Prävention nichtübertragbarer Krankheiten in Lettland durch Maßnahmen zur Verbesserung von Lebensmittelprodukten und Reformulierung von Lebensmittelrezepturen

WHO

Am 31. Mai 2017 führte die WHO in Riga einen Workshop über Strategien zur Reduzierung des Gehalts an Salz und anderen ausgewählten Nährstoffen im Hinblick auf die Verbesserung von Lebensmittelprodukten durch. Sie organisierte die Veranstaltung gemeinsam mit dem lettischen Zentrum für die Prävention und Bekämpfung von Krankheiten, dem lettischen Gesundheitsministerium und der Stradins-Universität Riga.

Der Workshop bot eine Gelegenheit, um:

  • die Notwendigkeit einer Intensivierung der Anstrengungen zur Senkung des Salzgehalts in verarbeiteten Lebensmitteln durch konkrete Zielvorgaben für die Reformulierung von Lebensmitteln zu erörtern;
  • mögliche Lösungsansätze für die Senkung des Gehalts anderer ausgewählter Nährstoffe (z. B. Zucker) zu prüfen, etwa durch konkrete Maßnahmen wie die Reformulierung von Lebensmitteln, die Verringerung der Portionsgrößen und eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung;
  • unter Heranziehung von Fallstudien über Salzreduktion und die Eliminierung von Transfetten Möglichkeiten zur Überwachung und Evaluierung der Umsetzung und der Wirkung solcher Maßnahmen zu erörtern; und
  • Erfahrungen und geeignete Praktiken auszutauschen.

Der Workshop war für eine Zielgruppe von Interessengruppen wie Gesundheitsexperten aus dem Bereich der Ernährungswissenschaft, Vertreter der Landwirtschafts- und Industriepolitik sowie Verantwortliche in Gaststättengewerbe und Produktentwicklung bestimmt.

Gesunde Lebensmittel – Politik und Praxis

Dr. João Breda, Leiter des Europäischen Büros der WHO für die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten, führte auf der Veranstaltung in zwei Sitzungen den Vorsitz. Er berichtete von den Erfahrungen aus der Europäischen Region mit Maßnahmen zur Salzreduktion und von neuen politischen Vorstößen zur Verringerung des Zuckergehalts und zur Einstellung der Verwendung von Transfetten. Dr. Breda erläuterte, welche Maßnahmen einbezogen und welche Lösungsansätze gewählt werden sollten, auch zur Festlegung von Zielen, Gestaltung, Umsetzung und Evaluation nationaler Handlungskonzepte.

In anderen Sitzungen lag der inhaltliche Schwerpunkt auf der gegenwärtigen Praxis im Bereich der Reformulierung von Lebensmittelrezepturen in Lettland sowie der Rolle der verschiedenen maßgeblichen Akteure bei der Verbesserung der Zusammensetzung von Lebensmittelprodukten, namentlich im Hinblick auf die Eliminierung von Transfetten und die Salzreduktion.

In einer Präsentation wurde über die Ergebnisse eines Pilotprojekts über Essgewohnheiten in Lettland berichtet. Gegenstand des Projektes war die Verringerung des Konsums von Produkten mit hohem Salz- und Zuckergehalt. Experten tauschten Wissen und Erfahrungen in Bezug auf die Mittel, Verfahren und Fähigkeiten aus, die für eine wirksame Salzreduktion in Milch- und Fleischprodukten notwendig sind.

Die letzte Sitzung war ein Workshop über gesundes Kochen unter der Leitung eines der bekanntesten Köche des Landes. Er gab praktische Tipps dazu, wie man mit Zutaten aus der Region gesunde Mahlzeiten zubereiten kann. Abschließend verriet er dem Publikum einige gesunde Rezepte, das die leckeren Gerichte dann probieren durfte.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der zweijährigen Kooperationsvereinbarung zwischen dem lettischen Gesundheitsministerium und dem Regionalbüro für Europa für den Zeitraum 2016–2017 statt. Sie folgte auf einen Arbeitsbesuch von Vertretern des Regionalbüros, dessen Thema die Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten war und der vom lettischen Zentrum für die Prävention und Bekämpfung von Krankheiten, dem lettischen Gesundheitsministerium und dem WHO-Länderbüro gemeinsam organisiert wurde.