Auf dem Weg zu e-Gesundheit in Lettland

In einer seit über zehn Jahren andauernden Anstrengung hat das lettische Gesundheitsministerium nun erneut seine Entschlossenheit zur Verwirklichung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung unter Beweis gestellt, indem es ein staatliches Programm für elektronische Gesundheit schuf. Diese Initiative folgt der 2013 von der Weltgesundheitsversammlung verabschiedeten Resolution über Standardisierung und Interoperabilität im Bereich e-Gesundheit. Als Teil ehrgeiziger langfristiger nationaler Reformziele in der Gesundheitspolitik trägt das Programm e-Gesundheit maßgeblich dazu bei, dass die lettische Bevölkerung eine angemessene Gesundheitsversorgung am richtigen Ort und zur rechten Zeit erhält.

In der Vergangenheit behinderten Bedenken in Bezug auf Datenschutz und Vertraulichkeit die Umwandlung des fragmentierten, papiergestützten lettischen Systems in ein modernes, effizientes und zugängliches System für e-Gesundheit. Inzwischen tragen eine Reihe umfassender Verbesserungen, die mit fachlicher Unterstützung durch das WHO-Länderbüro Lettland eingeführt wurden, dazu bei, dass das System für e-Gesundheit über ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Akzeptanz verfügt.

Ab Januar 2018 wird die elektronische Plattform für alle Anbieter von Gesundheitsleistungen obligatorisch bei der Ausstellung von gewissen medizinischen Dokumenten wie Verschreibungen und Krankheitsattesten. Darüber hinaus bemüht sich die Regierung auch um Einbeziehung eines breiten Spektrums zusätzlicher elektronischer Gesundheitsdienste wie etwa elektronischer Überweisungen.

Zusammenarbeit mit WHO entscheidend für erfolgreiche Einführung von e-Gesundheit

Die lettische Gesundheitsministerin, Dr. Anda Čakša, unterstreicht die vielfältigen Vorzüge des neuen Systems: „Wenn wir ein transparenteres, verständliches und nachvollziehbares Gesundheitssystem haben wollen, das für Patienten und Ärzte gleichermaßen gut funktioniert und in dem Informationen nicht verschwinden, sondern vielmehr für verschiedene Fachärzte gleichzeitig verfügbar sind, dann bietet e-Gesundheit genau diese Möglichkeit.“

Sie stellt fest, dass die fachliche Unterstützung durch die WHO dem Land entscheidend bei der Einführung des heutigen Systems geholfen hat. So berief das WHO-Regionalbüro für Europa auf Wunsch des Gesundheitsministeriums ein nationales Forum für e-Gesundheit ein, um den Übergang des Landes zur Verwendung der Plattform für elektronische Gesundheitsdienste zu unterstützen.

„Die fachliche Hilfe durch die WHO wurde vom Gesundheitsministerium zu einem entscheidenden Zeitpunkt erbeten“, erklärt Dr. Aiga Rūrāne, Leiterin des WHO-Länderbüros in Lettland. „Sie hat nicht nur dazu beigetragen, einige falsche Vorstellungen über die Realisierung auszuräumen, sondern auch unmittelbar eine positive Veränderung der Einstellungen gegenüber dem Komplex e-Gesundheit bewirkt.“

Das Team der WHO und eine Reihe nationaler Experten kamen zusammen zu dem Ergebnis, dass das System für e-Gesundheit in Lettland nun einsatzbereit ist. Es verfügt über alle erforderlichen Fähigkeiten, um Transparenz bei Gesundheitsleistungen und Vergütung zu gewährleisten, den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verbessern und eine Einbeziehung der Patienten in ihre Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Eine rosige Zukunft für e-Gesundheit in Lettland

Leistungsanbieter, die das System für e-Gesundheit bereits nutzen, weisen vor allem darauf hin, dass dieses es ihnen ermöglicht, die Patientengeschichte (einschließlich früherer Untersuchungen und Tests) einzusehen, und dass es zur Vermeidung von Doppelarbeit beiträgt. „Es ist sehr wichtig, sowohl aus praktischer Sicht als auch zur Sicherheit der Patienten“, erklärt Dr. Renāte Smite, Chefärztin an der Universitäts-Kinderklinik in Riga.

Inzwischen haben alle Krankenhäuser, fast alle Apotheken und etwa die Hälfte der Allgemeinärzte in Lettland Verträge zur Einführung des Systems für e-Gesundheit abgeschlossen. Es sieht so aus, als sei das Land für die obligatorische Einführung von e-Gesundheit im Jahr 2018 gerüstet und als sehe die e-Gesundheit mit der Unterstützung des WHO-Länderbüros einer erfreulichen Zukunft entgegen.