WHO-Regionaldirektorin für Europa betont zentrale Aspekte der SDG-Umsetzung auf erstem Regionalforum für nachhaltige Entwicklung

UNECE

Das erste Regionalforum für nachhaltige Entwicklung für die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) fand am 25. April 2017 in Genf statt. Ziel des Forums war die Weiterverfolgung und Überprüfung der Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 und der darin enthaltenen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) in der Region. Das Regionalforum soll jährlich veranstaltet werden, um Beiträge aus der UNECE-Region für das Politische Forum auf hoher Ebene über nachhaltige Entwicklung (HLPF) zu liefern, das die Weiterverfolgung und Überprüfung auf globaler Ebene beaufsichtigt.

Im Grundsatzteil des Forums wurde erörtert, wo die Region im zweiten Jahr der Umsetzung der SDG steht und wie sie auf dem Weg zu Wohlstand und Wohlbefinden für alle rascher vorankommen kann. Im Rahmen des allgemeinen Themas des HLPF für 2017 – Beseitigung der Armut und Förderung von Wohlstand in einer Welt im Wandel – behandelte das Forum hauptsächlich zentrale Fragestellungen, die für alle Länder in der UNECE-Region relevant sind – Wohlstand, Gesundheit und Wohlbefinden sowie Geschlechterfragen – und mit SDG 1 (Armut), SDG 2 (Hunger und Mangelernährung), SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen), SDG 5 (Geschlechtergleichstellung und Selbstbestimmung von Frauen) und SDG 9 (Infrastruktur, Industrialisierung und Innovation) zusammenhängen.

Gesundheit und Wohlbefinden stehen im Zentrum der nachhaltigen Entwicklung

Bei einer Podiumsdiskussion während des Grundsatzteils des Forums erläuterte die WHO-Regionaldirektorin für Europa, Dr. Zsuzsanna Jakab, dass Gesundheit und Wohlbefinden im Zentrum der nachhaltigen Entwicklung stünden, da sie ein Ziel an sich darstellten, aber auch zu anderen Zielen beitrügen und davon profitierten. Zudem hielt sie fest, dass „Gesundheit 2020“, das Rahmenkonzept für Gesundheit und Wohlbefinden in der Europäischen Region der WHO, vollständig mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung im Einklang stehe und eine maßgebliche Rolle bei der Verwirklichung der SDG spiele.

Sechs zentrale Handlungsfelder für die Zukunft

Dr. Jakab brachte dringende gesundheitliche Probleme und Herausforderungen in der Region zur Sprache und nannte dabei sechs Bereiche, in denen die Gesellschaft gemeinsam handeln müsse, um die Gesundheit und das Wohlbefinden weiter zu verbessern und die SDG zu verwirklichen.

  • Ansetzen an den Gesundheitsdeterminanten. Dies ist entscheidend für die Minderung der Krankheitslast aufgrund von Umwelteinflüssen, Klimawandel und Lebensmittelsystemen, die Inangriffnahme von Risikofaktoren für nichtübertragbare und übertragbare Krankheiten sowie antimikrobielle Resistenzen und die Förderung des Sozialschutzes.
  • Ausrichtung auf junge Menschen, ohne andere Altersgruppen zu vergessen, um niemanden zurückzulassen. Begleitend dazu können bereichsübergreifende Maßnahmen durchgeführt werden, die andere Ziele (z. B. SDG 5 zu Geschlechtergleichheit und SDG 10 zur Verringerung von Ungleichheit in und zwischen Ländern) betreffen.
  • Schaffung gesunder Orte, Umfelder und Gemeinschaften, wo Menschen leben, essen, arbeiten, spielen und alt werden. Die Bildung neuer Allianzen, etwa mit Kommunen und Bürgermeistern, trägt zum Aufbau gesünderer Gemeinschaften bei.
  • Stärkung der Gesundheitssysteme auf dem Weg zu einer allgemeinen Gesundheitsversorgung. Dies beinhaltet die Stärkung der Leistungserbringung, der Gesundheitsfinanzierung und der personellen Kapazität im Gesundheitswesen.
  • Verbesserung der Gesundheitssicherheit, insbesondere durch vollständige Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV), eines wichtigen Instruments für Gesundheitssicherheit, in allen Ländern.
  • Stärkung von Gesundheitsforschung, Innovation, Beobachtung und Auswertung. Dies umfasst die Verbesserung der Gesundheitsinformationssysteme in Bezug auf traditionelle ebenso wie neue Informationsquellen und die verstärkte Nutzung von Evidenz, Gesundheitsinformationen und Forschung für die Politikgestaltung.

Am Forum nahmen maßgebliche Akteure internationaler und regionaler Organisationen sowie Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der Privatwirtschaft teil. Die Ergebnisse des Forums sind Ausdruck des Beitrags einer Region mit hohem und mittlerem Einkommen zur globalen Nachhaltigkeitsagenda und umfassen unter anderem eine Zusammenstellung zentraler Handlungsfelder und bewährter Verfahren.