Reform des Krankenhauswesens: Republik Moldau und Estland lernen voneinander

WHO

Vom 5. bis 9. Dezember 2011 statteten Entscheidungsträger aus dem Gesundheitswesen der Republik Moldau Estland einen Studienbesuch ab. Der Besuch wurde von den beiden Länderbüros der WHO in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und mit Anbietern von Gesundheitsleistungen in Estland organisiert.

Der Besuch diente dazu, die grundsätzlichen Bemühungen der Republik Moldau zur Neustrukturierung des einheimischen Krankenhauswesens voranzubringen, und verschaffte den Teilnehmern Einsichten in die Ergebnisse ähnlicher Bestrebungen in der Vergangenheit.

Der Besuch diente folgenden Zielen:

  • Austausch von Erfahrungen über die Umsetzung des Gesamtplans im Krankenhausbereich und die Optimierung des Krankenhausnetzes im Rahmen der Reformierung des Gesundheitswesens insgesamt;
  • Prüfung gangbarer Lösungen für das Krankenhausnetz in der Hauptstadt und auf der regionalen Ebene sowie seiner Beziehungen zur Leistungserbringung insgesamt (d. h. primäre Gesundheitsversorgung, Langzeitpflege und Krankentransportdienste);
  • Prüfung der Führungs- und Verwaltungsstrukturen im Krankenhauswesen;
  • Austausch von Erfahrungen mit dem Konzept von Universitätskliniken und Aufzeigen möglicher Lösungen;
  • Prüfung von Möglichkeiten zur Organisation der stationären und ambulanten fachärztlichen Versorgung. 

Die moldauische Delegation wurde von Gesundheitsminister Dr. Andrei Usatii angeführt und umfasste weitere zehn Entscheidungsträger von verschiedenen Ebenen, darunter Vertreter des Gesundheitsministeriums, des Nationalen Zentrums für Gesundheitsmanagement und der Staatlichen Hochschule für Medizin und Pharmazie sowie Leiter von Krankenhäusern. Auf dem Programm standen Besuche beim Ministerium für Soziales und bei weiteren Institutionen aus dem Gesundheitsbereich, der Kommunalverwaltung und der Wissenschaft. Während des Besuchs fanden auch bilaterale Zusammenkünfte zwischen den Gesundheitsministern und Leitern von Universitäten statt, in denen Möglichkeiten zur Stärkung der Partnerschaft zwischen den beiden Ländern erörtert wurden.

„Estland ist innerhalb der Region für seine energischen Reformen im Krankenhauswesen bekannt, und wir sind dankbar für die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch auf diesem Gebiet“, sagte Dr. Usatii während seines Gesprächs mit dem estnischen Minister für Soziales, Hanno Pevkur. Er fuhr fort: „Wir hoffen, dieser Besuch führt zu einer umfassenderen langfristigen Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung, auch in Bereichen wie Personalentwicklung, Gesundheitsfinanzierung, Leistungserbringung im Gesundheitswesen, Führungsstrukturen im öffentlichen und privaten Sektor und Stärkung staatlicher Institutionen wie der Arzneimittelbehörde. Für uns ist dies eine gute Gelegenheit, von erfolgreichen Reformen zu lernen und zu erkennen, welche Schritte im Hinblick auf eine Harmonisierung mit den in der Europäischen Union geltenden Rechtsvorschriften notwendig sind.“ Pevkur fügte hinzu: „Wir haben ähnliche Systeme geerbt, und wir freuen uns, von unseren Erfahrungen bei der Reformierung des Gesundheitssystems in den beiden letzten Jahrzehnten berichten zu können. Die Optimierung des Krankenhausnetzes ist eine der schwierigsten Aufgaben, und halbherzige Maßnahmen führen in solchen Fällen meistens zu nichts.“

Fahrplan für die Gesundheitspolitik

Die Regionalisierung und Optimierung der Krankenhausversorgung ist Teil eines vom Gesundheitsministerium der Republik Moldau vor kurzem vorgelegten gesundheitspolitischen Fahrplans. Im vergangenen Jahr war das WHO-Regionalbüro für Europa bei der Ausarbeitung dieses strategischen Dokuments wie auch bei der Durchführung einer Reihe von Maßnahmen zur Stärkung des Krankenhauswesens behilflich. Zu diesen Aktivitäten gehörten eine landesweite Evaluation der Sicherheit in den Krankenhäusern, die Erstellung eines Aktionsplans zur Erhöhung der Belastbarkeit, die Anbahnung eines Grundsatzdialogs über die Reformierung des Krankenhauswesens, eine externe Überprüfung öffentlich-privater Partnerschaften im Krankenhausbereich und eine Grundsatzstudie über die Verbesserung des Krankenhauswesens.

Der Studienbesuch war Teil eines Programms zur fachlichen Hilfe, das von der Europäischen Kommission finanziert und von der WHO koordiniert wurde. Zu den Zielen des Programms gehören die Stärkung der Steuerung von Investitionen ins Gesundheitswesen, eine wirksamere Leistungskontrolle und die stärkere Heranziehung von Evidenz bei politischen Entscheidungen.