Serbien: Leichterer Zugang für Müllsammler zu Gesundheits-, Bildungs- und Beschäftigungseinrichtungen

WHO/Djordje Novakovic

Startschuss für SWIFT durch (von links) den norwegischen Botschafter in Serbien Nils Ragnar Kamsvaag, den stellvertretenden Premierminister Bozidar Djelic sowie Genossenschaftsmitglieder Photo: WHO/Djordje Novakovic

In der vergangenen Woche wurde in Serbien die Initiative SWIFT (Sustainable Waste management Initiative For a healthier Tomorrow [dt.: Initiative für nachhaltige Abfallentsorgung und eine gesündere Zukunft]) gestartet. Sie will Müllsammlern zu einem geregelten Lebensunterhalt verhelfen und ihnen einen besseren Zugang zu öffentlichen Einrichtungen (Gesundheit, Bildung, Soziales) und die Erfassung durch die Behörden ermöglichen.

Müll zu sammeln ist für viele benachteiligte Bevölkerungsgruppen und insbesondere für ärmere Romagruppen in Serbien eine wichtige Überlebensstrategie. Der Kooperative SWIFT können nun alle Müllsammler im Belgrader Raum beitreten und so Zugang zu ihren Büro- und Sanitäreinrichtungen sowie zu ihren Müllwagen, -pressen und -sortiergeräten samt betrieblichen Gesundheits- und Sicherheitseinrichtungen erhalten. Die Mitglieder der Kooperative können so im Zusammenspiel mit anderen Einrichtungen Müll einsammeln und wiederverwerten. Die Kooperative will in Zukunft weitere Arbeitsplätze im Bereich von Reinigung und einfacheren Arbeiten sowie alternativer Müllverwertung schaffen.

Durch das Projekt werden zentrale Gesundheitsdeterminanten wie sinnvolle Beschäftigung, Sicherheit, Bildung und Integration unterstützt. Neben den unmittelbaren Vorteilen eines regelmäßigen Einkommens für die Teilnehmer soll SWIFT auch nachhaltige Arbeitsplätze schaffen und eine Berücksichtigung arbeitsmedizinischer Erwägungen sichern.

Das Durchbrechen des Teufelskreises Armut und die Beendigung der gesellschaftlichen Ausgrenzung benachteiligter Gruppen liegen auf einer Linie mit der Armutsbekämpfungsstrategie der serbischen Regierung und der Verpflichtung europäischer Regierungen zur Integration der Roma.

SWIFT wird von der norwegischen Regierung finanziert und vom WHO-Länderbüro in Serbien in Partnerschaft mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und dem Büro der Vereinten Nationen für Projektdienste (UNOPS), dem Büro des stellvertretenden Premierministers, den Ministerien für Gesundheit und für Umwelt- und Raumplanung, der Stadt Belgrad und dem Bezirk Zvezdara (in Belgrad) durchgeführt.

Das Modellvorhaben SWIFT soll nach sechs Monaten nach seinem Erfolg bewertet werden. Die Errichtung ähnlicher Initiativen in anderen Landesteilen wird bereits erwogen.