Tagung kleiner Länder betrachtet Lebensverlaufansatz im Kontext von Gesundheit 2020

WHO

Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention im gesamten Lebensverlauf wurden von den Vertretern der Mitgliedstaaten aus der Europäischen Region der WHO mit weniger als einer Million Einwohnern erörtert, die am 2. und 3. Juli 2015 in Andorra unter dem Motto „Auf dem Weg zur gesundheitlichen Chancengleichheit in der Europäischen Region. Kleine Länder in vorderster Linie bei einem gesamtstaatlichen Ansatz in der Gesundheitspolitik" tagten. Die acht Länder Andorra, Island, Luxemburg, Malta, Monaco, Montenegro, San Marino und Zypern ziehen allesamt beträchtlichen Nutzen aus der Förderung und Umsetzung von Konzepten und Strategien für Gesundheit und Wohlbefinden, zu denen viele Sektoren beisteuern. Sie bieten einen idealen Rahmen zur Anpassung nationaler Strategien und Programme gemäß Gesundheit 2020 und ihre Erfahrungen können anderen auf regionsweiter Ebene eine Lehre sein.

Kleine Länder und der Lebensverlaufansatz für Gesundheit

Der Lebensverlaufansatz handelt davon, wie die gesundheitlichen Ergebnisse von Einzelpersonen und Gemeinschaften im gesamten Leben am Zusammenspiel einer Vielzahl von Schutz- und Risikofaktoren hängen. Dieser Ansatz bietet eine umfassendere Sichtweise von der Gesundheit und ihren Determinanten. Schwangerschaft, Pubertät, Lebenspartnerwahl, Elternschaft, Ruhestand - all diese Lebensphasen bieten Chancen zu Förderung und Schutz der Gesundheit mit unmittelbaren und langfristigen Auswirkungen für jetzige und kommende Generationen. 

Nachdem Dr. Gunta Lazdane den Lebensverlaufansatz vorgestellt hatte, wurde dieses wichtige Element aus Gesundheit 2020 von Ministern und Vertretern der acht Länder in einer Podiumsdiskussion erörtert. Diese Sitzung sollte:

  • gute Praxisbeispiele zum Lebensverlaufansatz und gewonnene Lehren für konkrete Maßnahmen in kleinen Ländern hinsichtlich gesamtgesellschaftlicher Ansätze für stützende Umfelder und widerstandsfähige Gemeinschaften beleuchten;
  • eine Überwindung der gesundheitlichen Kluft und Erhöhung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit mit Nachdruck auf die Bedeutung von Investitionen in die Gesundheit im gesamten Lebensverlauf untersuchen;
  • die Beteiligung kleiner Länder an der bevorstehenden Europäischen Ministerkonferenz der WHO zum Lebensverlaufansatz im Kontext von Gesundheit 2020 durch Prüfung gemeinsamer Schritte der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention im gesamten Lebensverlauf vorbereiten.

Eine Vielfalt von Beispielen wurden vorgestellt, die von der Entwicklung der nationalen Gesundheitspolitik in Bezug auf Mutter und Kind, über Kinder und Jugendliche, gesundes Altern, Frauen und Gleichstellungskonzepte, Behinderte und Migranten bis zur Entwicklung nationaler Internetportale zur gesundheitlichen Aufklärung der Bevölkerung reichte. 

In ihren Schlussbemerkungen nannte WHO-Regionaldirektorin für Europa Dr. Zsuzsanna Jakab die Förderung des Stillens ein wichtiges Beispiel für die Erzeugung von mehr Gesundheit durch den Lebensverlaufansatz. Sie betonte, dass mehr Gesundheitskompetenz ein Ziel nationaler Gesundheitspolitik sein müsse und dass die Mitgliedstaaten bei der Gesundheitsförderung in so unterschiedlichen Umfeldern wie Schulen, Regionen, Städten, Betrieben und Familien unterstützt werden sollten. Es sei wichtig, die kindliche Entwicklung vor dem fünften Lebensjahr zu fördern, und die Lebensverlauf-Konferenz in Minsk (Belarus), werde sich auf die Bedeutung generationsübergreifender Prozesse konzentrieren.

Erklärung von Andorra soll während der Eröffnungszeremonie in Minsk (Belarus) vorgelesen werden

Dem Beispiel des 2014 gebilligten Manifests von San Marino folgend bündelten die kleinen Länder ihre Stimmen zu Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention durch den Lebensverlaufansatz als zentralem Element aus „Gesundheit 2020" in einer Erklärung von Andorra. Die Botschaften aus der Erklärung von Andorra wollen die kleineren Länder mit den anderen Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO während des Regionalkomitees in Vilnius (Litauen) vom 14. bis 17. September 2015 sowie der Europäischen Ministerkonferenz der WHO zum Lebensverlaufansatz im Kontext von Gesundheit 2020 teilen, die am 21. und 22. Oktober 2015 in Minsk (Belarus) veranstaltet wird.