Europäische Impfwoche würdigt die Alltagshelden, die dazu beitragen, dass wir alle vor gefährlichen Krankheiten geschützt sind

WHO/Malin Bring

Durch den weitverbreiteten Einsatz von Impfstoffen wurde die Gefahr durch einst häufig auftretende Krankheiten wie Diphtherie, Keuchhusten und Masern in der Europäischen Region der WHO drastisch verringert. Zahllose Menschen – von Wissenschaftlern bis hin zu Eltern, von Pflegekräften bis hin zu Bloggern – leisten ihren Beitrag zu dieser Erfolgsgeschichte und spielen eine wichtige Rolle bei der Immunisierung der Europäischen Region.

Vom 24. bis 30. April 2019 werden diese Helden des Impfalltags im Rahmen der Europäischen Impfwoche gewürdigt, die auch dazu beiträgt, das Bewusstsein für die Fakten über Impfstoffe und für die durch sie verhinderten schwerwiegenden Krankheiten zu schärfen.

Bei der Eröffnung der Europäischen Impfwoche 2019 am heutigen Tag gaben Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, und Dr. Andrea Ammon, Direktorin des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie auf die Notwendigkeit für persönliches Engagement und für internationale Zusammenarbeit hinwiesen: „Wir dürfen die Kinder und Erwachsenen, die noch nicht geschützt sind, nicht außer Acht lassen. Ansteckende Krankheiten kennen keine Landesgrenzen, und auch die Bemühungen zur Eindämmung dieser Krankheiten dürfen an ihnen nicht Halt machen.“

Auf dem Weg zu einer Europäischen Region frei von impfpräventablen Krankheiten

Die Erfolgsgeschichte der Impfung in der Europäischen Region wird noch immer weitergeschrieben. Der Europäische Impfaktionsplan enthält eine Zukunftsvision von einer Europäischen Region ohne impfpräventable Krankheiten bis 2020.

Die Eliminierung von Krankheiten wie Masern und Röteln erfordert jedoch eine anhaltend hohe Durchimpfung von mindestens 95% jedes Jahr. Einige Länder haben diesen Meilenstein bereits erreicht, andere hinken jedoch noch hinterher oder verzeichnen nur mäßige Fortschritte.

Nach einem Rekordjahr für Masernfälle im Jahr 2016 ist diese hochansteckende Krankheit sowohl in der Europäischen Region als auch weltweit wieder auf dem Vormarsch. 2018 verzeichnete die Europäische Region 83 000 Infektionen und 74 Todesfälle. In den ersten zwei Monaten des Jahres 2019 waren es bereits über 34 000 Infektionen.

Das Masernvirus ist besonders ansteckend und dieses alarmierende Wiederaufleben ist ein Signal dafür, dass der allgemeine Schutz vor impfpräventablen Krankheiten, also die Herdenimmunität, in der Region nicht ausreicht.
Durch die Würdigung der Helden des Impfalltags honoriert die Europäische Impfwoche all jene, die die nationalen Bemühungen unterstützen, jedes Kind mit den notwendigen Impfstoffen und alle Eltern mit den auf Fakten basierenden Informationen zu erreichen, die sie für fundierte Entscheidungen benötigen.

Darüber hinaus hebt die Initiative hervor, dass wir gemeinsam nicht nur vom Nutzen einer vollständigen Durchimpfung profitieren, sondern auch die gemeinsame Verantwortung für ihre Verwirklichung und die damit verbundene Verwirklichung von Ziel 3 der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Gesundheit und Wohlbefinden für alle Menschen) tragen.

Wie Ihre Königliche Hoheit Kronprinzessin Mary von Dänemark in ihrer heutigen Erklärung zur Europäischen Impfwoche anmerkt: „Jede und jeder von uns spielt eine wichtige Rolle bei der Prävention von Krankheitsausbrüchen. Der Nutzen von Impfungen ist erwiesen und von der Wissenschaft bestätigt. Er muss jedoch wirksam kommuniziert und vollständig verstanden werden. Jeder, der evidenzbasierte Informationen über Impfstoffe sucht und diese an andere weitergibt, um auch sie zu informieren, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.“

Die Europäische Impfwoche zur Inspiration und Information nutzen

Nahezu alle Länder in der Europäischen Region werden im Rahmen zahlreicher Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung und Überzeugungsarbeit einen Beitrag zur Europäischen Impfwoche leisten. Viele werden den Schwerpunkt auf die gegenwärtigen Masernausbrüche legen, mit dem Ziel, Eltern über die Gefahren der Nicht-Impfung aufzuklären, oder auf die Beeinflussung von politischen Entscheidungsträgern, mit dem Ziel, die Bemühungen zur Eindämmung der Ausbrüche zu verstärken.

Die Europäische Impfwoche und die Weltimpfwoche, die zur selben Zeit stattfindet, bieten eine weltweite Handlungsplattform unter Federführung der WHO und Beteiligung zahlreicher Akteure. Hierzu zählen u. a. die Impfallianz Gavi, PATH, Rotary International, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Patienten- und Elternorganisationen, staatliche Behörden, öffentliche Gesundheits- und Forschungseinrichtungen, und viele weitere.