Krebsbekämpfung in Europa

Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, versprach heute, die Fachkompetenz und das Auftreten der WHO im Krebsbereich zu stärken. Sie machte diese Zusage vor Gesundheitsministern aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) während einer Tagung in Brüssel.

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in der Europäischen Region der WHO. Er steht für 20 % aller Todesfälle in der Region. Jedes Jahr werden 2,5 Mio. Neuerkrankungen diagnostiziert. Lungenkrebs steht nach Daten der WHO mit Abstand an der Spitze der tödlichen Krebserkrankungen. An ihm sterben beinahe zweimal so viele Menschen wie an Brust-, Darm- oder Magenkrebs.

Mehr Zusammenarbeit für besseren Krebsverlauf

Das Regionalbüro nennt Vorsorge, Früherkennung und Forschung (einschließlich Verhaltensforschung) als Schlüsselelemente der zu entwickelnden wirksamen Krebsstrategie.

Weil Krebs ähnlichen Risikofaktoren unterliegt wie nichtübertragbare Krankheiten (etwa Herzkrankheit, Schlaganfall und Diabetes), tritt das Regionalbüro für ein integriertes Vorgehen in Krankheitsvorsorge und Gesundheitsförderung ein. Gut abgestimmte Strategien und Aktionspläne können Entscheidungen für die Gesundheit erleichtern, insbesondere in Bereichen wie Tabak, Nahrung und Ernährung, Alkohol, Umwelt und Gesundheit, Adipositas und körperliche Betätigung.

Früherkennung von Krebs entscheidet über Leben und Tod. In den vergangenen drei Jahren hat das Regionalbüro mit politischen Akteuren aus 40 Ländern an Programmen zur Reihenuntersuchung gegen Gebärmutterhalskrebs gearbeitet. Ergänzt wurde diese Arbeit durch das breiter angelegte Bemühen um stärkere Gesundheitssysteme und bessere Qualitätssicherungsverfahren. Die meisten Länder der Region betreiben bereits Programme zur Reihenuntersuchung gegen Brust und Gebärmutterhalskrebs, doch werden Untersuchungen gegen andere Krebserkrankungen bisher nur vereinzelt angeboten.

Die Forschung, hierunter das Studium der Wechselwirkungen zwischen Genen, Lebensweisen und Umwelteinflüssen, benötigt weitere Anreize und Hilfen, damit in der Praxis die bestmögliche Gesundheitsversorgung gegeben werden kann. Daher beabsichtigt das Regionalbüro, seine Zusammenarbeit mit dem Internationalen Krebsforschungszentrum (IARC) zu verstärken.

Besonders weitere Verhaltensforschung wird wichtig sein, denn Entscheidungen über Lebensstile können sich präventiv gegen die meisten Krebsarten auswirken. Die Erforschung der sozialen Determinanten von Gesundheit sollte ergänzend hinzukommen, da ungesunde Lebensstile eng mit sozialer und wirtschaftlicher Benachteiligung verknüpft sind.

Offen für abgestimmtes Handeln

Das Regionalbüro wird selbst im Krebsbereich seine Rolle als Fachorganisation wahrnehmen, sucht aber die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren, hierunter EU und WHO-Mitgliedstaaten, um besser auf Ebene der Länder tätig werden zu können.

Die Entwicklung gemeinsamer Strategien (u. a. durch Austausch bewährter Praktiken, koordinierte Forschung und Konzeptformulierung sowie transparente Zusammenarbeit aller Akteure) wird zu Erfolgen gegen den Krebs und für die Bevölkerungsgesundheit in der gesamten Region führen.