Ioannina erprobt als erste Stadt in Griechenland integrierte Gesundheits- und Sozialangebote

WHO

Integrierte Gesundheits- und Sozialangebote sollen in Griechenland bald zur Realität werden, und die Stadt Ioannina wird ein neues Modell zur Verflechtung von Leistungen erproben, das den Anforderungen der Bürger besser gerecht werden soll.

Die Erprobung dieses integrierten Leistungsangebots war Gegenstand eines lokalen Politikdialogs zwischen Experten des WHO-Regionalbüros für Europa und des griechischen Gesundheitsministeriums, der am 25. und 26. Oktober 2017 in Ioannina stattfand. An dem Dialog nahmen maßgebliche Akteure aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, von der städtischen Universität und aus der Kommunalverwaltung teil. Die Veranstaltung ermöglichte es den Teilnehmern, die sich für ihre Stadt eine Vorbildrolle wünschen, einen Konsens zu erreichen.

Bei dem Konzept der integrierten Leistungserbringung im Gesundheitswesen steht u. a. die Erbringung von Leistungen durch fachübergreifende Teams im Mittelpunkt, die sich aus in verschiedenen Umfeldern und auf verschiedenen Versorgungsebenen angesiedelten Allgemeinärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern und anderen Fachkräften zusammensetzen.

Bürgernahe, integrierte Gesundheitsleistungen sind eine wesentliche Voraussetzung für die Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und der Ziele für nachhaltige Entwicklung.

Die Stadt Ioannina hat 120 000 Einwohner und zwei Krankenhäuser. In dem Bestreben, die patientenorientierte Versorgung zu verbessern, untersucht die Stadt inzwischen Wege, unnötige Krankenhauseinweisungen zu vermeiden; dabei werden mehr Leistungen in Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung verlegt und Gesundheitsangebote mit dem bewährten städtischen Sozialsystem verflochten. Ioanninas langjährige Erfahrung im Sozialwesen wird sich positiv auf die Zusammenarbeit auswirken und die Einrichtung des integrierten Gesundheits- und Sozialwesens erleichtern.

Die Erprobung des integrierten Leistungsangebots in Ioannina ist das Ergebnis einer von der WHO im Juni 2017 durchgeführten Bewertung zur Erforschung von Alternativen zur stationären Versorgung. Damals berieten sich Experten der WHO mit maßgeblichen Akteuren aus der regionalen Gesundheitsbehörde, der Leitung des Universitätskrankenhauses und des Allgemeinen Krankenhauses, Mitgliedern der medizinischen Fakultät, dem Direktor des Zentrums für primäre Gesundheitsversorgung, dem Stellvertretenden Leiter der Verwaltungsregion, dem Stellvertretenden Bürgermeister und dem Regionaldirektor für öffentliche Gesundheit.

Der Politikdialog wurde im Rahmen der zweiten Phase der Initiative zur Stärkung der Fähigkeit zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung (SCUC2) organisiert.

Hintergrund

Die Aktivitäten der Initiative SCUC werden mit Geldern der Europäischen Union aus einer Zuwendungsvereinbarung zwischen der Europäischen Kommission und dem Regionalbüro finanziert. Das übergeordnete Ziel besteht darin, zur Verbesserung von Gesundheit und gesundheitlicher Chancengleichheit in Griechenland, insbesondere in den anfälligsten Gruppen der krisengeschüttelten Bevölkerung, beizutragen, indem den griechischen Behörden bei der Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung und bei der Stärkung von Effektivität, Effizienz und Widerstandsfähigkeit des Gesundheitssystems geholfen wird.