Tadschikistan strebt auf allgemeine Gesundheitsversorgung zu

WHO/Tahmina Alimamedova

In den letzten zehn Jahren führte Tadschikistan eine Reihe umfassender Reformschritte im Gesundheitswesen durch, um eine allgemeine Gesundheitsversorgung zu erreichen. Mit Hilfe internationaler Partner entwickelte die Regierung Gesundheitskonzepte und -programme wie die Strategie für die Gesundheitsfinanzierung (2005–2015), durch die Chancengleichheit und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssektor verbessert werden sollen.

Es bleibt aber noch viel zu tun. Verbesserungen in Bezug auf die gesundheitlichen Ergebnisse, die Güte und Erreichbarkeit der Gesundheitsdienste, den Abbau von Überkapazitäten im Krankenhausbereich und die gestiegenen Kosten für die Bevölkerungsgesundheit sind weiterhin von zentraler Bedeutung.

Kursus über die Stärkung von Gesundheitssystemen

Im Rahmen der laufenden Reformbemühungen haben das Regionalbüro, das Länderbüro der WHO, das tadschikische Gesundheitsministerium, die Europäische Union (EU) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) einen viertägigen Flaggschiff-Lehrgang über die Stärkung von Gesundheitssystemen sowie ein Seminar für Führungskräfte durchgeführt. Mit dem Kursus sollte das Engagement gefestigt, Übereinstimmung hinsichtlich des besten Vorgehens für eine allgemeine Gesundheitsversorgung geschaffen sowie den mehr als 50 Akteuren aus dem tadschikischen Gesundheitssektor ein Forum gegeben werden, internationale Erfahrungen und deren Relevanz für die Problemstellungen im Land zu erörtern.

Schritt für Schritt

Das tadschikische Gesundheits- und Sozialministerium war Gastgeber des Kursus, zu dessen Teilnehmerkreis Vertreter aus den Ministerien für Gesundheit, Finanzen, Wirtschaft, Arbeit und Migration, Gesundheitsabteilungen der Bezirke, Gesundheitseinrichtungen sowie Entwicklungspartner zählten.

An Grundsatzreden eines leitenden Mitarbeiters des Regionalbüros, eines Professors der Universität Dublin (Trinity College) und eines Experten für Gesundheitsfinanzierung schloss sich eine lebhafte Diskussion an. Der stellvertretende Finanzminister betonte, wie wichtig es sei, die internationalen Erfahrungen an den tadschikischen Kontext anzupassen und Veränderungen schrittweise einzuführen.

Strategischer Plan vereinbart

Der Kursus war der krönende Abschluss einer intensiven Bewusstseinskampagne im vorangegangenen Jahr. Das Gesundheits- und Sozialministerium hatte in diesem Zusammenhang eine Machbarkeitsstudie für eine umfassende Reform der Gesundheitsfinanzierung in Tadschikistan und die Einführung einer Pflichtversicherung durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie flossen in einen Fahrplan ein, den ein Expertenteam in enger Absprache mit tadschikischen Akteuren in den Wochen vor Durchführung des Kursus erarbeitete.

Es wurde vereinbart, diesen Fahrplan in einen detaillierten Strategieplan für die weitere Reform der Gesundheitsfinanzierung in Tadschikistan bis 2018 zu übertragen und sich zugleich in Richtung allgemeiner Gesundheitsversorgung zu bewegen. Die tadschikische Regierung hat zugesichert, den Strategieplan binnen weniger Monate zu genehmigen.