Kirgisistan richtet als erstes Land in Zentralasien eine Tagung seines Nationalen Gesunde-Städte-Netzwerks aus

WHO

Am 28. September 2018 richtete Kirgisistan die erste Tagung seines Nationalen Gesunde-Städte-Netzwerks aus. Für das Gesunde-Städte-Netzwerk der Europäischen Region der WHO war dies insofern ein Meilenstein, als damit zum ersten Mal ein Nationales Gesunde-Städte-Netzwerk in Zentralasien geschaffen wurde.

An der Veranstaltung nahmen mehr als 30 Bürgermeister von Städten der verschiedenen Verwaltungsebenen aus dem gesamten Land teil. Zusammen mit politischen Repräsentanten, Vertretern der zuständigen Fachministerien und Experten der WHO für Gesundheit und Wohlbefinden untersuchten sie die Rolle von Städten, Kommunen und Regionen bei der Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung auf der landesweiten Ebene.

In ihrer Eröffnungsansprache wies Aigul Boobekova vom Präsidialamt der Republik Kirgisistan auf die Bedeutung der Tagung für das Land hin: „Ich freue mich über alle die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem gesamten Land, die sich heute hier versammelt haben. Ich habe die Hoffnung, dass die heutige Veranstaltung uns dabei helfen wird, Herausforderungen für die Städte zu benennen und Pläne für konkrete gemeinsame Maßnahmen zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden aller Menschen zu entwerfen, die in unseren Städten leben, arbeiten und spielen.“

Gesundheit und Wohlbefinden auf der politischen Tagesordnung

Fachliche Experten der WHO aus dem Ausland erläuterten in einer Präsentation, wie das Nationale Gesunde-Städte-Netzwerk zu einer gesünderen und glücklicheren Zukunft für Kirgisistan beitragen kann. Auch Vertreter der kirgisischen Ministerien für Wirtschaft und Gesundheit hielten Präsentationen, in denen sie den Ansatz der Gesunde-Städte-Bewegung unterstützten.

Die Präsentationen trugen zur Verbesserung des Verständnisses der Bürgermeister und hochrangigen Kommunalvertreter in Bezug auf die Rolle Kirgisistans innerhalb des Gesunde-Städte-Netzwerks der Europäischen Region bei. Sie boten auch eine Gelegenheit zur Erörterung der wichtigsten Konzepte für gesunde Städte und zur Darstellung von Handlungsoptionen durch Schilderung von Beispielen innovativer Lösungsansätze aus den Ländern zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden auf der kommunalen Ebene, die an die Rahmenbedingungen in Kirgisistan angepasst werden könnten.

Die Teilnehmer führten auch eine offene Diskussion über den Abbau von Ungleichheiten und die Verbesserung der Gesundheit der Menschen sowie über Meilensteine und potenzielle Chancen in dem Land. „Wenn Gesundheit einen hohen Stellenwert auf der politischen und sozialen Tagesordnung von Städten erhält, so bietet uns dies die Gelegenheit, eine starke Dynamik zugunsten der öffentlichen Gesundheit auf der kommunalen und nationalen Ebene und in der Europäischen Region aufzubauen“, erklärte Dr. Jarno Habicht, WHO-Repräsentant in Kirgisistan.

„Das Seminar war so wertvoll, weil es den Beweis erbracht hat, dass das Gesunde-Städte-Netzwerk der Europäischen Region der WHO durch Förderung von Innovation und ressortübergreifender Zusammenarbeit in unseren Städten eine zentrale Rolle bei der Bewältigung von Herausforderungen und bei der Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung übernehmen kann.“

Die Tagung ging mit einer Diskussion der Bürgermeister am runden Tisch zu Ende, in der diese die Notwendigkeit der Einrichtung eines Nationalen Gesunde-Städte-Netzwerks sowie einer Verstärkung der Zusammenarbeit zur Unterstützung von Städten bei ihrer Reaktion auf Veränderungen unterstrichen. Die Teilnehmer blickten auch in die Zukunft und richteten ein besonderes Augenmerk auf eine enge Zusammenarbeit mit Ministerien und staatlichen Behörden.

Vorausschau auf den 30. Jahrestag der Gründung des Gesunde-Städte-Netzwerks

Die Tagung in Kirgisistan kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt: 2018 feiert das Gesunde-Städte-Netzwerk der Europäischen Region der WHO sein 30-jähriges Bestehen. So diente die Veranstaltung als ein Auftakt zur 30-Jahr-Feier der Gesunde-Städte-Bewegung, die im Rahmen einer Konferenz vom 1. bis 4. Oktober 2018 in Belfast stattfindet.

Die Konferenz wird sich mit den sechs Themenkomplexen des Konsenses der Kopenhagener Tagung der Bürgermeister, der neuen politischen Vision für das Gesunde-Städte-Netzwerk der Europäischen Region, befassen. Der Konsens wurde im Februar 2018 von über 80 Bürgermeistern und anderen führenden Kommunalpolitikern auf der Tagung der Bürgermeister des Gesunde-Städte-Netzwerks der Europäischen Region angenommen. Der Bürgermeister der kirgisischen Stadt Dschalal-Abad hatte seine Stadt auf dieser Tagung vertreten.

Kirgisistan durchläuft einen rapiden Prozess der Verstädterung und hat in zentralen nationalen Handlungskonzepten die städtische und regionale Entwicklung als vorrangig eingestuft. Nach aktuellem Stand werden auf nationaler Ebene 2, auf regionaler Ebene 12 und auf Bezirksebene 17 Städte als relevant eingestuft. Ferner wurden eine Reihe von Herausforderungen für Gesundheit und Wohlbefinden sowie Chancen zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden in Städten und Kommunen im ganzen Land bestimmt.

Kirgisistan gehört zu den wenigen Ländern Zentralasiens, die ein derartiges Netzwerk betreiben, um den Ansatz der Gesunde-Städte-Bewegung landesweit optimal zu nutzen. Die Tagung wurde mit fachlicher und finanzieller Unterstützung durch die WHO und nach Maßgabe der zweijährigen Kooperationsvereinbarung 2018–2019 zwischen dem kirgisischen Gesundheitsministerium und der WHO durchgeführt.