Verstärkte Eindämmung des Tabakgebrauchs in Slowenien zur Rettung von Menschenleben

WHO/Marijan Ivanusa

Rauchen ist in Slowenien weit verbreitet: fast ein Viertel (24%) der erwachsenen Bevölkerung raucht. Darüber hinaus fangen viele Raucher bereits in jungen Jahren mit dem Rauchen an: bis zu 18% der slowenischen Teenager haben eigenen Angaben zufolge im Alter von 13 Jahren oder bereits früher mit dem Rauchen angefangen. Die hohen Raucherraten haben schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die Bevölkerung Sloweniens. Prognosen zufolge werden etwa die Hälfte der gegenwärtig 427 000 Raucher aufgrund der Folgen des Tabakkonsums vorzeitig sterben.
Das slowenische Parlament billigte im Jahr 2017 ein Gesetz zur Eindämmung des Tabakgebrauchs, das zu erheblichen Fortschritten bei der Tabakbekämpfung im Land führte. Die im Gesetz enthaltenen weitergehenden Maßnahmen waren die Folge eines hohen Maßes an Führungskompetenz und Zusammenarbeit zwischen zahlreichen maßgeblichen Akteuren, wie etwa der Zivilgesellschaft und den Medien.

Die kontinuierlichen Bemühungen der Tabakindustrie um eine Behinderung der Fortschritte bei der Eindämmung des Tabakgebrauchs in Slowenien unterstreichen die Notwendigkeit, das bestehende Gesetz zu schützen und durchzusetzen und es weiter auszubauen. Derartige Maßnahmen könnten die Prävalenz des Rauchens weiter senken, zusätzliche vorzeitige Todesfälle aufgrund der Folgen des Tabakkonsums verhindern und Kinder und Jugendliche vor dem Einfluss der Tabakindustrie schützen.

Neutrale Verpackungen als zentrale Maßnahme bei der Bekämpfung des Tabakkonsums

Neutrale Verpackungen sind eine der zentralen Maßnahmen bei der Verhinderung von Todesfällen aufgrund der Folgen des Tabakkonsums. In Slowenien wurden sie jedoch bislang noch nicht eingeführt. Die Einführung neutraler Verpackungen für Tabakprodukte führt nachweislich zu einer:

  • Minderung der Attraktivität von Tabakprodukten;
  • Aufhebung der Wirkung von Tabakverpackungen als eine Form der Werbung und Verkaufsförderung;
  • Eliminierung von Methoden der Verpackungsgestaltung, die nahelegen können, dass einige Produkte harmloser sind als andere; und
  • Steigerung der Wahrnehmbarkeit und Wirksamkeit von Gesundheitswarnungen.

Von besonderer Bedeutung für Slowenien ist, dass neutrale Verpackungen zudem dazu beitragen können, Kinder und Jugendliche davon abzuhalten, mit dem Rauchen anzufangen. Bislang sind neutrale Verpackungen noch nicht allzu weit verbreitet, doch eine Reihe von Ländern in der Europäischen Region der WHO – darunter Belgien, Frankreich, Georgien, Irland, Israel, Norwegen, die Türkei und das Vereinigte Königreich – haben bereits neutrale Verpackungen eingeführt oder entsprechende Gesetze erlassen, die schon bald umgesetzt werden sollen.

Bekämpfung der Einmischung der Tabakindustrie zur Einführung wirksamerer Handlungskonzepte

Die Länder der Region haben dem Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (WHO FCTC) zugestimmt, das klare Leitlinien für ein breites Spektrum an Maßnahmen zur Bekämpfung des Tabakkonsums enthält. Hierzu zählen die Einführung neutraler Verpackungen, aber auch andere nachweislich wirksame Maßnahmen wie die Besteuerung von Tabakprodukten.

Zwar stoßen viele dieser Maßnahmen auf starken Widerstand vonseiten der Tabakindustrie, doch können die Länder und die WHO sich gemeinsam dieser Einmischung entgegenstellen und die Umsetzung von potenziell lebensrettenden Handlungskonzepten zur Eindämmung des Tabakgebrauchs weiter vorantreiben.

So belegen Daten, dass Slowenien mithilfe einer Reihe stärkerer Konzepte im Einklang mit dem Rahmenübereinkommen der WHO die Prävalenz des Rauchens innerhalb von 5 Jahren um 27%, innerhalb von 15 Jahren um 34% und innerhalb von 40 Jahren um 41% senken könnte. So könnten auf lange Sicht nahezu 88 000 Todesfälle verhindert werden.

„Auch wenn wir die bisherige Führungskompetenz der slowenischen Regierung in Bezug auf die Eindämmung des Tabakgebrauchs würdigend anerkennen, ist die WHO entschlossen, eng mit den slowenischen Behörden und Akteuren zusammenzuarbeiten, um eine weitere Umsetzung sämtlicher im Rahmenübereinkommen der WHO enthaltenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Tabakkonsums sicherzustellen“, sagte Dr. Bente Mikkelsen, Direktorin der Abteilung Nichtübertragbare Krankheiten und Gesundheitsförderung im gesamten Lebensverlauf beim WHO-Regionalbüro für Europa.

„Wir werden Slowenien auch weiterhin fachliche Hilfe und Unterstützung beim Schutz der Gesundheit und des Wohlbefindens seiner Bevölkerung bieten. Gemeinsam können wir uns gegen die beispiellose Einmischung der Tabakindustrie wehren“, erklärte Dr. Mikkelsen abschließend.

Tabakbedingte Erkrankungen stellen weltweit eine der größten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit dar und die Bekämpfung des Tabakkonsums spielt eine zentrale Rolle in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die Agenda 2030 enthält eine Zielvorgabe, bei der es darum geht, vorzeitige Todesfälle aufgrund nichtübertragbarer Krankheiten (hierzu zählen etwa Herz- und Lungenerkrankungen, Krebs und Diabetes) bis 2030 um ein Drittel einzudämmen, sowie weitere Zielvorgaben zur verstärkten nationalen Umsetzung des Rahmenübereinkommens der WHO.