Höhepunkte von Tag 3: „Das Gesundheitspersonal ist das Herzstück eines jeden Gesundheitssystems“

WHO/Franz Henriksen

A panel of delegates discusses sustainable health workforce in the European Region during RC67 session

Am dritten Tag der 67. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa verständigten sich die Länder auf eine grundlegende Umgestaltung des Fachkräfteangebots im Gesundheitswesen in der Europäischen Region. Damit soll sichergestellt werden, dass es nachhaltig ist und den derzeitigen und künftigen gesundheitlichen Bedürfnissen gerecht werden kann.

Der Tag begann mit der Annahme einer Resolution, in der die Mitgliedstaaten nachdrücklich aufgefordert werden, eine evidenzbasierte Umwelt- und Gesundheitspolitik zu verfolgen und die Ziele des Prozesses Umwelt und Gesundheit in Europa zu verwirklichen.

Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Arbeitskräfteangebot im Gesundheitswesen

Die Sitzung wurde eröffnet mit einem Kurzfilm aus der Reihe „Stimmen aus der Region“, in dem die angehende Hebamme Lauren Marie Grech über die sich wandelnde Rolle ihres künftigen Berufs sprach.

„Das Gesundheitspersonal ist das Herzstück eines jeden Gesundheitssystems und der Schlüssel zur allgemeinen Gesundheitsversorgung“, so Dr. Hans Kluge, Direktor der Abteilung für Gesundheitssysteme beim WHO-Regionalbüro für Europa, bei seiner Präsentation von Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Arbeitskräfteangebot im Gesundheitswesen: ein Handlungsrahmen für die Europäische Region der WHO.

Mit dem Handlungsrahmen, der aus einem breit angelegten Konsultationsprozess hervorgeht, wird die Globale Strategie für die Ausbildung von Gesundheitspersonal:  Workforce 2030 in den Kontext der Region gestellt. Seine vier strategischen Ziele lauten: Umgestaltung von Ausbildung und Optimierung der Leistungsfähigkeit, Neuausrichtung von Planung und Investitionen, Aufbau von Kapazitäten sowie Verbesserung von Analyse und Erfolgskontrolle.

Auf der Grundlage eines Vorschlags des Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees entwickelte das Regionalbüro zudem ein Instrumentarium, das einen strukturierten Zugang zu bewährten Strategien im Bereich des Gesundheitspersonals, Planungsinstrumenten, Evidenz und konkreten Fallstudien bietet. Dr. Kluge dankte dem Gesundheitsministerium (England, Vereinigtes Königreich) für seine Unterstützung bei der Entwicklung des Instrumentariums.

Podiumsdiskussion

Gegenstand einer Podiumsdiskussion, die von Dr. Daniel Reynders, Leiter des Referats Internationale Beziehungen beim belgischen Föderalen Öffentlichen Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt, moderiert wurde, war die Frage, wie der Handlungsrahmen Maßnahmen auf globaler Ebene ergänzt und wie er auf nationaler Ebene umgesetzt wird.

Dr. James Campbell, Direktor der WHO-Abteilung Gesundheitspersonal, unterstrich, dass das Gesundheitspersonal in den letzten Jahren deutlich stärker ins Zentrum des globalen Interesses gerückt sei. Er stellte fest, dass die fachlichen sowie die allgemein- und steuerungspolitischen Voraussetzungen für die Sicherung eines nachhaltigen Arbeitskräfteangebots im Gesundheitswesen bestünden, und rief zu einer verstärkten Umsetzung auf nationaler Ebene auf.

Christine Berling, Leiterin des Referats Internationale und Europäische Angelegenheiten, Generaldirektion für Gesundheit, französisches Ministerium für Soziales und Gesundheit, schilderte die kürzlich initiierte Politik zur Verbesserung der Gesundheitsberufe in Frankreich und die wertvolle Arbeit, die weltweit geleistet werde. Ein Schlüsselelement bestehe in der Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten. Dazu sei es erforderlich, Gesundheitsfachkräfte zum Zusammenschluss in Zentren zu bewegen, den Einsatz der Telemedizin zu fördern, laufende Schulungsangebote bereitzustellen und Medizinstudenten über Stipendien zum Arbeiten in ländlichen Gebieten anzuregen.

