Malaria: große Fortschritte bei der Eliminierung, doch anhaltende Bedrohung durch eingeschleppte Fälle und Gefahr der Wiedereinführung

Die Europäische Region verfolgt das Ziel, die Übertragung von Malaria zu unterbrechen und die Krankheit bis 2015 zu eliminieren.

Die Zahl der gemeldeten Fälle mit lokaler Übertragung ist dramatisch gesunken: von 90 712 (1995) auf nur 37 (2013) Fälle, die aus Griechenland, Tadschikistan und der Türkei gemeldet wurden. Dennoch wurden 2013 etwa 5000 Fälle in die Europäische Region eingeschleppt, und die Gefahr einer Wiedereinführung der Krankheit besteht weiter.

Die Surveillance und Bekämpfung von Vektoren und die frühzeitige Entdeckung von humanen Erkrankungsfällen sind für die Verhinderung der erneuten Einführung und Ansiedlung von Stechmücken und die Ausbreitung der von ihnen übertragenen Krankheiten von entscheidender Bedeutung.

Zum Welt-Malaria-Tag am 25. April 2014 veröffentlicht die WHO ein Handbuch, um den Ländern bei der Bewertung der fachlichen, operativen und finanziellen Durchführbarkeit von Initiativen zur Eliminierung der Malaria behilflich zu sein.

Weitere Länder als malariafrei zertifiziert

Die Eliminierung der Malaria in der Europäischen Region bis 2015 ist ein realistisches und erreichbares Ziel. Von den neun Ländern der Region, in denen es im Jahr 2000 noch zur Übertragung der Krankheit kam, sind inzwischen drei (Turkmenistan: 2010; Armenien: 2011; Kasachstan: 2012) als malariafrei zertifiziert worden, während drei (Georgien, Kirgisistan und Usbekistan) sich in der Phase befinden, in der sie ein Wiederauftreten verhindern wollen, nachdem sie mindestens in den vergangenen drei Jahren keine autochthone Übertragung der Krankheit mehr gemeldet haben. In Aserbaidschan gelang 2013 die Unterbrechung der Übertragung der Malaria. In den beiden verbleibenden Ländern (Tadschikistan, Türkei) konnte die Zahl der Fälle jeweils um mehr als 75% reduziert werden.

Gefahr eines Wiederauftretens der Malaria

Griechenland, das zwischen 1974 und 2010 malariafrei war, meldete 2010 drei vor Ort übertragene Malariafälle; 2011 waren es 40 und 2012 nochmals 20 Fälle. 2013 wurden drei vor Ort erworbene Fälle entdeckt. Diese Erfahrungen verdeutlichen die anhaltende Gefahr eines Wiederauftretens und die Notwendigkeit einer ständigen Wachsamkeit, um ein Wiederaufflammen der Krankheit sofort eindämmen zu können.

Eingeschleppte Fälle

Eingeschleppte Fälle von Malaria stellen inzwischen für viele Länder der Europäischen Region, in der die Krankheit zuvor erfolgreich eliminiert wurde, ein erhebliches Problem für Gesundheitswesen und öffentliche Gesundheit dar. Heute werden in der Europäischen Region jährlich etwa 5000 eingeschleppte Malariafälle gemeldet, doch das Ausmaß des Problems wird erheblich größer eingeschätzt, als diese Statistiken vermuten lassen.

Welt-Malaria-Tag 2014

Der Welt-Malaria-Tag am 25. April bietet die Gelegenheit, die Notwendigkeit weiterer Investitionen in die Prävention und Bekämpfung von Malaria sowie eines dauerhaften politischen Engagements für die Bekämpfung und Eliminierung der Krankheit zu unterstreichen. Das Motto der Kampagne für den Zeitraum 2013–2015 lautet: „In die Zukunft investieren, Malaria besiegen.“

Weltweit gab es 2012 nach Schätzungen 207 Mio. Fälle von Malaria, davon über 600 000 mit tödlichem Ausgang.