Weniger gesundheitliche Ungleichheit in kleineren Staaten: Regionalbüro unterzeichnet Abkommen mit San Marino

WHO

Claudio Podeschi, Minister of Health and Social Security, National Insurance and Gender Equality, signed a project agreement with WHO/Europe on 1 August 2012

San Marino stellt 1,25 Mio. € für ein auf fünf Jahre angelegtes Projekt bereit, das Länder der Europäischen Region mit geringer Einwohnerzahl darin unterstützen soll, die sozialen Determinanten von Gesundheit zu thematisieren und gesundheitliche Benachteiligungen abzubauen. Das Projekt wird eine strategische Grundlage für Investitionen in Gesundheit und Entwicklung von Ländern mit geringer Einwohnerzahl schaffen und hierfür WHO, Mitgliedstaaten, akademische Institutionen und regionale Entwicklungsorganisationen zusammenführen, die alle ein gemeinsames Interesse an der Entwicklung konzeptioneller und steuerungsrelevanter Maßnahmen besitzen, durch die gesundheitliche Chancengleichheit als Teil einer gerechten und nachhaltigen Gesellschaft gefördert werden kann.

Der Minister für Gesundheit und soziale Sicherheit, nationales Versicherungswesen und Gleichstellung der Geschlechter, Claudio Podeschi, unterzeichnete die Vereinbarung mit dem Regionalbüro am 1. August 2012.

Auswirkungen sozialer und ökonomischer Umbrüche zeigen sich in Ländern mit geringer Einwohnerzahl häufig zuerst und daraus entsteht eine Möglichkeit zur Frühwarnung und zum Erkennen von Chancen sowie Erproben von konzeptionellen Ansätzen, mit denen eben solche gesundheitliche Auswirkungen abgemildert werden können. In der Europäischen Region haben u. a. folgende Mitgliedstaaten der WHO eine Einwohnerzahl von unter 2 Mio.: Andorra, Estland, Island, Luxemburg, Malta, Monaco, Montenegro, San Marino und Zypern.

„Das Wesen der sozialen Determinanten wie der gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung macht einen radikalen Wechsel in der Art und Weise erforderlich, wie wir Gesundheit als Bestandteil einer gerechten und nachhaltigen Gesellschaft ansteuern.  „Dieses neue Projekt, das heute dank der großzügigen Unterstützung von San Marino auf den Weg gebracht wurde, wird gesundheitliche Chancengleichheit in Ländern mit geringer Bevölkerungszahl thematisieren und Innovationen auf ihre Eignung überall in der Europäischen Region prüfen helfen“, sagte Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa.

Projektziele

Das Projekt bezweckt konkret:

  • die Konsolidierung innovativer Konzepte, die Anwendung neuer Erkenntnisse und Werkzeuge auf zentrale politische Herausforderungen für kleine Länder und das Erkennen viel versprechender Lösungsansätze, die auch auf Ebene der Region und weltweit genutzt werden können,
  • gegenseitiges Lernen und fruchtbare Anregungen für die nationale Politik durch aktive Zusammenarbeit kleiner Länder, 
  • Weitergabe des Gelernten an ein breites Publikum durch Dokumentation der Fortschritte, thematische Grundsatzdialoge und Kapazitätsaufbau für die Umsetzung gerechter und nachhaltiger Ansätze für Gesundheit und Entwicklung,
  • Förderung von Bündnissen für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit durch gegenseitiges Lernen und Partnerschaften auf lokaler, nationaler und regionaler Ebene.

„Ich bin hocherfreut, diese Vereinbarung mit dem Regionalbüro unterzeichnen zu können, durch die San Marino als Katalysator für das Auffinden und Erproben neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und konzeptioneller Lösungen dienen und damit zum Abbau gesundheitlicher Benachteiligung in Ländern mit geringer Einwohnerzahl beitragen kann“, sagte Claudio Podeschi.

Das Projekt wird von der Außenstelle des Regionalbüros in Venedig, dem Europäischen Büro für Investitionen in Gesundheit und Entwicklung, koordiniert.