Gesundheitsförderung in einer sich rasch wandelnden Welt

Die Entwicklung einer starken, wirksamen und glaubwürdigen Gesundheitsförderungsstrategie erfordert die Berücksichtigung der globalen Veränderungen und Trends, hierunter des Klimawandels, der weltweiten Verstädterung und der Überalterung der Bevölkerung.

Ausgehend von dieser Feststellung hielt die WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab ihre Rede zur Eröffnung der 20. Weltkonferenz für Gesundheitsförderung, die von der International Union for Health Promotion and Education (IUHPE) veranstaltet wurde.

Die Forschung zeigt uns, dass die Erde sich immer weiter erwärmt. Wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, müssen die Entwicklungsländer viele negativen Folgen dieses unaufhaltbar scheinenden Trends tragen. Frau Jakab sagte auch, das Glossar zur Gesundheitsförderung werde um die Vokabeln Anpassung und Schadensminderung erweitert werden müssen.

Schon 2008 lebten mehr Menschen in Städten als auf dem Lande. Die Verstädterung bringt ihnen aber nicht nur Vorteile wie besseren Zugang zu Dienstleistungen und Arbeitsplätzen, sondern schafft auch viele Probleme wie Slumbildung, Umweltverschmutzung und zunehmend inaktive Lebensstile. Frau Jakab forderte die Konferenzteilnehmer dazu auf, gemeinsam mit den Städteplanern, den Lokalverwaltungen und dem Gesundheitssektor Wege zum Schutz der Gesundheit in den Städten zu erkunden. Die Gesunde-Städte-Bewegung des Regionalbüros gebe ein gutes Beispiel für diesen Ansatz.

Bis 2015 wären erstmals in der Geschichte mehr Menschen über 65 Jahre als unter 5 Jahre alt. Die Verkehrung der traditionellen Bevölkerungspyramide erfolge auch, weil die kinderreichen Jahrgänge nun in ein höheres Alter kämen und aufgrund von Fortschritten im Gesundheits- und Sozialwesen insgesamt länger lebten. Frau Jakab betonte, wie wichtig eine gute Gesundheitsversorgung und gesunde Lebensweisen im gesamten Lebensverlauf sei und dass Gesundheitsförderung früh einsetzen müsse.

Gesundheitsförderung als Lösung

Kinder- und Müttersterblichkeit, Tuberkulose und Malaria bestehen als Problembereiche fort. Ärmere Länder tragen einen größeren Anteil der Krankheitslast als wohlhabendere Länder. Soziale Ungerechtigkeit – die das Recht der Menschen auf den Zugang zu Ressourcen, ein faires Einkommen und eine politische Stimme begrenzt – wirkt sich direkt auf Gesundheit aus.

Die Lösungen für diese Probleme sind jedoch kein Monopol der Wissenschaftler und Spezialisten, sie fallen auch in den Bereich der Gesundheitsförderung als Maßnahmen zur Bewältigung der sozialen Determinanten von Gesundheit und als konkrete Gesundheitspolitik, die den Bevölkerungsgruppen den Zugang zur Gesundheitsversorgung erleichtert, die aufklärt und die befähigt. Die meisten Determinanten von Gesundheit treten außerhalb des Gesundheitssektors auf, daher muss letzterer wirksam und nachhaltig mit den anderen kooperieren.

Die künftige Gesundheit hängt von der heutigen Anwendung der Prinzipien der Gesundheitsförderung ab.

IUHPE-Konferenz

An der fünftägigen Konferenz beteiligen sich über 2000 Gesundheitsfachleute und Entscheidungsträger aus der ganzen Welt. Dieses Jahr wurden 15 Hauptredner geladen, um Einsichten in Gesundheitsförderung und nachhaltige Entwicklung zu gewähren.