Telemedizin in Kasachstan: intelligente Leistungserbringung im Gesundheitswesen

Kasachstan ist mit fast 3 Mio. Quadratkilometern das größte Binnenland der Welt. Aufgrund seiner geografischen Größe lebt ein Großteil seiner Bevölkerung in ländlichen Gebieten, weit entfernt von den wichtigsten medizinischen Zentren des Landes.

Deshalb investiert Kasachstan in neue Technologien, um den Menschen in ländlichen Gebieten Zugang zu Gesundheitsleistungen zu verschaffen. So ist ein im Jahr 2004 eingerichtetes Netzwerk für Telemedizin der ländlichen Bevölkerung beim Zugang zur fachärztlichen Versorgung behilflich, wobei sowohl Allgemeinärzte als auch Fachärzte Fernkonsultationen abhalten.

Ein auf einer Intensivstation tätiger Arzt erklärt: „Jetzt können wir jederzeit jeden Facharzt in Kasachstan erreichen und so mehr Menschenleben retten.“

Das Netzwerk für Telemedizin ist Teil des strategischen Plans des Gesundheitsministeriums für den Zeitraum 2017–2021. Die Regierung möchte das Netzwerk um „intelligente ärztliche Angebote“ wie mobile Apps für Krankheitsmanagement, Prävention und Behandlung erweitern und generell den gesamten Komplex der digitalen Gesundheit ausbauen.

Wie viele andere Länder in der Europäischen Region der WHO hat auch Kasachstan mit einer wachsenden Krankheitslast aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten zu kämpfen. Dies bedeutet, dass eine erhebliche Zahl von Fernkonsultationen über das Netzwerk darauf abzielen, die Bewältigung chronischer Erkrankungen zu unterstützen.

2016 wurden von Experten an 15 regionalen Krankenhäusern, der regionalen Kinderklinik von Schymkent sowie 14 städtischen Kliniken über 28 000 Konsultationen mittels Telemedizin und Videoverbindung durchgeführt. Davon fanden über 26 000 in regionalen Krankenhäusern und etwa 2000 in städtischen Kliniken statt. Aufgrund der wachsenden Belastung durch nichtübertragbare Krankheiten entfiel ein Großteil der Fernkonsultationen auf die Bereiche Kardiologie, Pulmonologie und Neurologie.