Universität Pécs zum WHO-Kooperationszentrum für Migration und Gesundheit ernannt

WHO

Die Fakultät für Einsatzmedizin der Universität Pécs (Ungarn) ist zum WHO-Kooperationszentrum für Ausbildung und Forschung im Bereich Migration und Gesundheit ernannt worden. Aus diesem Anlass fand eine Zeremonie statt, bei der Dr. Piroska Östlin, Leiterin der Abteilung Politikgestaltung und -steuerung für Gesundheit und Wohlbefinden beim WHO-Regionalbüro für Europa, das Ernennungsschreiben der WHO-Regionaldirektorin für Europa, Dr. Zsuzsanna Jakab, an Prof. Tit István Szilárd, den Ko-Vorsitzenden des Kooperationszentrums, übergab.

Die Feier fand im Rahmen der dreitägigen Konferenz zum 650. Jahrestag der Gründung der Universität statt. Die wissenschaftliche Veranstaltung wurde von der Universität Pécs zusammen mit der Zweigstelle der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Pécs organisiert. Ihre Zielsetzung bestand darin, den Themenkomplex Wohlbefinden aus einer fachübergreifenden Perspektive zu beleuchten.

Renommierte Wissenschaftler und staatliche Sachverständige aus Belgien, Deutschland und dem Vereinigten Königreich erörterten zusammen mit einer Reihe ungarischer Experten aus mehreren Universitäten und Fachrichtungen ein breites Spektrum von Themen: von der evolutionären Molekularmedizin über fachübergreifende internationale Forschung und den Themenkomplex Klimawandel bis hin zur Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, einer soliden Finanzierung der Gesundheitssysteme und der Chancengleichheit für alle in Bezug auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Bei dieser Gelegenheit hielt Dr. Östlin einen Vortrag über die Rahmenbedingungen für öffentliche Gesundheit in der Europäischen Region und die Bemühungen zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden für alle und zur Herstellung von mehr Chancengleichheit auf diesem Gebiet.

Das Kooperationszentrum soll dem beim Regionalbüro für Europa angesiedelten Programm für Migration und Gesundheit (EUPHAME), das unter der Leitung von Dr. Santino Severoni steht, fachlich und wissenschaftlich zuarbeiten. Das Kooperationszentrum arbeitet seit vielen Jahren mit dem EUPHAME zusammen. So war es namentlich an der Ausarbeitung des Instrumentariums für die Bewertung der Fähigkeit von Gesundheitssystemen zur Bewältigung größerer Ströme von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Migranten beteiligt. Unter der Leitung von Prof. Szilárd betreut das Team der Fakultät auch den Nachrichtenbrief des Projektes über gesundheitsschutzbezogene Aspekte der Migration in der Europäischen Region (PHAME) und stellt dessen Redaktionsausschuss. Aufgrund dieser langfristigen Erfahrung mit der Thematik Migration und Gesundheit in Europa wird die Universität Pécs ab Anfang 2018 einen neuen Postgraduierten-Studiengang für die Gesundheit von Migranten anbieten.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Pécs im Bereich der öffentlichen Gesundheit die große Bühne betritt. In diesem Jahr war die Stadt Pécs bereits Gastgeberin der Jährlichen Kooperations- und Fachtagung des Gesunde-Städte-Netzwerks, auf der Bürgermeister und andere politische Entscheidungsträger aus Ländern der Europäischen Region der WHO durch Unterzeichnung der Erklärung von Pécs ihr Bekenntnis zu den Werten und Grundsätzen der Gesunde-Städte-Bewegung bekräftigten.