Neuer Pfad für Gesundheit und Menschenrechte in Andorra

Servei Fotogràfic del Govern d'Andorra

Andorras neuer 30 km langer Wanderweg zur Förderung körperlicher Betätigung und gesunder Lebenswelten folgt der historischen Route, auf der frühe Migranten das Land durchquerten.

Am 3. Juli 2017 hat Andorra einen 30 km langen Wanderweg eröffnet, der quer durch das Land führt. Er beginnt im Norden in der Nähe von Ordino und führt im Süden bis nach Sant Julià de Lòria. Auf dieser Route wandert man durch Andorras spektakuläre Berglandschaft gewissermaßen in den Fußstapfen von Migranten, die seit jeher hier das Land durchquerten.

Jede Kilometermarke erinnert an einen der 30 Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, zu dem weitere Informationen über eine App angeboten werden.

Während der Eröffnungszeremonie erläuterte Gesundheitsminister Carles Alvarez Marfany die zugrundeliegenden Überlegungen: „Wir fördern in Kombination gesunde Gewohnheiten und Menschenrechte auf eine Weise, die das moderne Andorra mit seinen jahrhundertealten Werten und Traditionen versöhnt.“

Auch Premierminister Antoni Martí sowie weitere Minister und Bürgermeister waren während der Zeremonie zugegen.

Das Hauptziel des Wanderwegs ist es, körperliche Betätigung auf innovative und inklusive Weise mit einem Bildungsansatz zu vereinen, der die Identität und das kulturelle und natürliche Erbe Andorras fördert. Der Wanderweg bietet auch Informationen zum Kontext der Menschenrechte und der Ziele für nachhaltige Entwicklung aus der Agenda 2030.

„Das Menschenrecht auf Gesundheit handelt nicht nur von Gesundheitsversorgung und vom Zugang zu Leistungen bei Bedarf. Das Recht auf Gesundheit handelt auch von einer gesunden Umwelt und einer gesunden Lebenswelt, von Zugang zu gesunder Nahrung und zu Verbraucherinformationen und davon, gesundheitsförderliche Entscheidungen zu erleichtern und zu ermöglichen,“ bemerkte Dr. Tamás Evetovits, Leiter des WHO-Fachzentrums zur Stärkung der Gesundheitssysteme in Barcelona.

Dr. Evetovits vertrat die WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna während der Eröffnungszeremonie.

Bewegungsförderung nach WHO-Strategie

Im vergangenen Jahr billigten die Mitgliedstaaten die Strategie der Europäischen Region der WHO zur Bewegungsförderung (2016–2025), die erste ihrer Art weltweit. Mehr als ein Drittel aller Erwachsenen in der Region betätigen sich nicht hinreichend körperlich. Dagegen versucht die Strategie eine übergreifende Zusammenarbeit zwischen Ressorts, Ebenen und Ländern und Akteuren anzuregen, damit alle Bürger durch regelmäßige körperliche Betätigung besser und länger leben können.

Der Wanderweg ist eine Gemeinschaftsinitiative der andorranischen Regierung und der Lokalverwaltungen (Comuns) unter Beteiligung von Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft.

„Die WHO beglückwünscht Andorra zu seinem Engagement für mehr Gesundheit und Wohlbefinden in einem ressortübergreifenden, gesamtstaatlichen und gesamtgesellschaftlichen Ansatz und sie unterstützt aus ganzem Herzen die Initiative für den Gesundheitspfad der Menschenrechte,“ schloss Dr. Evetovits.

Der Gesundheitsminister hatte das Konzept des Gesundheitspfads bereits während der vierten hochrangigen Tagung der Initiative kleiner Länder vorgestellt, die im Juni in Malta stattgefunden hatte. Sie wurde von den übrigen sieben teilnehmenden Ländern herzlich begrüßt.

Es ist zu hoffen, dass der neue Pfad auch andere Länder dazu inspirieren wird, auf ähnliche Weise ihre Naturschätze für Bürger und Besucher zu öffnen und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Menschenrechte zu fördern.