25 bis 70 Prozent der Erwachsenen in der Europäischen Region sind übergewichtig

In den meisten Ländern der Europäischen Region der WHO sind Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen auf dem Vormarsch. Eine Untersuchung der neuesten verfügbaren Daten aus den Ländern der Europäischen Region ergab, dass je nach Land 25 bis 70% der Erwachsenen übergewichtig und 5 bis 30% adipös sind. 41% der Erwachsenen üben in ihrem normalen Alltag keine gemäßigte körperliche Betätigung aus.

Übergewicht und Bewegungsmangel gehören zu den Ursachen für die explosionsartige Ausbreitung nichtübertragbarer Krankheiten in der Europäischen Region. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen und Diabetes mellitus vom Typ 2 sind für 86% aller Todesfälle und 77% der Krankheitslast in den Ländern der Region verantwortlich.

In einer Rede auf einer hochrangigen Konferenz über die Überwachung und Evaluation von Strategien der Länder der Europäischen Region zu Fragen von Ernährung, Übergewicht und Adipositas am 8. Dezember 2010 nannte Regionaldirektorin Zsuzsanna Jakab eine Reihe gemeinsamer Herausforderungen für die betroffenen Länder und Partner.

Sie wies darauf hin, dass es zwischen Adipositas und sozialen Benachteiligungen, insbesondere in Bezug auf Bildung, enge Zusammenhänge gebe. Sie appellierte an die Mitgliedstaaten, bei der Entwicklung von Handlungskonzepten auch die soziale Dimension der Adipositas gebührend zu berücksichtigen und Maßnahmen gegen soziale Ausgrenzung und Armut mit Konzepten zur Bekämpfung von Übergewicht und Adipositas zu verknüpfen.

Entschlossenes Handeln gegen Diabetes in Europa

Übergewicht und Bewegungsmangel tragen wesentlich zu der besorgniserregenden Ausbreitung von Diabetes mellitus in der Europäischen Region bei. Nach Angaben des Internationalen Diabetesverbands leben in den Ländern der Europäischen Region ca. 52 Mio. Menschen mit Diabetes; in der Altersgruppe von 20 bis 79 Jahren sind es etwa 8,4% der Männer und 7,8% der Frauen.
Auf einer zweiten Tagung am 8. Dezember mit dem Titel „Entschlossenes Handeln gegen Diabetes in Europa“ unterstrich Zsuzsanna Jakab, der einzige sichere Weg zur Eindämmung der Epidemie sei, Erkrankungen an Diabetes gar nicht erst entstehen zu lassen. Sie wies darauf hin, dass auf eine Verbesserung von Ernährungs- und Bewegungsverhalten abzielende Maßnahmen nicht nur einen eindeutigen gesundheitlichen Nutzen bringen, sondern auch die Kosteneffektivität für das Gesundheitssystem erhöhen.