WHO-Regionalbüro für Europa und ECDC intensivieren ihre Zusammenarbeit in Bezug auf Infektionskrankheiten und gesundheitliche Notlagen

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„Seit Beginn unserer Zusammenarbeit haben wir viel erreicht, und es gibt noch ein enormes Potenzial für die Erweiterung dieser Zusammenarbeit. Dies müssen wir zugunsten der Gesundheit der Menschen in der Europäischen Region nutzen.“ So lautete die einhellige Einschätzung von Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, und Dr. Andrea Ammon, Direktorin des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), anlässlich des ersten Amtsbesuchs von Dr. Ammon beim Regionalbüro in Kopenhagen.

In einer Zusammenkunft am 15. Januar 2018 bekräftigten die beiden Organisationen ihre Entschlossenheit zur Zusammenarbeit im Bereich der Infektionskrankheiten und der Krankheitsausbrüche durch Festlegung operativer Leitlinien für Kooperationsmaßnahmen. Bei dieser Gelegenheit wurden auch neue allgemeine Grundsätze für die Zusammenarbeit festgelegt.

Bessere Resultate durch wirksamere Zusammenarbeit

Die erneuerte Kooperation zwischen dem Regionalbüro und dem ECDC soll die Unterstützung für die Länder der Europäischen Region bei der Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung durch Bekämpfung übertragbarer Krankheiten und antimikrobieller Resistenzen sowie eine Stärkung des Impfwesens verbessern. Sie wird auch dazu beitragen, dass eine Milliarde Menschen wirksamer vor gesundheitlichen Notlagen geschützt werden, wie in der Zukunftsvision der WHO für den Zeitraum 2019–2023 vorgesehen.

„Die Länder der Europäischen Region benötigen einheitliche Leitlinien und Lösungsansätze sowie eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Infektionskrankheiten und der Krankheitsausbrüche. Dies war der prägende Grundsatz unserer Zusammenarbeit in den letzten zehn Jahren“, erklärt Dr. Nedret Emiroglu, Leiterin der Abteilung Gesundheitliche Notlagen und übertragbare Krankheiten beim WHO-Regionalbüro für Europa. „Heute geben wir dieser Partnerschaft neue Impulse, die den Ländern und den Menschen, für die wir arbeiten, weiteren Nutzen bringen werden. Es kommt entscheidend darauf an, dass die beiden Gesundheitsorganisationen in Europa in ihren Strategien und in ihrer Länderarbeit abgestimmt vorgehen.“

„Im Rückblick auf all die Jahre kann ich nicht umhin anzuerkennen, welche unglaublichen Erfolge wir gemeinsam erreicht haben“, stimmt Dr. Andrea Ammon ein. „In den nächsten fünf bis zehn Jahren sehe ich eine noch wichtigere Rolle für uns in Verbindung mit dem technologischen Fortschritt, den unsere Gesellschaften erleben. Ich gehe davon aus, dass wir Daten künftig anders als bisher erfassen, analysieren und kommunizieren werden und dass wir gemeinsam unsere Länder bei diesem Übergang in eine neue Welt unterstützen müssen.“

Koordinierungsmechanismus des WHO-Regionalbüros für Europa und des ECDC

Die Zusammenarbeit zwischen dem WHO-Regionalbüro für Europa und dem ECDC erfolgt auf der Grundlage einer Vereinbarung aus dem Jahr 2005 und eines Verwaltungsabkommens aus dem Jahr 2011. Sie betrifft Surveillance, Prävention und Bekämpfung sowie Risikobewertung und -kommunikation im Bereich übertragbarer Krankheiten, aber auch gesundheitliche Notlagen und die Anwendung der Internationalen Gesundheitsvorschriften zur Vorbeugung gegen und Reaktion auf gesundheitliche Bedrohungen.

Zur Erleichterung der Kooperation wurde eine Koordinationsgruppe aus Vertretern des Regionalbüros und des ECDC eingesetzt. Es werden gemeinsame jährliche Maßnahmenpläne vereinbart, deren Umsetzung in regelmäßigen Abständen erörtert wird. Mitarbeiter beider Organisationen bemühen sich regelmäßig um einen Informationsaustausch und die Schaffung von Synergieeffekten bei der Durchführung der Maßnahmen.