Neuer WHO-Generaldirektor erstmals im Regionalbüro für Europa in Kopenhagen

WHO

Am 31. August besuchte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus erstmals, seitdem er am 1. Juli das Amt des Generaldirektors der WHO antrat, das Regionalbüro für Europa in Kopenhagen. Während seines Besuchs traf er auf Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, und hielt vor den Bediensteten des Regionalbüros eine kurze Ansprache. Er nahm die Gelegenheit war, seine unmittelbaren Aufgaben und zentralen Prioritäten für die Organisation in den kommenden Jahren zu skizzieren.

Dr. Tedros nennt künftige Prioritäten der WHO

Vor den Bediensteten des Regionalbüros unterstrich Dr. Tedros, dass politisches Engagement der Schlüssel zu gesundheitlichen Fortschritten sei, und dass er sich darum bemühe, das Thema auf höchster politischer Ebene auf die Tagesordnung zu setzen. Er sagte: „Weil unsere Agenda politisch ist, müssen wir das richtige Verhältnis zwischen fachlicher und politischer Arbeit finden.“

In den ersten 55 Tagen seiner Amtszeit habe er sich auf das Herausschälen zentraler Fragen und ihrer beschleunigten Lösung konzentriert, etwa was die Zeit nach Polio, Bereitschaftsplanung, Leitungsreform, Mittelbeschaffung und Öffentlichkeitsarbeit angehe. Er priorisiere auch Beiträge zur Erarbeitung des Allgemeinen Arbeitsprogramms der WHO.

Abschließend richtete er einen direkten Appell an die Bediensteten: „Wir können alle etwas zu dieser Organisation beitragen, nur unser Platz in dieser arbeitsteiligen Aufgabe unterscheidet uns. Wir müssen uns auf die Menschen und die Themen konzentrieren, die gute Gesundheit möglich machen.“

Dr. Jakab dankte dem Generaldirektor: „Wir sind Ihnen dankbar dafür, dass Sie das Regionalbüro schon zwei Monate nach der Amtseinführung aufsuchen. Ich danke Ihnen auch dafür, dass Sie die Global Policy Group in diesem Sommer einberufen haben, um das neue Allgemeinen Arbeitsprogramm der WHO zu entwickeln, und den Reformprozess von der Basis ausgehend weiterführen wollen.“

Erster Träger des Danida-Alumni-Preises

Bei seinem Aufenthalt in Kopenhagen erhielt Dr. Tedros als erster eine neu geschaffene Auszeichnung für Stipendiaten der dänischen Entwicklungsorganisation Danida. 1988 kam Dr. Tedros durch ein Stipendium von Danida nach Kopenhagen an das damalige dänische Bilharzioselabor. Für den künftig jährlich verliehenen Preis wurde er als erster Danida-Stipendiat für Verdienste in seiner Heimat und in der Forschung ausgezeichnet, die auf Studien in Dänemark gründen.

Dr. Tedros bedankte sich bei Danida, blickte auf wertvolle Erfahrungen zurück, die er durch das Stipendium habe sammeln können und nahm den Preis im Namen all derjenigen an, die zur Umwandlung des äthiopischen Gesundheitssystems beigetragen hätten.

In die Zukunft blickend sagte Dr. Tedros: „Es ist kein Geheimnis, dass es meine wichtigste Priorität als WHO-Generaldirektor sein wird, alle Länder auf den Weg zu einer allgemeinen Gesundheitsversorgung zu bringen. Mein Freunde, glaubt nicht, dass es selbstverständlich ist, jederzeit einen Arzt aufsuchen zu können. Glaubt nicht, dass Arzneimittel immer verfügbar sind, wenn ihr sie braucht. Glaubt nicht, dass ihr nie entscheiden müsst, ob ihr Medizin kauft oder Essen für eure Familie. Dies ist für Millionen von Menschen auf der Welt heute bitterer Alltag. Für mich ist das inakzeptabel. Für die WHO ist das inakzeptabel. Ich hoffe, für euch ist es auch inakzeptabel.“

Dr. Jakab und weitere leitende Bedienstete des Regionalbüros wohnten dem Ereignis bei.

Dr. Tedros wird am WHO-Regionalkomitee für Europa teilnehmen

Der Besuch des Regionalbüros bot die erste Gelegenheit, Dr. Tedros nach seiner  Amtseinführung zu begrüßen, doch wird der Generaldirektor schon bald auch am Regionalkomitee für Europa teilnehmen, das vom 11. bis 14. September in Budapest stattfinden wird.

Dr. Tedros wird gemeinsam mit Gesundheitsministern und hochrangigen Regierungsvertretern aus den 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO sowie mit Vertretern der  Zivilgesellschaft auf der 67. Tagung des Regionalkomitees anwesend sein. Am Dienstag, dem 12. September, wird er vor den Delegierten eine Rede halten, die live auf der Website des Regionalbüros übertragen wird. Darin wird er den Mitgliedstaaten strategische Aufgaben und Prioritäten für das Allgemeine Arbeitsprogramm der WHO vorschlagen und das anvisierte Konsultationsverfahren skizzieren, aus dem er sich Rückmeldungen durch Mitgliedstaaten sowie zwischenstaatliche und nichtstaatliche Organisationen und Partner erhofft.