Schulung zur Prävention, epidemiologischen Überwachung und Bekämpfung der Masern in der Republik Moldau

WHO

Angesichts der Bedenken bezüglich der anhaltenden Übertragung von Masern in vielen Ländern in der Europäischen Region der WHO erhielten Gesundheitsfachkräfte in der Region Transnistrien im Rahmen einer am 18. Juli 2018 abgehaltenen umfangreichen Schulung zur Prävention, epidemiologischen Überwachung und Bekämpfung der Krankheit aktuelle Informationen zur gegenwärtigen Masernsituation.

An der vom WHO-Regionalbüro für Europa und der nationalen Gesundheitsbehörde organisierten Schulung in Tiraspol nahmen mehr als 86 Kinderärzte, Fachärzte für Infektionskrankheiten und Epidemiologen aus der Region Transnistrien teil. Die Schulung umfasste Vorträge und ermöglichte Diskussionen über die aus Masernfällen und Masernausbrüchen in Transnistrien gezogenen Lehren. Während der Schulung wurden die Gesundheitsfachkräfte mit folgenden Aspekten vertraut gemacht:

  • aktuellen Informationen zur Masernsituation, Krankheitslast und epidemiologischen Überwachung
  • Standards für die epidemiologische Überwachung der Masern und dem Labornetzwerk
  • Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung der Krankheit.

Experten der nationalen Gesundheitsbehörde und der Abteilung für Infektionskrankheiten der Staatlichen Universität für Medizin und Pharmazie „Nicolae Testemitanu“ in Chisinau hielten Vorträge und ermöglichten fachliche Diskussionen. Die Teilnehmer einigten sich auf ein Paket mit Empfehlungen und weiteren Vorgehensweisen, die erforderlich sind, um die frühzeitige Entdeckung und angemessene Behandlung sowie Handhabung der Krankheit zu gewährleisten und so die weitere Ausbreitung der Masern und mögliche Ausbrüche zu verhindern.

Zusätzlich zu der Schulung wurde in sämtlichen Gesundheitseinrichtungen in der Region Transnistrien ein Paket mit Informationsmaterial, einschließlich Broschüren zu impfpräventablen Krankheiten und einer Infografik zu Masern, verteilt.

Masernfälle im Jahr 2018

Seit Ende 2015 konnte in der Republik Moldau die Eliminierung der endemischen Übertragung der Masern aufrechterhalten werden, wie die Verifizierungskommission der Europäischen Region für die Eliminierung der Masern und Röteln in ihrer jährlichen Beurteilung bestätigte. Im Jahr 2018 wurden im Land (u. a. auch in der Region Transnistrien) jedoch bereits 37 Masernfälle gemeldet. Die ersten Fälle wurden aus den Nachbarländern Rumänien und Ukraine eingeschleppt.

Aufgrund eines alarmierenden Anstiegs der Masernfälle in der Europäischen Region mit mehr als 30 000 zwischen Januar und Juni 2018 gemeldeten Fällen sowie des regelmäßigen Reiseverkehrs zwischen den Ländern wird die Situation von den Gesundheitsbehörden in der Republik Moldau genau beobachtet und es werden kontinuierliche Anstrengungen unternommen, um die hohe Durchimpfung und die Vorsorge- und Gegenmaßnahmen für einen Ausbruch im Land aufrechtzuerhalten.

Diese Aktivitäten wurden von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit im Rahmen des Multi-Partner Trust Fund finanziell unterstützt. Das WHO-Länderbüro ist für die Koordinierung der Initiative sowie die Aktivitäten in zwei Schwerpunktbereichen zuständig: perinatale Gesundheitsversorgung und Impfmaßnahmen. Die Initiative läuft von 2016 bis 2019 und umfasst Aktivitäten an beiden Ufern des Flusses Dnister.