Debatte im Plenum

Eine Delegierte der Republik Moldau umriss die Herausforderungen, die sich aus dem Ärzte- und Pflegekräftemangel im Land sowie aus dem bevorstehenden Eintritt zahlreicher Pflegekräfte und Ärzte in den Ruhestand ergäben. Sie erklärte, dass sich die Lage infolge einer stärkeren Fokussierung auf Mobilität innerhalb des Landes und besserer beruflicher Perspektiven verbessere, und dankte der WHO und dem Südosteuropäischen Gesundheitsnetzwerk für ihre Unterstützung.

Eine Delegierte Estlands, die im Namen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) das Wort ergriff, unterstrich die Entschlossenheit dieser Länder, die Ziele des Handlungsrahmens zu verwirklichen. Sie beleuchtete die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und der ungünstigen geografischen Verteilung des Gesundheitspersonals und forderte die Mitgliedstaaten auf, das Instrumentarium optimal zu nutzen.

Ein Delegierter der Türkei verwies auf die Herausforderung, ein ausreichendes Fachkräfteangebot bereitzustellen, um den Bedürfnissen der Migranten- und Flüchtlingspopulationen gerecht zu werden. Er machte die Mitgliedstaaten auf die Schulungsprogramme für das in der Türkei lebende syrische Gesundheitspersonal aufmerksam, mit denen dieses Problem angegangen werde.

Eine Delegierte Ungarns stellte fest, dass der Beitritt des Landes zur EU eine Abwanderung von Gesundheitsfachkräften zur Folge habe. Sie beschrieb, wie das Land diesem Trend begegne, indem es gezielt auf Ausbildung, die Ausweitung der Kompetenzen von Pflegekräften, die Erhöhung der Entlohnung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen setze. Diese Schritte zeigten positive Ergebnisse.

Mehrere Mitgliedstaaten sprachen die Frage der frühzeitigen Bestimmung und Planung des Profils der künftigen Fachkräfte im Gesundheitswesen an und stellten den derzeitigen Schwerpunkt infrage, der auf Spezialisierung statt auf primärer Gesundheitsversorgung liege. Viele begrüßten den bereichsübergreifenden, eine Vielzahl von Akteuren einbeziehenden Ansatz, der mit dem Handlungsrahmen verfolgt werde, und bekundeten breite Unterstützung sowohl für den Rahmen als auch für das Instrumentarium.

WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus beschrieb das Gesundheitspersonal als wesentliche Komponente der Gesundheitssysteme und machte geltend, dass es ohne Gesundheitspersonal keine allgemeine Gesundheitsversorgung geben könne.

Die Resolution mit dem Ziel, die Anstrengungen zur Schaffung eines nachhaltigen Arbeitskräfteangebots im Gesundheitswesen zu forcieren, die maßgeblichen Politikbereiche einzubinden und die wirksame Umsetzung des Handlungsrahmens zu gewährleisten, wurde im Konsens angenommen.

Verbesserung des Zugangs zu Arzneimitteln

Die Sitzung wurde eröffnet mit einem Film, in dem sich Josef Probst, Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, dem Thema aus der Sicht eines Kostenträgers näherte. Der Zugang zu Arzneimitteln sei für eine allgemeine Gesundheitsversorgung unerlässlich, erklärte Dr. Hans Kluge in seinem Eröffnungsvortrag. „Neue Hochpreismedikamente in der Europäischen Region stellen jedoch für die meisten Länder eine Herausforderung dar, und für einige bleiben sie unbezahlbar“, fügte er hinzu. Die gleiche Aussage war von mehreren Mitgliedstaaten zu vernehmen.

Im Verlauf der Erörterung betonten die Delegierten die enormen Herausforderungen bei der Bereitstellung qualitativ hochwertiger Arzneimittel zu einem finanziell tragfähigen Preis, die mangelnde Transparenz der tatsächlichen Kosten für die Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln sowie die Komplexität der Rechte an geistigem Eigentum und der Handelsabkommen.

