25 Jahre nach Tschernobyl: WHO-Regionalbüro für Europa erneuert Unterstützung für die betroffenen Menschen und zieht Bilanz

WHO/Konstantin Voznjuk

Zum 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, von der weite Gebiete in der Ukraine, in Belarus und in der Russischen Föderation betroffen waren und die in der Region wie auch weltweit Bestürzung auslöste, findet vom 20. bis 22. April 2011 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eine internationale wissenschaftliche Konferenz statt. Der Titel der Konferenz lautet „25 Jahre nach dem Unfall von Tschernobyl: Sicherheit für die Zukunft“.

Auf der Konferenz trifft die WHO-Regionaldirektorin für Europa, Zsuzsanna Jakab, mit zahlreichen hochrangigen Politikern aus aller Welt zusammen, um der Opfer der Katastrophe, die als der schwerste zivile nukleare Unfall der Geschichte gilt, zu gedenken und in Bezug auf den Wiederaufbau sowie die Situation der betroffenen Bevölkerung Bilanz zu ziehen.

Darüber hinaus fand heute in Kiew auch ein Gipfeltreffen über die sichere und innovative Nutzung der Kernenergie statt, auf dem hochrangige Beamte und Wissenschaftler über die Lehren aus der Katastrophe diskutierten.

Die WHO hat im Jahr 2006 die gesundheitlichen Auswirkungen des Reaktorunfalls bewertet und in zwei bahnbrechenden Berichten zusammengefasst, die dann vom Tschernobyl-Forum der Vereinten Nationen veröffentlicht wurden. Der Wissenschaftliche Ausschuss der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung (UNSCEAR) hat die Ergebnisse vor kurzem überprüft und aktualisiert.

Die WHO nimmt eine externe Beratungsfunktion für die vom Internationalen Krebsforschungszentrum betreute Agenda for Research on Chernobyl Health (ARCH) wahr und hat aktiv zur Arbeit des Internationalen Forschungs- und Informationsnetzes zu Tschernobyl (ICRIN) beigetragen. Auf der Grundlage der Ergebnisse des Tschernobyl-Forums der Vereinten Nationen hat das ICRIN wissenschaftliche Informationen in für Laien verständlicher Sprache veröffentlicht; außerdem soll die betroffene Bevölkerung mit einer Reihe konkreter Projekte und Aktivitäten unterstützt werden.

Leider war der Unfall von Tschernobyl nicht die einzige zivile nukleare Katastrophe. Das Erdbeben und der Tsunami vom 11. März in Japan und der dadurch bedingte Unfall im Atomkraftwerk Fukushima haben uns erneut die zentrale Bedeutung der nuklearen Sicherheit vor Augen geführt. Dadurch wurde zwangsläufig in zahlreichen Ländern die Debatte über die Energiepolitik erneut entfacht.

Die WHO wird ihre Mitgliedstaaten auch weiterhin durch Bereitstellung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Gesundheitsfolgenabschätzungen sowie durch Erleichterung der Überwachung und des Wissens- und Erfahrungsaustauschs zum Schutz und zur Förderung der Gesundheit der Bevölkerung unterstützen.