Regionaldirektorin besucht Republik Moldau: Gesundheitsreformen auf dem richtigen Weg

WHO

From left: Jarno Habicht, WHO Representative, Zsuzsanna Jakab, WHO Regional Director for Europe, and Andrei Usatii, Minister of Health, at press conference during official visit to the Republic of Moldova, June 2012

Im Rahmen ihres Amtsbesuchs in der Republik Moldau vom 3. bis 5. Juni 2012 traf Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, mit Ministerpräsident Vladimir Filat, dem Gesundheitsminister, Dr. Andrei Usatîi, sowie einer Reihe weiterer hochrangiger Regierungsbeamter zu Gesprächen zusammen. Sie nahm auch an einem konzeptionellen Workshop über den Ausbau von Gesundheitssystemen teil und traf mit Vertretern der Europäischen Union und der Vereinten Nationen sowie mit einer Reihe von Leistungsanbietern im Gesundheitswesen zusammen.

Gesundheitsreform

Im Mittelpunkt der Gespräche mit dem Gesundheitsministerium standen die Erfolge und Herausforderungen im Gesundheitswesen.

„Ich bin wirklich beeindruckt von der bisherigen Arbeit im Gesundheitswesen und den dabei verwendeten Konzepten. Es ist der Republik Moldau gelungen, sinnvolle Verfahren aus der Vergangenheit zu bewahren, etwa die Aufrechterhaltung einer hohen Durchimpfung, und gleichzeitig den Wandel hin zu einem modernen Gesundheitssystem zu vollziehen, dessen Schwerpunkte in den Bereichen Familienmedizin, Krankenversicherungspflicht und umfassende Angebote im Bereich der öffentlichen Gesundheit liegen“, sagte Frau Jakab während der Gespräche.

Als verbleibende Herausforderungen nannte die Regionaldirektorin:

  • Neudefinition der Aufgaben der Krankenhäuser durch Thematisierung von Effizienzdefiziten und Sicherstellung eines Eingehens auf die Bedürfnisse der Bevölkerung;
  • Beschäftigung mit den komplexen Problemen in Verbindung mit Tuberkulose und HIV/Aids;
  • ein aktives Herangehen an die Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten und ihrer wichtigsten Risikofaktoren, u. a. Rauchen, Alkoholkonsum, falsche Ernährung und Bewegungsmangel.

Dr. Andrei Usatîi erklärte, Gesundheit gehöre zu den obersten Prioritäten seiner Regierung, und dankte der WHO für ihre anhaltende Unterstützung und Beratung.

Konzeptioneller Workshop

Frau Jakab hielt ferner einen Vortrag im Rahmen eines konzeptionellen Workshops an der Staatlichen Medizinischen und Pharmazeutischen Universität, an dem mehr als 200 politische Entscheidungsträger, Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen und Wissenschaftler teilnahmen. Der Vortrag befasste sich mit dem Thema Gesundheitsreformen und mit der Verbesserung von Gesundheitsindikatoren innerhalb des neuen europäischen Rahmenkonzeptes „Gesundheit 2020“. Zu den Themen des Workshops gehörten Gesundheitskonzepte und gesetzliche Rahmen, Leistungserbringung, Finanzierung, Gesundheitspersonal, Chancengleichheit und soziale Determinanten von Gesundheit.

Besuch bei Leistungsanbietern

Während ihres Besuchs in der Universitätsklinik für primäre Gesundheitsversorgung informierte sich Frau Jakab bei deren Mitarbeitern über das Gesamtkonzept des Landes für Familienmedizin sowie dessen Geschichte, größte Erfolge und noch verbleibende Herausforderungen. Die Regionaldirektorin traf auch mit Mitarbeitern des Nationalen Zentrums für öffentliche Gesundheit zusammen, die erklärten, wie das Gesundheitssystem nach der Verabschiedung neuer Gesetze für die öffentlichen Gesundheitsdienste Ende 2009 reformiert worden sei und dass es nun Maßnahmen zur Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten und zur Umsetzung der Internationalen Gesundheitsvorschriften enthalte. Ferner besichtigte sie auch die wichtigsten Referenzlabors innerhalb des Zentrums sowie die Lagereinrichtungen für Impfstoffe im Rahmen des nationalen Impfprogramms.