Österreich hob hervor, dass es sich weniger um eine technische als um eine politische Frage handle, und merkte an, dass es Aufgabe der Politik sei, dem Markt, in dem die pharmazeutische Industrie tätig ist, einen Rahmen zu geben. Norwegen bekräftigte, dass die Bereitstellung des Zugangs zu bestimmten Arzneimitteln selbst für einkommensstarke Länder eine Herausforderung darstelle, und die Niederlande sprachen sich gegen eine wertorientierte Preisbildung bei Arzneimitteln aus.

Die Mitgliedstaaten waren sich einig darin, wie wichtig es sei, durch Zusammenarbeit beim Austausch von Informationen und bewährten Verfahren zu Beschaffungen, Verhandlungen und Gesundheitstechnologiebewertungen den Zugang zu Arzneimitteln zu ermöglichen. Politischer Wille und gegenseitiges Vertrauen seien unerlässlich. Zudem würdigten die Länder die Rolle der WHO bei der Bereitstellung fachlicher Unterstützung und der Förderung der Zusammenarbeit.

Die World Heart Federation bekundete in einer Erklärung erneut, dass alle Interessengruppen, einschließlich der pharmazeutischen Industrie, gemeinsam auf eine faire Preisgestaltung hinarbeiten müssten. Mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen schätzten die Diskussion als wertvoll ein.

Der Beschluss wurde angenommen, und die Mitgliedstaaten würdigten den Beitrag des WHO-Regionalbüros für Europa zum Thema.

Ergebnisse von Wahlen und Nominierungen

  • Deutschland, Finnland, Israel und Rumänien wurden dafür nominiert, 2018 ihre Bewerbungen um Sitze im WHO-Exekutivrat einzureichen.
  • Dänemark, Litauen, Ungarn und Usbekistan wurden für eine im September 2017 beginnende dreijährige Amtszeit zu Mitgliedern des Ständigen Ausschusses des Regionalkomitees Jahre gewählt.
  • Tschechien wurde für am 1. Januar 2018 beginnende dreijährige Amtszeit in den Ausschuss für Grundsatz- und Koordinationsfragen des Sonderprogramms für Forschung, Entwicklung und Wissenschaftlerausbildung auf dem Gebiet der menschlichen Reproduktion berufen.

Beschleunigung der Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) und Stärkung der Laborkapazitäten für mehr Gesundheit in der Europäischen Region der WHO

Zu Beginn der Sitzung wurde ein Film mit Ana Kasradze, nationale Ansprechpartnerin für die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) in Georgien, gezeigt. Sie schilderte ihre beruflichen und persönlichen Erfahrungen mit den IGV und die Arbeit, die sie in den 10 Jahren seit Inkrafttreten der IGV zur Vorbereitung und Reaktion auf gesundheitliche Notlagen geleistet habe.

Auf der Grundlage der IGV können die Länder hohe Kapazitäten für die Bewältigung des gesamten Zyklus gesundheitlicher Notlagen aufbauen. „Das heute vorgelegte Dokument ist das Ergebnis einer einjährigen Konsultation, die dazu diente, die Länder bei ihren Maßnahmen im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung und ‚Gesundheit 2020‘ anzuleiten“, erläuterte Dr. Nedret Emiroglu, Leiterin der Abteilung Gesundheitliche Notlagen und übertragbare Krankheiten.

In dem Dokument wird der Entwurf des globalen Umsetzungsplans operationalisiert und auf den Kontext der Europäischen Region angewandt und die Ausarbeitung eines Aktionsplans für die Europäische Region vorgeschlagen. Die Länder werden darin aufgefordert, einen gefahrenübergreifenden, gesamtstaatlichen Ansatz zu verfolgen, sämtliche Gefahren für die öffentliche Gesundheit zu verhindern, sich darauf einzustellen und darauf zu reagieren sowie ihre Gegenmaßnahmen bei Notlagen mit der Stärkung der Gesundheitssysteme und grundlegenden gesundheitspolitischen Funktionen zu verknüpfen. Darüber hinaus werden fünf vorrangige Bereiche festgelegt, darunter Risikobewertung, -management und -kommunikation sowie Überwachung und Evaluation, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Aufbau von Laborkapazitäten.

