Malta startet Strategie zur Bekämpfung der Adipositas

WHO

Am 22. Februar 2012 startete die Abteilung Öffentliche Gesundheit im Ministerium für Gesundheit, Senioren und Gemeindeversorgung von Malta die Strategie „Ein gesundes Gewicht fürs Leben“, die auf den Zeitraum 2012–2020 ausgerichtet ist. Der Minister, Dr. Joseph Caesar, sagte, in der Strategie werde ein erheblich erweitertes und abgestimmtes sektorübergreifendes Konzept für eine wirksame Bekämpfung der Ausbreitung von Adipositas und Übergewicht in der maltesischen Bevölkerung propagiert. Das Ziel sei eine Gesellschaft, in der ein gesundes Ernährungs- und Bewegungsverhalten zur Norm werde und in der gesundheitsförderliche Optionen leichter machbar und für alle zugänglich seien, um Krankheit zu verhindern und möglichst viele behinderungsfreie Lebensjahre zu ermöglichen.

In einer Ansprache anlässlich der Lancierung der Strategie erklärte João Brenda, Leiter des Programms für Ernährung, Bewegung und Adipositasprävention beim WHO-Regionalbüro für Europa: „Ernährung und Gesundheit zu einer hohen Priorität zu erheben, ist eine richtige Entscheidung – für die Gegenwart wie auch für die Zukunft.“

Die Strategie zielt darauf ab, durch intensivere sektorübergreifende Maßnahmen der Adipositasepidemie Einhalt zu gebieten und eine Trendumkehr herbeizuführen. In ihr werden nicht nur ökonomische Instrumente als Anreize für gesundheitsförderliche Entscheidungen (z. B. Konzepte für Preisgestaltung, Besteuerung und Subventionierung von Lebensmitteln, Steueranreize für Arbeitgeber) propagiert, sondern auch Initiativen, die auf Einzelpersonen, Gruppen, Schulen, Arbeitsplätze und bestimmte Angebote des Gesundheitswesens abzielen.

Hintergrund

Malta gehört zu den Ländern der Europäischen Region der WHO mit den höchsten Raten an Übergewicht und Adipositas: 72% der Männer und 53% der Frauen sind übergewichtig oder adipös, wie aus der WHO vorliegenden Selbstberichtsdaten hervorgeht. Die Initiative der Europäischen Region der WHO zur Überwachung von Adipositas im Kindesalter kam zu dem Ergebnis, dass jedes dritte Kind schon im schulpflichtigen Alter übergewichtig oder adipös ist.