Tag 1 der Weltgesundheitsversammlung: Themen von besonderem Interesse für die Europäische Region

Am ersten Tag der 72. Weltgesundheitsversammlung nahmen die Mitgliedstaaten unverzüglich die Beratungen über einige der grundlegenden Prioritäten der WHO wie die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und die allgemeine Gesundheitsversorgung auf.

Prof. Sir Michael Marmot aus dem Vereinigten Königreich erhielt in Würdigung seiner langjährigen Arbeiten zur Bekämpfung gesundheitlicher Ungleichheiten sowie seines Engagements in einer Reihe internationaler Forschungsvorhaben über die Determinanten von Gesundheit die Anerkennung des Generaldirektors der WHO für Führungspersönlichkeiten in der Gesundheitspolitik.

Prof. Marmot war als Vorsitzender federführend bei der Untersuchung zu den sozialen Determinanten von Gesundheit und dem Gesundheitsgefälle in der Europäischen Region, die Erkenntnisse über die sozialen Determinanten von Gesundheit lieferte und die Länder bei der Verwirklichung von „Gesundheit 2020“ und der Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit unterstützen soll.

Beiträge im Plenum

Mehrere Länder aus der Europäischen Region der WHO, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, die Republik Moldau, Rumänien, die Türkei und das Vereinigte Königreich, brachten ihr unerschütterliches Bekenntnis zu einer allgemeinen Gesundheitsversorgung zum Ausdruck und betonten deren grundlegende Bedeutung im Hinblick auf die Erfüllung der Ziele für nachhaltige Entwicklung. Delegierte aus Kasachstan, Schweden und anderen Ländern unterstrichen die entscheidende Rolle der primären Gesundheitsversorgung bei der Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung für alle.

Mehrere Länder, darunter Lettland und die Russische Föderation, lobten die enge Zusammenarbeit mit der WHO. Sie unterstrichen die wichtige Funktion der Organisation bei der Zusammenführung von Ländern und anderen Partnern für gemeinsame Anstrengungen zur Verbesserung der Gesundheit. Eine Reihe von Delegierten hoben die feste Unterstützung ihrer Länder für das Dreizehnte Allgemeine Arbeitsprogramm der WHO hervor.

Einige Mitgliedstaaten, darunter Rumänien, das im Namen der Europäischen Union das Wort ergriff, begrüßten einen Fortschrittsbericht über die Umsetzung der Agenda 2030 und erklärten, die Länder hätten in vielen Bereichen erhebliche Fortschritte erzielt. Doch sie wiesen auch auf Bereiche hin, die eine verstärkte Aufmerksamkeit und beschleunigte Maßnahmen erfordern, etwa antimikrobielle Resistenz, Alkohol- und Drogenkonsum, Familienplanung, Luftverschmutzung und Klimawandel. Die Delegierten aus der Europäischen Region unterstrichen die Notwendigkeit, gefährdete Gruppen speziell ins Visier zu nehmen und sicherzustellen, dass sie nicht zurückgelassen werden.

Bilaterale Gespräche

  • Slowenien: Dr. Piroska Ӧstlin, Geschäftsführende WHO-Regionaldirektorin für Europa, erörterte mit dem slowenischen Gesundheitsminister Fragen in Verbindung mit der im Juni in Ljubljana stattfindenden Konferenz über gesundheitliche Chancengleichheit, die sowohl für die Länder der Europäischen Region als auch für andere Regionen der WHO von großem Interesse ist. Dr. Ӧstlin gratulierte dem Minister zu der bevorstehenden Anerkennung für die Arbeit seines Landes im Bereich der Tabakbekämpfung und begrüßte nochmals Slowenien als neues Mitglied der Initiative kleiner Länder. Der Minister erläuterte die Herausforderungen für das Gesundheitssystem in seinem Land, wie die Notwendigkeit eines Ausbaus der primären Gesundheitsversorgung und neuer Wege zu deren Finanzierung. Dr. Ӧstlin hob die Fähigkeit Sloweniens hervor, eine allgemeine Gesundheitsversorgung für seine Bevölkerung sicherzustellen, und wies darauf hin, dass seine gesundheitlichen Indikatoren über dem Durchschnitt für die Europäische Region lägen, sodass das Land gute Voraussetzungen für weitere Verbesserungen habe.
  • Republik Moldau: In ihrem Gespräch mit der Gesundheitsministerin der Republik Moldau bedankte sich Dr. Ӧstlin für die Beteiligung des Landes an der Arbeit des Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees. Sie gratulierte der Ministerin zu der Reform des Gesundheitswesens und insbesondere dem ehrgeizigen Plan zur Reformierung der primären Gesundheitsversorgung. Weitere Gesprächsthemen waren die Fortschritte des Gesundheitsministeriums bei der Digitalisierung der Gesundheitsversorgung und die energische Reaktion des Landes auf einen Masernausbruch, aber auch die Themenbereiche Gesundheitspersonal und Gesundheit von Migranten.