten Ergebnissen auf der Länderebene niederschlägt.

Diese Umgestaltung sei notwendig, damit die WHO sich an das veränderliche globale Umfeld, in dem sie arbeite, anpassen und somit dafür rüsten könne, die Verwirklichung des SDG 3 und der anderen gesundheitsbezogenen SDG zu fördern. „Das GPW 13 vermittelt deutlich, wer wir sind, was wir tun werden und wie wir es schaffen wollen“, sagte er. Zudem versicherte er den Delegierten, dass die Umgestaltung der WHO in vollem Einklang mit dem Reformprozess der Vereinten Nationen stehe.

Dr. Nedret Emiroglu, Leiterin der Abteilung Gesundheitliche Notlagen und übertragbare Krankheiten beim WHO-Regionalbüro für Europa und Direktorin für Programm-Management, erklärte im Zusammenhang mit dem Reformprozess innerhalb der Europäischen Region, das Regionalbüro durchlaufe seit 2010 eine Reihe von Umgestaltungsprozessen. Diese seien vollständig in die globalen Umgestaltungsbemühungen integriert.

Mehrere Mitgliedstaaten baten um weitere Informationen zur Stärkung der Präsenz der WHO auf Länderebene und forderten organisationsweite Kohärenz in Bezug auf das System der Residierenden Koordinatoren der Vereinten Nationen sowie die Zusammenarbeit mit anderen VN-Organisationen.

Unter Hinweis darauf, dass die Bediensteten der WHO ihre wertvollste Ressource seien, schlug die deutsche Delegation vor, die WHO solle moderne Arbeitsmethoden wie Telearbeit und flexible Arbeitszeiten in Betracht ziehen.

Presse-Briefing zum Thema Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Männern

Im Vorfeld der offiziellen Vorstellung des vor kurzem erschienenen Berichts über Gesundheit und Wohlbefinden von Männern in der Europäischen Region an die Delegierten des RC68 am Mittwoch wurden die Vertreter der Presse im Rahmen eines Briefings darüber informiert. Experten der WHO stellten die Eckpunkte des Berichts vor. Dabei hoben sie die hohe Belastung durch nicht übertragbare Krankheiten und Unfallverletzungen bei Männern hervor und gingen darauf ein, wie die Gesundheitssysteme und die primäre Gesundheitsversorgung dazu beitragen könnten, dass Männer die benötigte Versorgung erhalten.

Die Experten betonten, dass der Bericht Männer nicht für schlechte gesundheitliche Resultate verantwortlich mache, sondern aufzeigen solle, was sie benötigten, um zu gesünderen Verhaltensweisen zu gelangen.

Mittagessen der Minister: Migration und Gesundheit und medizinische Notfallteams

Das Mittagessen der Minister bot Gelegenheit zur Reflexion über die jüngsten Entwicklungen in der Europäischen Region hinsichtlich der Gesundheit von Migranten. Die Teilnehmer betonten, wie wichtig es sei, dass die Staaten sich verpflichteten, Handlungskonzepte auf der Grundlage der Strategie und des Aktionsplans für die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten in der Europäischen Region der WHO auszuarbeiten.

Präsentiert wurden auch der Bericht „Kommunikationsbarrieren für den Zugang von Migranten und Flüchtlingen zur Gesundheitsversorgung und deren Inanspruchnahme in der Europäischen Region der WHO“ und eine Kurzdarstellung zum „Bericht über die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten in der Europäischen Region“, der neue Erkenntnisse zum Thema Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten enthält.

Die Experten schilderten Entwicklungen und künftige Schwerpunktbereiche auf globaler Ebene und verwiesen dabei auf die Strategische Initiative des WHO-Hauptbüros zum Thema Gesundheit und Migration und den demnächst zu verabschiedenden globalen Aktionsplan für die Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten.

Im Rahmen einer kurzen Zeremonie wurden Vertreter von zehn medizinischen Notfallteams aus der gesamten Europäischen Region für ihre Zertifizierung als WHO-Notfallteams geehrt. Der Generaldirektor dankte ihnen für ihre Bereitschaft, sich bei Notlagen entsenden zu lassen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der betroffenen Bevölkerung zu verbessern.