Zahlreiche Mitgliedstaaten bekundeten ihre Unterstützung für das Dokument. Sie hoben die Bedeutung von Überwachung und Evaluation hervor. Dabei sei es erforderlich, bereichsübergreifend in Partnerschaften zusammenzuarbeiten und Kapazitäten durch Schulungen und Simulationsübungen aufzubauen. Zudem betonten sie die Rolle von Netzwerken und bilateralen Vereinbarungen über Bereitschaftsplanung und Gegenmaßnahmen als wichtigen Ressourcen.

Die Mitgliedstaaten ersuchten die WHO, bei der Umsetzung der IGV weiterhin die Federführung zu übernehmen. Dr. Emiroglu schloss: „Wir bekennen uns zu unserer Koordinierungsrolle.“

Führungsfragen in der Europäischen Region der WHO

Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, legte die Maßnahmen zur Stärkung der Führungsstrukturen im WHO-Regionalbüro für Europa dar. Dazu zählten die Abstimmung zwischen den Führungsstrukturen auf der globalen Ebene und in den Regionen, die Entscheidung darüber, wann und wie Erklärungen von Konferenzen der Europäischen Region dem Regionalkomitee vorgelegt werden können, die Festlegung des Verfahrens für Online-Konsultationen über Dokumente und Resolutionsentwürfe für das Regionalkomitee sowie die Vertiefung der Zusammenarbeit der WHO mit den Ländern.

Mehrere Mitgliedstaaten hoben hervor, wie nützlich der Bericht über die Bilanz der Arbeit in den Ländern der Region sei. Der Delegierte Deutschlands stellte fest, dass die am Dienstag abgehaltene Fachinformationssitzung über die Länderarbeit, die den Delegierten Gelegenheit zu Gesprächen mit Vertretern der WHO über die Tätigkeit der Länderbüros geboten habe, außerordentlich gut aufgenommen worden sei. Zudem bekundeten die Länder ihre breite Unterstützung für Online-Konsultationen, die für mehr Transparenz und Inklusion sorgten, meldeten jedoch Bedenken hinsichtlich der kurzen Fristen für die Beantwortung an.

Fachinformationssitzung zur frühkindlichen Entwicklung

Die ersten 1000 Tage im Leben eines Kindes sind eine entscheidende Entwicklungsphase, in der Säuglinge ein stabiles und stimulierendes Umfeld benötigen, das ihre Gesundheit fördert. Dies umfasst auch die Ernährung des Kindes, frühe Chancen zum Lernen und die Abwendung von Gefahren.

Dr. Barbara Czeizel erläuterte die Maßnahmen Ungarns zur Verbesserung der frühkindlichen Förderung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen. Der Schlüssel dazu sei ein interdisziplinärer Ansatz, bei dem alle Personen im Umkreis des Kindes einen „Kurs“ festlegten, der Schritte und Maßnahmen zur Förderung seiner individuellen Entwicklung vorgibt.

In den nachfolgenden Diskussionen wurde eine Reihe von Themen angesprochen, darunter die Bedeutung des Austauschs bewährter Interventionen wie der Känguru-Methode und die Notwendigkeit, den wirtschaftlichen Nutzen für Investitionen in die frühkindliche Entwicklung aufzuzeigen. Es wurde vorgeschlagen, dass die WHO ein Instrument entwickelt, das den Ländern Hilfestellung bei der Bewertung ihrer Initiativen bietet.

Fachinformationssitzung zu Maßnahmen gegen antimikrobielle Resistenzen

Bei dieser Informationssitzung führten die Mitgliedstaaten einen Erfahrungsaustausch über die Bekämpfung multiresistenter Tuberkulose (MDR-Tb). Ziel war es, die daraus gewonnenen Erkenntnisse für die Umsetzung der regionalen und nationalen Aktionspläne gegen antimikrobielle Resistenzen (AMR) zu nutzen. Die Sitzung wurde eröffnet mit einer Erklärung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation, die für wichtige internationale Ansätze in den Bereichen menschliche Gesundheit und Landwirtschaft stehen.

