2019: Wichtige Ereignisse für die Europäische Region der WHO im kommenden Jahr

WHO

2019 dürfte ein arbeitsreiches und spannendes Jahr für die Europäische Region der WHO werden. Das WHO-Regionalbüro für Europa und die Mitgliedstaaten werden ihren Handlungsschwerpunkt weiter auf die Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) legen und das Dreizehnte Allgemeine Arbeitsprogramm, den globalen Plan der Organisation für die nächsten fünf Jahre, in Angriff nehmen. Die Europäische Region wird auf die Verwirklichung der globalen Zielsetzung hinarbeiten, dass eine Milliarde Menschen mehr Zugang zur Gesundheitsversorgung erhalten, eine Milliarde Menschen mehr wirksamer vor gesundheitlichen Notlagen geschützt werden und eine Milliarde Menschen mehr eine Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden erleben. Gleichzeitig wird sie aber auch eine Bestandsaufnahme der Fortschritte bei der Umsetzung von „Gesundheit 2020“ durchführen und verstärkt Gewicht auf spezifische Tätigkeitsfelder wie digitale Gesundheit und gesundheitliche Chancengleichheit legen, für die in der ersten Jahreshälfte jeweils eine größere Veranstaltung geplant ist.

Die nachstehende Aufstellung bietet einen ersten Überblick über die wichtigsten Veranstaltungen in der Europäischen Region zum Thema Gesundheit in den kommenden zwölf Monaten.

Symposium der WHO zur Zukunft digitaler Gesundheitssysteme in der Europäischen Region (Kopenhagen, 6.–8. Februar): Auf dieser Veranstaltung werden Erkenntnisse und Erfahrungen zu der Frage ausgetauscht, wie Regierungen und Organisationen Angebote der digitalen Gesundheit realisieren können, um Ungleichheiten abzubauen und Gesundheit und Wohlbefinden der Bevölkerung zu verbessern. Das Symposium soll politischen Entscheidungsträgern dabei helfen, Vorbereitungen für die Digitalisierung der Gesundheitssysteme zu treffen, und sich mit konkreten Maßnahmen befassen, die zur Beschleunigung der Digitalisierung erforderlich sind. Ziel des Symposiums ist es, zur Ausarbeitung einer europäischen Zukunftsvision für die Digitalisierung der nationalen Gesundheitssysteme mit einem dazugehörigen Fahrplan beizutragen.

Ministertagung über den Aktionsplan zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit (Istanbul, 12.–14. Februar): Auf der hochrangigen Tagung werden Vertreter der Mitgliedstaaten ihre Entschlossenheit zur vollständigen Umsetzung des ersten Aktionsplans zur Verbesserung von Vorsorge- und Bewältigungsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO bekräftigen. Die Zielsetzung des Aktionsplans besteht darin, die Kapazitäten der Länder für eine wirksame Prävention, Erkennung und Bewältigung von Gefahren für die öffentliche Gesundheit sowie für entsprechende Maßnahmen der Bereitschaftsplanung zu stärken bzw. aufrechtzuerhalten und betroffenen Ländern bei Bedarf zu Hilfe zu kommen. Auf dieser Tagung sollen der Weg für eine gemeinsame Vision einer geteilten Politiksteuerung und Rechenschaftspflicht präsentiert, ein Beobachtungs- und Evaluationsrahmen eingerichtet und zentrale Handlungsfelder für eine erfolgreiche Umsetzung des Aktionsplans in den Ländern aufgezeigt werden.

Sechste Hochrangige Tagung der kleinen Länder (San Marino, 31. März – 2. April): Chancengleichheit ist das übergeordnete Thema der Tagung, die im Vorfeld der Veröffentlichung des vom Regionalbüro erstellten Sachstandsberichts über gesundheitliche Chancengleichheit stattfindet. Dies wird es den acht Mitgliedern der Initiative kleiner Länder ermöglichen, auch weiterhin Pionierarbeit bei der Umsetzung der strategischen Ziele des Regionalbüros zu leisten. Erstmals sind Estland, Lettland und Slowenien als Beobachter eingeladen.

