Regionaldirektorin spricht im Rahmen der Untersuchung des Europäischen Parlaments zum Thema Pandemie H1N1/2009

Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, hat heute vor dem Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) des Europäischen Parlaments eine Erklärung zum Thema Pandemie H1N1/2009 abgegeben. Sie nahm an der Untersuchung über die Pandemie H1N1/2009 in ihrer Eigenschaft als Gründungsdirektorin des Europäischen Zentrums für die Kontrolle und die Prävention von Krankheiten (ECDC) teil. Dieses Amt bekleidete sie von März 2005 bis Januar 2010.

Frau Jakab lobte die Arbeit von Gesundheitsexperten in aller Welt, die „sich mit einem hohen Maß an Professionalität um ein besseres Verständnis in Bezug auf das neue Virus und die von ihm ausgehende Bedrohung sowie um Verbesserung des wissenschaftlichen Kenntnisstandes auf diesem Gebiet bemüht“ hätten.

Frau Jakab erklärte, das ECDC habe während der Pandemie angemessen, verantwortungsbewusst und transparent gehandelt, und fügte aber auch hinzu, aus den Erfahrungen müssten Lehren gezogen werden. Auf der Grundlage der damals verfügbaren Informationen seien Entscheidungen getroffen worden, doch habe Ungewissheit nicht nur über den Schweregrad der Pandemie, sondern auch hinsichtlich der zu erwartenden Reaktionen von Politik, Medien und Öffentlichkeit geherrscht. Frau Jakab empfahl daher, die auf eine Pandemie anzuwendenden Parameter zu überprüfen, die Bereitschaftspläne flexibler zu gestalten, Risiken und Nutzen einer strengeren Bewertung zu unterziehen und mehr Wert auf den Aspekt der Risikokommunikation zu legen.