WHO und Italien unterzeichnen erstmalig Länder-Kooperationsstrategie

WHO/Franz Henriksen

Italien und die WHO haben am 13. September 2017 erstmalig eine Länder-Kooperationsstrategie (CCS) unterzeichnet. Sie läuft von 2017 bis 2022 und legt den mittelfristigen, strategischen Rahmen für die Zusammenarbeit beider Seiten fest.

Das Dokument wurde für Italien durch den Generaldirektor für Krankheitsprävention Dr. Raniero Guerra in Stellvertretung für Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin und auf Seiten der WHO durch Regionaldirektorin Dr. Zsuzsanna Jakab und Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus unterschrieben. Die Zeremonie fand während der 67. Tagung des WHO-Regionalkomitees für Europa in Budapest statt.

Die Strategie nimmt Bezug auf die vergangene und derzeitige Zusammenarbeit zwischen Italien und der WHO und die erzielten Erfolge. Sie bietet auf allen drei Ebenen der WHO und ressortübergreifend in Italien einen Rahmen für die künftige Zusammenarbeit im Kontext der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.

Sie ist vollständig mit dem Rahmenkonzept der Europäischen Region „Gesundheit 2020“ und dem Zwölften Allgemeinen Arbeitsprogramm der WHO abgestimmt. Außerdem baut sie auf dem gemeinsamen Bericht über eine Mission des italienischen Gesundheitsministeriums, der sizilianischen Gesundheitsbehörde und des Regionalbüros aus dem Jahr 2013 auf, in dem die Kapazität des Gesundheitssystems angesichts des massiven Zustroms von Migranten eingeschätzt wurde.

Das Dokument beschreibt vier strategische Prioritäten:

  • Verwirklichung von „Gesundheit 2020“ in Abstimmung mit dem Fahrplan zur Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung und der nationalen SDG-Agenda unter Betonung von: guter Führung und Leitung, Förderung eines italienischen Ansatzes der gesamtstaatlichen und gesamtgesellschaftlichen Gesundheitspolitik sowie Überwindung von Benachteiligungen bei der Bewältigung der sozialen Determinanten von Gesundheit, der Gesundheit von Flüchtlingen und Migranten, dem Klimawandel sowie bei Umwelt und Gesundheit,
  • Förderung des Wohlbefindens durch den Lebensverlaufansatz, Abschwächung wichtiger Risikofaktoren für nichtübertragbare Krankheiten unter anderem in Bezug auf psychische Gesundheit sowie die Gesundheit von Frauen und Kindern und Erneuerung des nationalen Gesundheitssystems auch durch Genomforschung,
  • Bekämpfung übertragbarer Krankheiten mit einem einheitlichen Ansatz für Gesundheit, etwa durch Verwirklichung des nationalen Impfplans und Unterstützung globaler Maßnahmen gegen gesundheitliche Notlagen,
  • Stärkung der Rolle Italiens als Geberland für globale Gesundheitsprogramme der WHO sowie durch ausgeweitete Zusammenarbeit zwischen WHO und Italien in den von der italienischen Entwicklungsorganisation AICS priorisierten Ländern.

Die Strategie wurde in einer Reihe von Gesprächen mit Vertretern aller Ebenen der WHO, der italienischen Regierung und der Wissenschaft entwickelt.