Zeit zum Handeln – Hochrangige Konferenz der Europäischen Region der WHO zum Thema nichtübertragbare Krankheiten – Verwirklichung der Zielvorgaben aus den Zielen für nachhaltige Entwicklung in der Europäischen Region der WHO durch Prävention und Bewältigung nichtübertragbarer Krankheiten im gesamten Lebensverlauf (Aschgabat, Turkmenistan, 9.–10. April): Auch wenn die Länder der Europäischen Region bei der Inangriffnahme der globalen Ziele für die Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten erhebliche Fortschritte erzielt haben, so ist es jetzt doch an der Zeit, eine Bestandsaufnahme durchzuführen und das weitere Vorgehen festzulegen. Die Konferenz in Aschgabat dient der Weiterverfolgung der Verpflichtungen aus der 2018 abgehaltenen Tagung der Vereinten Nationen auf hoher Ebene über nichtübertragbare Krankheiten und soll den Ländern bei deren Umsetzung behilflich sein; dies schließt namentlich eine verstärkte Integration der Bereiche psychische Gesundheit und Luftreinhaltung in die Ziele für nichtübertragbare Krankheiten ein. Sie wird sich mit der Frage befassen, wie Verpflichtungen auf der globalen und regionsweiten Ebene in ressortübergreifende Maßnahmen auf der Länderebene mit einer Vielzahl von Akteuren in verschiedenen Umfeldern umgesetzt werden können.

Hochrangige Tagung zum Thema Chancengleichheit (Ljubljana, 11.–13. Juni): Ein Engagement für gesundheitliche Chancengleichheit, Gleichstellung zwischen den Geschlechtern und das Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit war noch nie so wichtig wie heute. Das WHO-Regionalbüro für Europa arbeitet darauf hin, Chancengleichheit zum zentralen Bestandteil der Umsetzung seiner Programme, seiner ressort- und organisationsübergreifenden Handlungskonzepte und seiner Partnerschaften zu machen. Die Probleme und Herausforderungen aufgrund gesundheitlicher Ungleichgewichte sind hinlänglich bekannt, und nun ist es an der Zeit, Lösungskonzepte zur Schaffung bzw. Erhaltung von Rahmenbedingungen anzustreben, die allen Menschen ein gesundes und erfülltes Leben ermöglichen. Neue Erkenntnisse, eine auf Chancengleichheit ausgerichtete Metrik für die Europäische Region und eine Vielzahl bewährter Praktiken aus den Ländern geben uns Grund zur Zuversicht.

Auf der Veranstaltung sollen Mitgliedstaaten zusammen mit Vertretern von internationalen Organisationen und Zivilgesellschaft eine Bestandsaufnahme der erreichten Fortschritte durchführen und Handlungsziele für die Europäische Region auf dem Gebiet der gesundheitlichen Chancengleichheit für die nächsten zehn Jahre festlegen. Ferner werden der neue Sachstandsbericht des Regionalbüros über gesundheitliche Chancengleichheit sowie eine Reihe von Instrumenten für die Mitgliedstaaten und Partnerorganisationen zur Beschleunigung der Fortschritte in Bezug auf gesundheitliche Chancengleichheit durch gezieltes Ansetzen an den kommerziellen, sozialen, ökonomischen und umweltbedingten Determinanten von Gesundheit präsentiert. Die Abschlusserklärung der Tagung wird als Grundlage für einen der 69. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa vorzulegenden Resolutionsentwurf zum Thema gesundheitliche Chancengleichheit dienen.

25. Jahrestagung des Netzwerks Regionen für Gesundheit (Region Maas-Rhein, 26.–28. Juni): Auf der Tagung, die vom Europäischen Ausschuss der Regionen zusammen mit der Region Maas-Rhein – der einzigen grenzüberschreitenden Region im Netzwerk Regionen für Gesundheit (RHN) – organisiert wird, wird der 25. Jahrestag der Gründung des Netzwerks begangen. Das Motto der Tagung lautet: „Der Mensch im Mittelpunkt von Gesundheit und nachhaltiger Entwicklung“. Dabei liegen die inhaltlichen Schwerpunkte auf Chancengleichheit und der Einbindung der Bürger in gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse.

