Studie in Montenegro: Steuern auf Tabak und zuckerhaltige Getränke können Leben retten

WHO

Eine neue Studie der WHO über Montenegro ergab, dass höhere Steuern auf Tabakprodukte und zuckerhaltige Getränke in den nächsten 20 Jahren erhebliche positive Auswirkungen durch Vermeidung vorzeitiger Todesfälle sowie neuer Krankheitsfälle hätten. Bei einer Einführung gemäß den Empfehlungen der WHO würden die Steuern auch für Einnahmen sorgen und dem Staat beträchtliche Einsparungen in Form verringerter Behandlungskosten und Fehlzeiten am Arbeitsplatz ermöglichen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine höhere Besteuerung dieser Produkte für Montenegro ein äußerst wirksames Instrument zur Verwirklichung nationaler und globaler Ziele in Bezug auf die Bekämpfung von Übergewicht und Adipositas sowie die Senkung der Prävalenz des Rauchens wäre.

Die Prognosen wurden anhand eines Mikrosimulationsmodells erstellt. Dabei wurden unter Heranziehung der besten verfügbaren Daten für Montenegro zu erwartende Veränderungen in der Prävalenz der Adipositas und des Rauchens bis ins Jahr 2035 untersucht, und zwar jeweils unter mehreren Politikszenarien. Auf der Grundlage der Veränderungen in der Prävalenz der Adipositas und des Rauchens schätzte das Untersuchungsteam die Zahl der neuen Krankheitsfälle, die jeweils aus den einzelnen Steuerkonzepten resultieren würden. Dies wiederum ermöglichte es den Forschern, den potenziellen Nutzen in Form einer Verringerung der Gesundheitslast und der direkten Gesundheitskosten aufgrund von Adipositas und rauchbedingten Krankheiten zu errechnen. Ein vollständiger Bericht über die Studie soll im Frühjahr veröffentlicht werden.

Steuern können gesundheitliche und ökonomische Zugewinne bringen

Es konnte nachgewiesen werden, dass Steuerreformen im Vergleich mit einem Referenzszenario, das keine Veränderungen an der gegenwärtigen Steuerpolitik beinhaltet, eine Verringerung des Tabakkonsums und der Risikofaktoren für Adipositas bewirken und so zur Rettung von Menschenleben und zur Verhinderung von Krankheitsfällen beitragen. Auch die ökonomischen Folgen einer Senkung der Prävalenz des Rauchens waren deutlich erkennbar: Wenn Montenegro die von der WHO empfohlene Zielmarke einer Reduzierung der Zahl der erwachsenen Raucher um 30% bis 2025 erreichen würde, so würde sich der monetäre Gegenwert der geretteten Menschenleben im Vergleich zu einem Szenario ohne Veränderungen auf mindestens 309,93 Mio. US-$ belaufen. Bei Einführung zusätzlicher Verbrauchssteuern würde sich der Wert der geretteten Menschenleben sogar auf 2,1 Mrd. US-$ erhöhen.

Bei Adipositas würde die Einführung einer zusätzlichen Steuer in Höhe von 20% auf zuckergesüßte Getränke im Jahr 2018 den Verbrauch zuckerhaltiger Getränke verringern, sich positiv auf die Raten von Adipositas und Übergewicht auswirken und die direkten Gesundheitskosten senken. Der monetäre Gegenwert in Montenegro würde sich bis 2035 auf 250 bis 271 Mio. US-$ belaufen.