Es folgten Gastbeiträge von Belarus, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Kasachstan, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Wichtige Erkenntnisse, über die die Delegierten berichteten, betrafen unter anderem den Wert der Schnelldiagnostik für die möglichst rasche Einleitung einer gezielten Therapie, die wichtige Rolle der Bekämpfung von AMR an der Schnittstelle Mensch-Tier-Umwelt (gemäß dem einheitlichen Ansatz für Gesundheit), den Wert einer daten- und evidenzorientierten Politik zur Aufstellung von Zielvorgaben und Durchsetzung von Rechtsvorschriften sowie die Einsicht, dass selbst Länder mit einer niedrigen Inzidenz von MDR-Tb oder AMR sich nicht in Sicherheit wiegen dürften. In Belgien etwa habe man die gesundheitlichen Zugewinne (im Sinne einer verringerten AMR-Prävalenz) nach einer gewissen Zeit wieder eingebüßt.

Arbeitsfrühstück zu Investitionen für Gesundheit und Wohlbefinden

Investitionen zugunsten der öffentlichen Gesundheit können dazu beitragen, eine friedliche, sichere, inklusive, widerstandsfähige und nachhaltige Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zu schaffen. Dagegen führt ein „Weitermachen wie bisher“ zu hohen Kosten für den Einzelnen, die Familie und die Gemeinschaft. Investitionen für Gesundheit und Wohlbefinden ermöglichen eine nachhaltige Entwicklung und treiben sie zugleich voran.

Es gibt überzeugende Belege dafür, dass jeder in gesundheitspolitische Programme investierte US-$ eine Rendite von 14 US-$ erbringt. Der Nutzen von Investitionen lässt sich aber auch in sozialen Renditen erfassen. Soziale Renditen sind Ausdruck des sozialen Werts aus der Sicht der Akteure. Dabei werden die Auswirkungen einer Investition unter allen Aspekten berücksichtigt.

Bei dieser Sitzung wurden drei evidenzbasierte Veröffentlichungen über Investitionen für Gesundheit und Wohlbefinden sowie über soziale Renditen vorgestellt. Sie enthalten quantitative Argumente, die für Investitionen in die Gesundheit sprechen. Zudem gaben die Sitzungsteilnehmer nützliche Ratschläge für politische Entscheidungsträger ab.

Buchpräsentation: „Gesundheitsdiplomatie: Europäische Perspektiven“

Vor dem Hintergrund der mühevollen Auseinandersetzung der Länder mit globalen Prozessen wie Klimawandel, Pandemien und nicht nachhaltigen Konsummustern hat die Gesundheitsdiplomatie neuerlich Bedeutung erlangt, indem sie in vielen Ländern eine zentrale Rolle in der Gesundheitspolitik spielt und einen integralen Bestandteil der Außenpolitik bildet.

Im Verlauf der Sitzung wurde die Publikation „Gesundheitsdiplomatie: Europäische Perspektiven“ vorgestellt. Sie enthält 17 Fallstudien aus der Region zu Themen wie den Verhandlungen über die Einbeziehung von Gesundheit in das Pariser Klimaschutzübereinkommen, der Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung, der Aufnahme des Themas antimikrobielle Resistenzen auf die weltpolitische Tagesordnung und dem Nachweis der Relevanz von Gesundheitsdiplomatie für Städte. Mehrere Kapitel sind zudem gesundheitsdiplomatischen Bemühungen auf subregionaler Ebene gewidmet. Nach einer Einführung durch die Redakteure tauschten die Delegierten ihre Erfahrungen aus.

Höhepunkte von Tag 4

  • Partnerschaften für Gesundheit
  • Fortschrittsberichte über:
    • die Umsetzung des Europäischen Aktionsplans zur Verringerung des schädlichen Alkoholkonsums (2012–2020)
    • die Umsetzung des Europäischen Aktionsplans Nahrung und Ernährung (2015–2020)
    • die Umsetzung des Europäischen Aktionsplans für psychische Gesundheit
    • die Umsetzung des Programmhaushalts 2016–2017
    • Rechenschaftslegung und Regelkonformität
  • Abschlussbericht über die Umsetzung der IGV (2005) in der Europäischen Region der WHO