Tagung der Vereinten Nationen auf hoher Ebene über die allgemeine Gesundheitsversorgung (New York, September): Auf dieser Tagung auf hoher Ebene, die im Rahmen der Generalversammlung der Vereinten Nationen stattfindet, rückt die globale Zielrichtung der Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung – einer der drei strategischen Prioritäten des Dreizehnten Allgemeinen Arbeitsprogramms der WHO – in den Mittelpunkt.

69. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa und Wahl des neuen Regionaldirektors bzw. der neuen Regionaldirektorin (Kopenhagen, 16.–19. September): Auf der Tagung des leitenden Organs der Europäischen Region werden gemeinsame Maßnahmen in Bezug auf zentrale Gesundheitsthemen wie gesundheitliche Chancengleichheit und primäre Gesundheitsversorgung erörtert und beschlossen. Die Beschlüsse der Tagung des Regionalkomitees fließen in Politikkonzepte ein, die einen Großteil der Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit in der Europäischen Region prägen. Darüber hinaus werden die Mitgliedstaaten einen neuen Regionaldirektor bzw. eine neue Regionaldirektorin wählen, da die zweite Amtszeit von Dr. Zsuzsanna Jakab als WHO-Regionaldirektorin für Europa dem Ende entgegengeht.

Fünfte Hochrangige Tagung Verkehr, Gesundheit und Umwelt (Wien, 22.–24. Oktober): Das von der WHO gemeinsam mit der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) getragene Paneuropäische Programm Verkehr, Gesundheit und Umwelt (THE PEP) ist ein Rahmenkonzept zur Förderung von Partnerschaften mit Beteiligung verschiedener Ressorts und Akteure, das auf eine umweltverträgliche, wirtschaftlich tragfähige, sozial gerechte und gesunde Mobilität in der gesamten Europäischen Region abzielt. Die Fünfte Hochrangige Tagung soll mit der Annahme der Erklärung von Wien über Verkehr, Gesundheit und Umwelt enden, die sich mit den Herausforderungen bei der Verwirklichung sauberer, emissionsfreier Mobilitäts- und Verkehrssysteme in der Europäischen Region befasst. Ferner ist auch die Annahme des ersten paneuropäischen Gesamtplans zur Förderung von Radfahren vorgesehen.

Fünfte Tagung der Vertragsparteien des Protokolls über Wasser und Gesundheit von WHO und UNECE (Belgrad, 19.–21. November): Die Tagung findet alle drei Jahre statt und ist das zentrale leitende Organ des Protokolls. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf einer Abstimmung der Arbeit im Rahmen des Protokolls mit den SDG, und speziell auf der Förderung von Maßnahmen zur Anpassung des SDG 6 (Wasser- und Sanitärversorgung) an die Gegebenheiten in der Europäischen Region und ihren Ländern.

Präsidentschaften Rumäniens und Finnlands im Rat der Europäischen Union (Januar–Juni und Juli–Dezember 2019): Die gesundheitspolitischen Prioritäten des Dreiervorsitzes (Rumänien, Finnland und Kroatien) liegen in der Schaffung eines Zugangs zur Gesundheitsversorgung für alle Bürger der Europäischen Union, der Gewährleistung von Patientensicherheit und -mobilität und der gezielten Nutzung neuer medizinischer Technologien. Die Bemühungen zur Bewältigung der demografischen Defizite und der Bevölkerungsalterung werden fortgesetzt, und eine weitere Kooperation in den Bereichen Transplantation und Organspende ist geplant. Als konkrete Tagungen während der rumänischen Präsidentschaft sind vorgesehen: eine Veranstaltung zum Thema antimikrobielle Resistenz (28. Februar – 1. März); eine Ministertagung im Rahmen des Rates Beschäftigung, Sozialpolitik, Gesundheit und Verbraucherschutz (EPSCO) (15.  April); ein Workshop zum Thema Impfwesen (10.–11. Mai); und eine Tagung zum Thema Krebs (29.–30. Mai).