20 Jahre Charta von Ljubljana

Slovenska Tiskovna Agencija / Slovene Press Agency

In diesem Jahr feiert die Europäische Region der WHO den 20. Jahrestag der Charta von Ljubljana über die Reformierung der Gesundheitsversorgung, die 1996 unterzeichnet wurde.

Die Charta von Ljubljana war ein Meilenstein in Bezug auf die Organisation der Gesundheitsversorgung in der Europäischen Region. Eine zentrale Botschaft der Charta bestand darin, dass die Gesundheitsversorgung und jegliche Gesundheitsreformen primär darauf ausgerichtet sein müssten, Gesundheit und Lebensqualität aller Menschen zu verbessern. In der Charta wurde die Bedeutung einer Anpassung der personellen Ressourcen und der Gesundheitstechnologien, -informationen und -finanzierung an die Anforderungen der Gesundheitsversorgung unterstrichen, die der Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens dient. Ferner wurden die positive Rolle der Gesundheit in der Entwicklung von Gesellschaften und die Bedeutung eines ressortübergreifenden Vorgehens für schnellere gesundheitliche Zugewinne hervorgehoben. Die Charta von Ljubljana bildete außerdem die Grundlage für die Einrichtung des Europäischen Observatoriums für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik, einer Partnerschaft, die sich eine evidenzbasierte Politikgestaltung zum Ziel gesetzt hat. Die zentralen Werte der Charta von Ljubljana und der zwölf Jahre später unterzeichneten Charta von Tallinn werden seitdem in der gesamten Europäischen Region der WHO in die nationalen Gesundheitspläne einbezogen. Das vom WHO-Regionalkomitee für Europa im Jahr 2015 angenommene Dokument über die Stärkung der Gesundheitssysteme – Prioritäten für die Stärkung der Gesundheitssysteme in der Europäischen Region im Zeitraum 2015–2020: Verwirklichung der Vorsätze für mehr Bürgernähe – nahm ebenfalls auf diese Werte Bezug und setzte sich ausdrücklich die Schaffung patientenorientierter Gesundheitssysteme nach Maßgabe von „Gesundheit 2020" zum Ziel.

In Anerkennung der Bedeutung dieser bahnbrechenden Charta hat die Regierung der Republik Slowenien in Zusammenarbeit mit dem Regionalbüro eine offizielle Veranstaltung mit einem Runden Tisch organisiert, die am 16. Juni 2016 stattfinden wird. Die Eröffnungszeremonie fand unter der Regie von Dr. Tomaž Gantar, dem Vorsitzenden des Parlamentarischen Gesundheitsausschusses, statt. Die slowenische Gesundheitsministerin Milojka Kolar Celarc und die WHO-Regionaldirektorin für Europa, Dr. Zsuzsanna Jakab, hielten jeweils eine Rede.
In ihrer Ansprache sagte Dr. Jakab: „Wir alle, die wir uns hier versammelt haben, sind uns darüber im Klaren, dass die Stärkung und Aufrechterhaltung leistungsfähiger Gesundheitssysteme eine wesentliche Priorität für die Europäische Region darstellt, die gewissermaßen zeitlos ist. Diese Priorität zieht sich durch den gesamten Weg von der Charta von Ljubljana zum Europäischen Rahmenkonzept Gesundheit 2020, das von einer Zukunftsvision von bürgernahen Gesundheitssystemen geleitet wird, die fest im Einklang mit anderen globalen Verpflichtungen wie den Zielen für nachhaltige Entwicklung steht."
An der Veranstaltung nahmen Mitglieder des Parlaments, maßgebliche Akteure aus dem Land mit Zuständigkeit für die Gesundheitsreform und die primäre Gesundheitsversorgung, Mitarbeiter des Regionalbüros und des Länderbüros der WHO, Vertreter des Lenkungsausschusses des Europäischen Observatoriums für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik, Mitarbeiter der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission sowie eine Reihe von Experten aus dem Ausland teil. Der Jahrestag wurde auch mit Veranstaltungen vor und nach der eigentlichen Gedenkveranstaltung begangen. So fand am 14. und 15. Juni eine nationale Konferenz über die Slowenische Strategie für die primäre Gesundheitsversorgung (2016–2025) statt, und am 16. und 17. Juni schloss sich an die Hauptveranstaltung eine Tagung des Lenkungsausschusses des Europäischen Observatoriums für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik an.

Der Jahrestag bietet eine gute Gelegenheit, über das Vermächtnis der Charta von Ljubljana und über die in den letzten 20 Jahren erzielten Fortschritte bei der Stärkung der Gesundheitssysteme zu reflektieren. Im Rahmen der Feierlichkeiten zur Charta von Ljubljana erneuerte die Regierung der Republik Slowenien ihr Bekenntnis zu evidenzbasierten Reformen im Gesundheitssystem. Anlässlich des Jahrestages wurde eine Sonderausgabe von Eurohealth, einer vierteljährlich erscheinenden Publikation des Europäischen Observatoriums für Gesundheitssysteme und Gesundheitspolitik, erstellt, die Beiträge über die Stärkung der Gesundheitssysteme in den Ländern im Sinne einer weiteren Verwirklichung der in der Charta von Ljubljana erstmals propagierten Werte enthält.