Junge Menschen setzen sich gemeinsam mit WHO und Mitgliedstaaten für Umwelt und Gesundheit ein

BMLFUW/Martin Hörmandinger

Austrian Ministers, WHO, UNECE and youth delegates at the sixth meeting of the European Environment and Health Task Force in Vienna, Austria.

Über 70 junge Menschen aus 33 Ländern der Europäischen Region der WHO haben sich am 27. und 28. November 2016 zu einer Tagung in Wien versammelt, um ihren Beitrag zur künftigen Gestaltung der Umwelt- und Gesundheitspolitik in Europa zu leisten. Die Veranstaltung fand auf Einladung der österreichischen Regierung statt und diente der Vorbereitung der bevorstehenden Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit.

Beteiligung der Jugend am Prozess Umwelt und Gesundheit in Europa

Der Prozess Umwelt und Gesundheit in Europa ist ein internationales Politikforum, das seit 1989 den Gesundheits- und Umweltministerien der 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO die Gelegenheit bietet, Probleme des umweltbezogenen Gesundheitsschutzes durch ressortübergreifende Konzepte in Angriff zu nehmen. Der Prozess steht unter der gemeinsamen Federführung der WHO und der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE).

Seit 2004 werden im Rahmen des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa auch junge Menschen in den Schutz ihrer eigenen Gesundheit einbezogen. Durch seine anhaltende Ausrichtung auf eine Einbindung der Jugend unterstützte der Prozess die Schaffung der European Environment and Health Youth Coalition (EEHYC) im Jahr 2014, einer neuen nichtstaatlichen internationalen Organisation, die jungen Menschen eine Stimme gibt, ihr Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Umwelt und Gesundheit fördert und für eine Beteiligung der Jugendlichen an Entscheidungsprozessen in diesen Bereichen wirbt.

„Wir müssen dafür sorgen, dass junge Menschen umfassend in umwelt- und gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse eingebunden werden, die Auswirkungen auf ihr Leben und das künftiger Generationen haben werden“, sagte Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, während der von der EEHYC organisierten Internationalen Jugendkonferenz für Umwelt, Gesundheit und Mobilität.

„Die UNECE und insbesondere ihre Umweltabteilung bieten sich gerne als unterstützender Partner für den Prozess Umwelt und Gesundheit an. Außerdem befürwortet die UNECE auch eine enge Einbindung der jungen Menschen, denn sie müssen in Zukunft unsere Anstrengungen fortführen“, erklärte Marco Keiner, Leiter der Abteilung Umwelt bei der UNECE, auf einer gemeinsamen Sitzung mit der Jugendkonferenz und der Europäischen Sonderarbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit. „Diese Politikbereiche sind die treibenden Kräfte hinter den Bemühungen um die Sicherung menschlicher Gesundheit – und im weiteren Sinne hinter einer nachhaltigen Entwicklung.“

Wir müssen die Beteiligung der Jugend an dem Prozess stärken, indem wir Jugendverbände aktiv einbinden, von der Jugend geführte Alarmmechanismen einsetzen und Möglichkeiten für Jugendliche schaffen, sich als Freiwillige oder beruflich im Bereich Umwelt und Gesundheit zu engagieren“, fügte Dovilė Adamonytė, Vizepräsidentin der EEHYC, hinzu. Während der Konferenz wies sie darauf hin, dass nur etwa ein Viertel der Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO über eine Beteiligung von Jugendlichen an dem Prozess Umwelt und Gesundheit berichtet hätten.

Die Teilnehmer der Konferenz arbeiteten ein Positionspapier der Jugend über Umwelt und Gesundheit aus, das eine Handlungsverpflichtung für die Jugend sowie Vorschläge für die Stärkung der Einbindung von Vertretern der Jugend in die Entscheidungsfindung und für den Beitrag von Jugendlichen zur Gestaltung von Maßnahmen im Bereich Umwelt und Gesundheit enthält, und verabschiedeten dieses Papier.

Sechste Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit

Durch die Erklärung von Parma, die 2010 auf der Fünften Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit angenommen wurde, haben sich die Mitgliedstaaten der WHO in der Europäischen Region dazu verpflichtet, junge Menschen in die Politikgestaltung und die Verwirklichung der Ziele im Bereich Umwelt und Gesundheit einzubeziehen. Die Ausweitung der Beteiligung von Jugendlichen gehört weiter zu den vorrangigen Aufgaben für die Zeit bis zur nächsten Ministerkonferenz.

Die Ergebnisse der Internationalen Jugendkonferenz für Umwelt, Gesundheit und Mobilität werden in die Erklärung der Minister über Umwelt und Gesundheit und ihren Umsetzungsplan einfließen. Diese werden von der Sechsten Ministerkonferenz Umwelt und Gesundheit angenommen, die auf Einladung der Tschechischen Republik vom 13. bis 15. Juni 2017 in Ostrava stattfindet. Auf dieser Konferenz werden Gesundheits- und Umweltminister sowie weitere hochrangige Vertreter von Mitgliedstaaten der WHO in der Europäischen Region mit Repräsentanten von Partnerorganisationen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammentreffen. Es wird erwartet, dass die Mitgliedstaaten auf der Konferenz einen erneuerten Steuerungsmechanismus für den Prozess Umwelt und Gesundheit in Europa beschließen.