Fachinformationssitzung: Messung von Gesundheitskompetenz in der Europäischen Region

Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Gesundheitskompetenz – das Wissen, die Motivation und die Fähigkeit von Menschen, Gesundheitsinformationen zu verstehen und anzuwenden, um fundierte gesundheitsrelevante Entscheidungen treffen zu können – während des gesamten Lebensverlaufs zu mehr Gesundheit und weniger chronischen Krankheiten führt. Eine Erhebung der Europäischen Union aus dem Jahr 2012 ergab allerdings, dass jeder zweite Bürger in den beteiligten Ländern über eine nur geringe oder unzureichende Gesundheitskompetenz verfügte.

Während dieser Fachinformationssitzung erläuterten Delegierte aus Deutschland, Österreich und Tschechien sowie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, welche Schritte sie unternähmen, um die Gesundheitskompetenz der Bürgern zu messen und zu fördern. Sie legten den Teilnehmern nahe, sich dem Aktionsnetzwerk zur Messung der Gesundheitskompetenz von Bevölkerung und Organisationen anzuschließen.

Veranstaltungen im Vorfeld des RC68

Treffen des Generaldirektors mit den Leitern der WHO-Länderbüros

Vor Beginn des RC68 kam Dr. Tedros mit Repräsentanten der WHO und Leitern von Länderbüros aus der Europäischen Region zusammen. Bei der Begegnung, auf der Themen wie die Reform der Vereinten Nationen und die Bedeutung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zur Sprache kamen, unterstrich der Generaldirektor, dass die Bediensteten der Länderbüros eine wesentliche Rolle bei der Verwirklichung der Ziele der Agenda 2030 und des GPW 13 spielten. Er verlieh seiner Entschlossenheit Ausdruck, die WHO zu einer flexiblen und modernen Organisation zu machen, die das leidenschaftliche Engagement ihrer Mitarbeiter für Gesundheit in konkrete Hilfe für die Menschen verwandeln kann, die sie erreichen will.

Informationsveranstaltung für nichtstaatliche Akteure

Delegierte von 43 Organisationen nichtstaatlicher Akteure wurden über die Tagesordnung des RC68 informiert; dies ist die höchste Zahl seit der Einführung dieser Veranstaltungen durch das Regionalbüro. Am RC68 nehmen über 100 nichtstaatliche Akteure teil, was ebenfalls die bislang höchste Zahl darstellt. Als Zeichen ihrer Unterstützung für die Initiative, das RC68 gesundheitsorientiert zu gestalten, begaben sich die Delegierten nach der Veranstaltung zu Fuß zum Abendempfang.

Pressekonferenz

Am 14. September 2018 hielten das WHO-Regionalbüro für Europa und das italienische Gesundheitsministerium eine gemeinsame Pressekonferenz zur Eröffnung des RC68 ab. Dr. Jakab und Gesundheitsministerin Dr. Grillo präsentierten die Tagesordnung mit folgenden Schwerpunktthemen: neueste Erkenntnisse zu Gesundheit und Wohlbefinden, Migration und Gesundheit, Impfwesen, gesundheitliche Notlagen, Gesundheit von Männern und finanzielle Absicherung in der Europäischen Region. Sie informierten die Pressevertreter über die Fortschritte im Bereich der öffentlichen Gesundheit sowie über Herausforderungen und Lösungsansätze. Über die Pressekonferenz wurde in den nationalen und regionalen Medien umfassend berichtet.

Fünfte Tagung des Fünfundzwanzigsten Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees für Europa

Die Mitglieder des Ständigen Ausschusses überprüften das Programm und die Tagesordnung für das RC68 und wurden von der Regionaldirektorin über wichtige Ereignisse seit ihrer letzten Tagung unterrichtet.

Höhepunkte von Tag 2

  • Weitere Beratungen zum Programmhaushaltsentwurf 2020–2021
  • Der Fahrplan zur Umsetzung der Agenda 2030
  • Ausschöpfen des vollen Potenzials des Europäischen Impfaktionsplans (2015–2020)
  • Neue Erkenntnisse über finanzielle Absicherung in der Europäischen Region