Neuer Bericht mit fundierter Analyse zur gesundheitlichen Lage in der Republik Moldau

Die dritte Publikation aus einer Reihe vertiefter Gesundheitsanalysen für die Mitgliedstaaten wurde jetzt veröffentlicht. Der Bericht mit Themenschwerpunkt Republik Moldau zeigt, dass sich die gesundheitliche Situation dort im vergangenen Jahrzehnt erheblich gebessert hat, dass einige Probleme jedoch noch nicht beseitigt werden konnten.

Der Bericht über Gesundheit und Wohlbefinden in der Republik Moldau wurde gemeinsam mit dem moldawischen Gesundheitsministerium unter Anwendung der Indikatoren und Zielvorgaben als Leistungskriterien zum Rahmenkonzept „Gesundheit 2020“ erstellt. Zeitgleich erschien „Schlaglicht auf Gesundheit und Wohlbefinden“ als kurze Zusammenfassung des Berichts für politische Entscheidungsträger. In der Zusammenfassung werden wichtige konzeptionelle Themen und Trends auf den Punkt gebracht und Analysen der verfügbaren Daten und Erkenntnisse über die gesundheitliche Lage angeboten.

Aufwärtstrends

Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt in der Republik Moldau nun 72 Jahre und liegt damit 1,5 Jahre über dem Durchschnitt der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). 10 der 19 zentralen Indikatoren zur Beobachtung der Zielvorgaben aus „Gesundheit 2020“ weisen gegenüber dem Jahr 2000 Verbesserungen auf. Die vorzeitige Sterblichkeit aufgrund der vier wichtigsten nichtübertragbaren Krankheiten (kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs, Diabetes mellitus und chronische Atemwegserkrankungen) sowie Erkrankungen des Verdauungstrakts haben stärkere Rückgänge zu verzeichnen, als die Zielvorgaben es verlangten. Impfungen gegen Masern und Röteln haben zugenommen. Die Lebenszufriedenheit als subjektives Maß des Wohlbefindens bewegt sich im Durchschnitt der GUS.

Beträchtliche Herausforderungen

Neben den Verbesserungen steht die Republik Moldau allerdings noch vor einer Reihe beträchtlicher Herausforderungen. Zwar ist die vorzeitige Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückgegangen, doch ist sie noch doppelt so hoch wie der Durchschnitt in der Europäischen Region. Die Mortalität aufgrund von Krebserkrankungen nimmt anders als in den meisten Ländern der Europäischen Region zu. Nichtübertragbare Krankheiten fordern drei von vier Todesfällen in der Republik Moldau, dabei stellen auch übertragbare Krankheiten, insbesondere Tuberkulose, noch eine große Last dar.

Weitere Indikatoren weisen steigende Tendenzen auf: die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas, der Anteil der keine Schule besuchenden Kinder im schulpflichtigen Alter (Indikator für Wohlbefinden), der Anteil der Zuzahlungen von Privathaushalten zur Gesundheitsversorgung. Der Impfschutz gegen Poliomyelitis hat abgenommen.

Dr. Claudia Stein, Direktorin der Abteilung Information, Evidenz, Forschung und Innovation, empfahl die Veröffentlichung: „Dieser Bericht zeigt, dass die harte Arbeit der Gesundheitsbehörden und des Gesundheitspersonals der Republik Moldau sich lohnt und bereits zu signifikanten Verbesserungen geführt hat. Natürlich bleibt noch viel zu tun, doch ein besseres Verständnis der aktuellen Lage durch einen Bericht wie diesen ist ein wichtiger Baustein für die Erfolge der Zukunft.“

Weitere Länderprofile stehen an

Die vorangegangenen Länderprofile befassten sich mit Griechenland und Slowenien. In den kommenden Jahren will das Regionalbüro derartige Berichte für möglichst viele Länder erstellen und darin die gesundheitliche Lage des jeweiligen Landes unter Verwendung der neuesten verfügbaren Daten schildern. Diese Daten werden gemeinsam mit denen anderer Länder in der Europäischen Region der WHO analysiert, damit sinnvolle Vergleiche möglich werden.

Die Berichte sind auch über das Europäische Gesundheitsinformations-Portal sowie die Smartphone-App für Gesundheitsstatistiken erhältlich, die eine genauere Erkundigung der Datensätze und Vergleiche zwischen Ländern ermöglicht.